Jahresbericht 2015

1.1 Wir rüsten uns für die Zukunft


Hilfswerke, Helfer und Helferinnen bewegen sich heute in einem zunehmend anspruchsvollen, dynamischen und heiklen Umfeld. Um im Kontext von Naturkatastrophen und langfristigen Konflikten, die eine Vielzahl von Akteuren involvieren, humanitäre Hilfe mit nachhaltiger Wirkung leisten zu können, bedarf es einerseits der Arbeit in globalen Netzwerken, andererseits des Einbezugs von lokalen Kräften.

Dieses Spannungsfeld zwischen immer globaler und gleichzeitig immer lokaler werdenden Wirkungswelten spielt für die Glückskette auch mit Blick «nach innen» auf die Stiftung selbst eine zentrale Rolle. Im Rahmen der Neuakkreditierung der Partnerhilfswerke haben wir im Jahr 2015 unser bestehendes Partnernetzwerk analysiert, um auch künftig effiziente und effektive Hilfe nach höchsten Qualitätsstandards garantieren zu können. Darüber hinaus machten wir uns im Stiftungsrat daran, die Strategie der Glückskette zu überdenken. Wie wollen wir uns weiterentwickeln, um uns für die Zukunft zu rüsten? Sei dies im Hinblick auf die oben erwähnten Kräfteverschiebungen bei der Hilfeleistung oder auf die Bedürfnisse der jungen Spenderinnen und Spender in einer Gesellschaft, die zunehmend fragmentiert, globalisiert und digitalisiert funktioniert.

Dieser Strategieprozess dauert sicherlich noch bis Ende 2016 an. Über die neue, präzisierte Mission der Stiftung sind wir uns im Stiftungsrat jedoch einig: Die Glückskette ist ein verantwortungsvoller Geldgeber. Sie stellt sicher, dass die gesammelten Spenden in qualitativ hochwertige humanitäre und soziale Projekte ihrer Partner eingesetzt werden, welche den Bedürfnissen der von Katastrophen und humanitären Krisen im Ausland wie in der Schweiz betroffenen Bevölkerungen gerecht werden. Über diese bestehende Kernaufgabe hinaus sieht der Stiftungsrat für die Glückskette künftig zudem eine breitere Rolle in der Förderung des Kompetenz- und Wissensaustauschs im Bereich der humanitären Hilfe vor.

Ladina Heimgartner
Präsidentin

1.2 Entscheidende Jahre


Das Jahr 2015 war gezeichnet vom Erdbeben in Nepal und der Flüchtlingskrise im Nahen Osten und auf der Balkanroute. Die Schweizer Bevölkerung zeigte sich einmal mehr sehr spendenfreudig und dies sowohl bei der Naturkatastrophe wie auch beim Flüchtlingsdrama. Die Mechanismen der Glückskette und ihrer Partnerhilfswerke erlaubten es sowohl im Bereich der Mittelbeschaffung als auch beim Einsatz der Spenden in den Krisenregionen wirkungsvoll und effizient zu arbeiten.

Das Jahr 2015 bestätigte, dass beide Bereiche im Wandel sind und alle humanitären Akteure sich neuen Gegebenheiten anpassen müssen. Es zeigte sich, dass vom Spender und der Spenderin schnelle, zuverlässige Informationen über die traditionellen wie auch die neuen, digitalen Kanäle erwartet werden. Sie wollen kompetent informiert werden – auch dann, wenn sich die Hilfe aus politischen oder logistischen Gründen verzögert. Dies war insbesondere in Nepal und im Nahen Osten der Fall, wo die Regierungen bei der Bewältigung der Katastrophen eine zentrale Rolle spielen.

Hilfswerke müssen neue Auflagen erfüllen und sich dabei an zunehmend komplexe Situationen anpassen. Wie die Glückskette befinden sich auch die meisten Schweizer Hilfsorganisationen derzeit im Zuge einer strategischen Neuausrichtung, welche es erlauben wird, diesen Herausforderungen gerecht zu werden.

Die nächsten Jahre werden für alle entscheidend sein, damit den Opfern der Katastrophen weiterhin wirkungsvoll geholfen werden kann. Die Unterstützung der SRG und der Partnerhilfswerke sind dabei für die Glückskette nach wie vor zentral. Zusammen mit dem Team der Glückskette bedanke ich mich bei allen unseren Partnern, vor allem auch bei den Spenderinnen und Spendern, für das uns geschenkte Vertrauen.

Tony Burgener
Direktor

1.3 Mission Statement und Strategie


Die Welt ist im Wandel. Dies trifft insbesondere auch auf die humanitäre Hilfe, die Kommunikation, das Fundraising und die Finanzen zu. Dies alles sind Bereiche, welche für die Glückskette sehr entscheidend sind. Aus diesem Grund hat sich der Stiftungsrat unter der Leitung der neuen Präsidentin Ladina Heimgartner entschieden, die Strategie der Stiftung zu überdenken.

In einer ersten Phase liessen sich die Mitglieder des Rates über die wichtigsten Herausforderungen der nächsten Jahre ins Bild setzen. Sie konnten dabei dank dem Einbezug der wichtigsten Schweizer Hilfswerke, den Vertreterinnen und Vertretern der SRG und wichtiger unabhängiger Expertinnen und Experten auf viel Insider-Wissen zählen. An einem zweitägigen Workshop im Wallis arbeitete der Stiftungsrat gemeinsam mit der Direktion an einem neuen Mission Statement wie auch an übergeordneten Prinzipien und Zusammenarbeitsmodalitäten, welche die Stiftung in den kommenden Jahren prägen sollen.

Der Strategieprozess wird im Jahr 2016 fortgesetzt. Ziel ist es, eine übergeordnete Zielrichtung «Glückskette 2030» zu skizzieren, verbunden mit einem  Aktionsplan 2017- 2020, welcher die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft der Glückskette schaffen soll.

2. Sammlungen 2015


2015 war für die Glückskette mit vier Sammelaktionen ein intensives Jahr. Infolge des Erdbebens in Nepal organisierte die Stiftung am 5. Mai einen nationalen Sammeltag. Zudem lancierte sie die Kampagne #TogetherForSyria und organisierte am 15. September einen Sammeltag für Flüchtlinge. Vom 10. bis 16. Dezember schliesslich führte die Glückskette zusammen mit SRF die thematische Sammlung «Jeder Rappen zählt» für Jugendliche in Not durch. Insgesamt erhielt die Glückskette im Jahr 2015 über 73 Mio. Spendenfranken.

Ohne die Unterstützung der SRG wäre dies nicht möglich gewesen. Das Medienhaus stellt jeweils Studios zur Verfügung, wo in den zusammen mit Swisscom eingerichteten Telefonzentralen Spendenversprechen entgegengenommen werden können. Darüber hinaus berichtet die SRG an Sammeltagen schweizweit über den Spendenaufruf und ermöglicht so der Glückskette, die Bevölkerung landesweit zu erreichen.

Mobil, jederzeit und von überall. Spenderinnen und Spender können bei der Glückskette heute so spenden, wie es ihnen beliebt: Über die Apps Swiss Solidarity und Paymit, via die im Jahr 2015 neu lancierte Spendenplattform, oder klassisch mittels Online-Banking oder Einzahlungsschein.

War das Jahr 2015 nun ein gutes oder ein schlechtes Spendenjahr? Die Antwort ist nicht bei der Glückskette zu finden, denn sie sammelt primär im Falle von Naturkatastrophen oder Konflikten und ist damit kein Spendenbarometer. Indessen zeigten die Sammelaktionen 2015 erneut die grosse Solidarität der SchweizerInnen auf, und dies im Unterschied zu anderen Ländern nicht nur bei Naturkatastrophen, sondern auch bei Konflikten und zugunsten von Flüchtlingen. Dies ist nicht zuletzt auf die humanitäre Tradition, die Neutralität und die ausgezeichnete Arbeit der Schweizer Hilfswerke zurückzuführen.

2.1 Nepal


Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala die demokratische Bundesrepublik Nepal, am 12. Mai folgte ein heftiges Nachbeben. Die Glückskette lancierte umgehend einen Spendenaufruf und organisierte am 5. Mai 2015 zusammen mit den Unternehmenseinheiten der SRG einen nationalen Sammeltag.

Das Ereignis löste unter Schweizerinnen und Schweizern eine Welle der Solidarität aus. Für viele ist das Land, das aufgrund seiner Berglandschaften oft als die «Schweiz Asiens» bezeichnet wird, ein beliebtes Trekking-Ziel. Bis Ende 2015 kamen denn auch über 32 Millionen Spendenfranken zusammen.

Dass die Glückskette und ihre Partnerhilfswerke gleich unmittelbar nach dem Beben Nothilfe leisten konnten, ist der besonderen Tatsache zu verdanken, dass zahlreiche Schweizer Hilfswerke bereits seit Jahren im Land aktiv sind. In der Tat engagieren sich in kaum einem Land so viele Schweizer Hilfsorganisationen vor Ort. Darüber hinaus zeigte sich auch die nepalesische Regierung trotz Anfangsschwierigkeiten tatkräftig und kooperativ, so dass die internationale Nothilfe koordiniert verlief. Für den Wiederaufbau kamen dann aber grössere Verzögerungen hinzu, da sowohl politische Entscheide als auch Wirtschaftsfaktoren (Benzinkrise) die Hilfe behinderten.

2.2 #TogetherForSyria


Mit der Kampagne #TogetherForSyria ging die Glückskette im Jahr 2015 neue Wege der Spendensammlung. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte lancierte die Stiftung im April eine nationale Spendenkampagne gemeinsam mit acht vor Ort aktiven Partnerhilfswerken: ADRA, Caritas Schweiz, Handicap International, HEKS, Medair, dem Schweizerischen Roten Kreuz, Solidar Suisse und Terre des hommes – Kinderhilfe.

Die Kampagne machte die Schweizer Bevölkerung vermehrt auf den seit mehr als vier Jahren andauernden Syrienkonflikt aufmerksam und rief zu Spenden für die Opfer auf. Sie erfolgte mit der Unterstützung der SRG-Medien, die den Aufruf bei verschiedenen Sendungen einblendeten, sowie über die Social-Media-Kanäle der Glückskette und der Partnerorganisationen. Anhand von Web-Bannern und einem Kurzvideo wurden Schweizerinnen und Schweizer dazu animiert, ihrer Solidarität nicht nur in Form von Spenden, sondern auch mit auf Social-Media-Kanälen geposteten Fotos Ausdruck zu verleihen.

Infolge des Erdbebens in Nepal vom 25. April 2015, das praktisch auf den Kampagnenstart fiel, rückte die Spendensammlung #TogetherForSyria etwas in den Hintergrund. Insgesamt kamen bis zum Ende der Kampagne am 5. Mai 2015 5,3 Millionen Franken Spenden zusammen. Zahlreiche Fotos wurden mit dem Verweis #TogetherForSyria gepostet und das Kampagnen-Video bis Ende 2015 mehr als 19’000 Mal gesichtet.

2.3 Flüchtlinge und intern Vertriebene


Das Jahr 2015 war geprägt vom anhaltenden Flüchtlingsstrom in die Nachbarländer Syriens (Libanon, Jordanien, Irak und Türkei) wie auch nach Zentraleuropa. Im Herbst spitzte sich die Lage insbesondere auf den Migrationsrouten über das Mittelmeer, Italien, Griechenland und die Balkanstaaten zu, mit tausenden von Menschen auf der Flucht aus Syrien und weiteren Ländern. Das Schicksal der Flüchtlinge, aber auch die geographische Nähe der Geschehnisse und die emotional geladenen Bilder von Migranten führten international zu einem Aufschrei. Auch die Schweizerinnen und Schweizer zeigten sich solidarisch und spendeten bis Ende 2015, infolge der am 15. September von der Glückskette und SRG lancierten Sammelaktion, mehr als 26,7 Millionen Franken.

Der Sammelaufruf stiess auf breite Unterstützung: mithilfe der Swisscom lancierte die Glückskette die Social-Media-Kampagne #ShowSolidarity4Refugees, wobei das Telekommunikationsunternehmen für jedes gepostete Solidaritäts-Foto fünf Franken überwies, während die Glückskette mit den Fotos ein menschliches Mosaik in der Form des Logos der Stiftung kreierte. Insgesamt spendeten der Schweizer Telecom-Anbieter und seine Mitarbeitenden mehr als 200’000 Franken.

Bekannte Persönlichkeiten, darunter Bundesrat Didier Burkhalter, und Organisationen wie die Swiss Football League setzten sich für die Sammlung ein. Auch verschiedene Schweizer Medienakteure wie die «Privatradios pro Glückskette» und Ringier schlossen sich dem Spendenaufruf an.

2.4 «Jeder Rappen zählt» 2015 - für Jugendliche in Not


Zum siebten Mal erfolgte vom 10. bis 16. Dezember 2015 die gemeinsame Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» von SRF und der Glückskette. Diesmal wurde bewusst ein gesellschaftliches Thema – Gemeinsam für Jugendliche in Not – gewählt und sowohl für Projekte im Ausland wie in der Schweiz gesammelt.

Insgesamt gingen 4,1 Millionen Franken Spendenversprechen ein, von denen bis Ende Dezember schon drei Millionen einbezahlt wurden. Die Spendengelder gehen an Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, welche sich am Rande der Gesellschaft befinden. In der Schweiz werden primär Programme unterstützt, die sich für die nachhaltige soziale und berufliche Wiedereingliederung von jungen Menschen einsetzen. Im Ausland liegt der Fokus auf Projekten in den Bereichen Jugendschutz, Gesundheit und Schul- sowie Berufsbildung.

Ein vielseitiges Sendeprogramm der SRG-Hauptkanäle begleitete die Sammelaktion. Radio SRF 3 sendete rund um die Uhr live aus der Glasbox auf dem Berner Bundesplatz. Auf SRF zwei und SRF 3 wurden Jugendliche portraitiert und über die zahlreichen Begleitaktionen berichtet. RTS La Première strahlte eine Spezialsendung aus, in der auch betroffene Jugendliche, Expertinnen und Experten und ein Jugendrichter zu Wort kamen. Auf RTS Option Musique konnte per Musikwunsch gespendet werden. RSI organisierte einen Sammeltag und brachte verschiedene Reportagen und Livesendungen zum Thema.

2.5 Weitere Sammlungen und Legate


Vanuatu

Ein Wirbelsturm fegte im März 2015 über die Inselgruppe Vanuatu hinweg. In der Folge eröffnete die Glückskette ein Sammelkonto und lancierte über ihre Online-Kanäle einen Sammelaufruf. Dabei kamen 774’416 Franken Spenden zusammen.

 

Legate

Neben den Sammeltagen erhielt die Glückskette auch 2015 wiederum Legate im Umfang von 3,47 Millionen Franken. Der Stiftungsrat entschied, die nicht zweckgebundenen Legate in der Höhe von 2,34 Millionen Franken einerseits dem Fonds Yvonne Vogt zugunsten der Kinderhilfe (1,65 Millionen Franken) und andererseits der Sozialhilfe Schweiz (0,69 Millionen Franken) zuzuweisen.

3. Hilfe Ausland


Im Jahr 2015 bewilligte die Glückskette total 102 Projekte für über 50 Millionen Franken. Neben dem traditionellen Schwerpunkt auf Hilfe nach Naturkatastrophen ging ein beträchtlicher Teil der Spendengelder an Projekte zugunsten von Opfern von Konflikten und Krisen, welche teilweise bereits seit Jahren andauern. In diesen Fällen konnte den betroffenen Menschen mit der Linderung ihrer Notlage sicherlich kurzfristig geholfen werden. Darüber hinaus braucht es jedoch zunehmend längerfristig ausgerichtete Massnahmen, um nachhaltig Perspektiven zu schaffen sowie die Krisenresilienz zu stärken.

In der Tat hat sich die humanitäre Hilfe über die letzten Jahrzehnte grundlegend verändert. Deren Verknüpfung mit der Entwicklungshilfe ist in fragilen Staaten für viele humanitäre Akteure zum Standard geworden. Das heisst aber auch, dass ein breiteres Spektrum an Aktivitäten abzudecken, agiler und flexibler zu handeln sowie vermehrt mit lokalen Kräften – Behörden und NGOs – zusammenzuarbeiten ist.

Die von der Glückskette finanzierten Projekte werden in der Regel von den akkreditierten Partnerhilfswerken erarbeitet und ausgeführt. Diese sind gut etabliert, erfahren in der humanitären Hilfe und vor Ort gut vernetzt. Das Projektprüfungsverfahren erfolgt in einem objektiven und transparenten Prozess unter Anwendung international anerkannter Standards sowie strenger, fondsspezifischer Richtlinien.


Die Glückskette selber betreibt keine Projekte, sondern agiert als unabhängiger Geldgeber, dessen Pflicht es ist, sicherzustellen, dass die gesammelten Spenden in hochwertige humanitäre und soziale Aktivitäten fliessen. Dafür ist sie regelmässig selber vor Ort, überprüft die Projektumsetzung und zieht dazu auch externe Expertinnen und Experten bei oder beauftragt eine unabhängige Überprüfung. Damit und durch die Prüfung der Berichterstattung der Partner wird die Aufsicht über den zweckmässigen Einsatz der Spendengelder bis zum Abschluss der Projekte gewährleistet.

3.1 Flüchtlinge und intern Vertriebene


Die Glückskette engagiert sich seit Jahren mit mehreren Sammelaktionen für Flüchtlinge und intern Vertriebene. Zwischen 2012 und 2015 konnte sie so zusammen mit ihren Partnerhilfswerken insgesamt mehr als 717’000 Menschen unterstützen.

Ein Grossteil der Hilfeleistung ging dabei an die Opfer von Konflikten im Nahen Osten sowie an die Menschen auf den Flüchtlingsrouten über das Mittelmeer und die Balkanstaaten. Darüber hinaus setzten sich die Glückskette und ihre Partnerorganisationen auch für die Opfer weniger mediatisierter Konflikte ein, namentlich im Südsudan, in Mali, Niger und der Ukraine.

Die verschiedenen Kontexte stellten die Glückskette und ihre Partnerhilfswerke 2015 immer wieder vor neue Herausforderungen. Im Nahen Osten war die Sicherheitslage äusserst problematisch und wechselhaft. Angesichts des Ausmasses und der Dauer des Konflikts in Syrien galt es zudem, den betroffenen Menschen über die kurzfristige Nothilfe hinaus nachhaltig zu helfen. Auf den Flüchtlingsrouten wiederum war vor allem Flexibilität und Reaktivität gefordert, um die Hilfeleistung schnell und effektiv dem wechselhaften Umfeld anzupassen. Verschiedene Faktoren, wie die Präsenz sehr unterschiedlicher Akteure, stellten indes eine Herausforderung für die koordinierte Hilfe vor Ort dar.

Spenden total

24'559'843 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 22'794'685 CHF

Hilfswerke

ADRA, Caritas Schweiz, Handicap International, HEKS, Medair, Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, SOS Kinderdorf, Terre des hommes - Kinderhilfe

3.1.1 Syrien – Opfer des Konfliktes 2012


Seit Ausbruch des Konfliktes in Syrien im Jahr 2011 ergriffen über 12 Millionen Menschen die Flucht sowohl im Land selber als auch in die Nachbarländer Irak, Jordanien, Libanon und Türkei. Die Glückskette engagiert sich seit 2012 zusammen mit ihren Partnerhilfswerken für die Opfer.

Im Fokus stehen in erster Linie die Nothilfe zur Deckung der Grundbedürfnisse der betroffenen Personen (medizinische Hilfe, Verteilung von Nahrungsmitteln und Notausrüstung, Bargeldhilfe, Unterkunft usw.). Gerade in den Nachbarländern, die unter der Last der andauernden Flüchtlingswelle zunehmend leiden, misst die Stiftung auch der Einbindung der lokalen Bevölkerung in die Projekte – nebst den direkten Opfern des Krieges – ein grosses Gewicht bei. Insgesamt finanzierte die Glückskette im Jahr 2015 zwölf Projekte. Die Stiftung setzt sich weiterhin zusammen mit ihren Partnerhilfswerken in der Region und für die Betroffenen in Syrien selbst ein.

3.1.2 Flüchtlinge 2015


Die im September lancierte Spendensammlung für Flüchtlinge geht zugunsten von Hilfsprojekten sowohl auf den Migrationsrouten (Mittelmeer, Balkanstaaten) als auch in den Konfliktzonen Syrien und Irak sowie deren Nachbarländern. Im Jahr 2015 hiess die Glückskette insgesamt 13 Projekte gut.

Die sich ständig verändernde Situation in den Konfliktzonen sowie auf den Flüchtlingsrouten verlangten Flexibilität und Reaktivität. Deshalb konzentrierte sich die Stiftung auf Nothilfeprojekte von kurzer Dauer (max. zwölf Wochen) und limitiertem Budget (max. 200’000 Franken). Im Vordergrund standen die Deckung der Grundbedürfnisse, medizinische Versorgung, psychologische Unterstützung sowie Rechtsberatung. Gerade auf den Flüchtlingsrouten konnten die Glückskette und ihre Schweizer Partnerhilfswerke auf besonders kompetente lokale Partner zählen.

Im Libanon und in Jordanien dagegen, wo zahlreiche Syrienflüchtlinge bereits seit Ausbruch des Krieges vor fünf Jahren leben, standen nebst der Nothilfe vermehrt Projekte mit nachhaltiger Wirkung im Fokus. Durch diverse Aktivitäten – wie die Förderung der individuellen Fähigkeiten und des Zugangs zu Arbeit und Einkommen, oder die Stärkung der lokalen Strukturen (Gesundheitszentren, Schulen usw.) – wird den Betroffenen dabei geholfen, wieder zu Akteuren ihres eigenen Lebens zu werden. Diese Projekte werden 2016 weitergeführt.

Spenden total

26'709'732 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 6'156'144 CHF

Hilfswerke

ADRA, Caritas Schweiz, HEKS, Medair, Médecins du Monde, Schweizerisches Rotes Kreuz, Terre des hommes - Kinderhilfe

Länder

Griechenland, Jordanien, Libanon, Mazedonien, Serbien

Spenden total

7'018'287 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 3'935'461 CHF

Hilfswerke

ADRA, Caritas Schweiz, Handicap International, HEKS, Medair, Solidar Suisse, Terre des hommes - Kinderhilfe

Länder

Irak, Libanon, Mali, Niger, Südsudan, Ukraine

3.1.3 «Jeder Rappen zählt» 2014 – Familien auf der Flucht


Im Rahmen der Aktion «Jeder Rappen zählt» 2014 sammelten die Glückskette und die SRG ebenfalls für Menschen auf der Flucht. Diesmal wurde der Fokus jedoch bewusst auf Familien gesetzt und kein spezifischer geographischer Rahmen definiert. Dies erlaubt es der Stiftung, auch in weniger mediatisierten Konflikten Nothilfeprojekte zu finanzieren.

Insgesamt kamen bis Ende 2015 rund sieben Millionen Franken Spenden zusammen. Damit wurden im Jahr 2015 rund neun Projekte von sieben Partnerhilfswerken finanziert, weitere sind in Prüfung. Die Hilfe ging zugunsten von über 74’000 Menschen im Libanon, Südsudan, Mali, Irak, Niger und der Ukraine. Dank eines Bargeldprogrammes von Terre des hommes – Kinderhilfe in der Ukraine beispielsweise konnten sich Bewohnerinnen und Bewohner, die an der Frontlinie zwischen den Konfliktparteien leben, für den Winter rüsten.

Aus den früheren JRZ-Sammelaktionen 2009 – 2013 wurden 2015 neu sechs Projekte bewilligt, womit die JRZ-Fonds 2009 bis 2013 fast ausgeschöpft sind (s. Kasten).

Spenden total

1'036'515 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 936'568 CHF

Hilfswerke

Caritas Schweiz, Medair, Terre des hommes - Kinderhilfe

3.1.4 Irak - intern Vertriebene 2014


2014 erlebte der Irak eine neue Welle der Krise. Die lokale Bevölkerung litt und leidet weiterhin unter dem nicht enden wollenden Konflikt. Millionen von Menschen wurden vertrieben oder ergriffen die Flucht, meist um in anderen Landesteilen Sicherheit zu suchen. Die prekäre Sicherheitslage, unter anderem aufgrund des Aufstiegs des Daesch, erschwerte die humanitäre Hilfe bedeutend.

Die Glückskette engagiert sich seit mehreren Jahren im Land. 2015 unterstützte die Stiftung drei Nothilfeprojekte von drei Partnerhilfswerken, wobei vor allem die medizinische Versorgung sowie die Verteilung von Nahrungsmitteln und von Gütern zur Deckung der Grundbedürfnisse im Vordergrund standen. Im Rahmen eines Projekts von Medair erhielten beispielsweise über 1’500 Familien Gutscheine, mit denen sie von lokalen Verkäufern Hilfsgüter wie Heizöfen, Decken und warme Kleider kaufen konnten. Dies half den Betroffenen nicht nur, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, sondern auch ihre Beziehung zur lokalen Gemeinschaft zum Positiven zu verändern.

3.1.5 Gaza - Opfer des Konfliktes 2014


Ob der aktuellen Weltgeschehnisse geht ab und an vergessen, dass auch die Bevölkerung im Gazastreifen unter dem seit Jahrzehnten herrschenden Konflikt leidet. Die Glückskette leistet zusammen mit ihren Partnerorganisationen weiterhin humanitäre Hilfe, solange dies die verfügbaren Mittel erlauben. Im Herbst 2014 und auch Mitte 2015 erlebte die Region erneute Höhepunkte der Gewalt, weshalb die Glückskette im Rahmen eines kollektiven Spendenaufrufs nebst Syrien und Irak auch für den Gazastreifen sammelte. 2015 finanzierte die Stiftung drei Projekte, unter anderem zur Verbesserung des Zugangs zu Wasser, Hygiene und Sanitäranlagen, Schutz von Kindern, augenmedizinischer Versorgung, Räumung explosiver Kriegsreste sowie damit verbundener Aufklärung.

Im Rahmen des Projekts von Terre des hommes – Kinderhilfe wurden die dringendsten Bedürfnisse in Bezug auf sauberes Wasser und Hygiene gedeckt sowie Massnahmen zum Schutz von Primarschulkindern umgesetzt. Konkret half das Partnerhilfswerk der Glückskette bei der Instandsetzung von Sanitäranlagen in staatlichen Schulen und sensibilisierte Erwachsene und Kinder im schulischen Umfeld für gute Hygienepraktiken sowie Schutz der Kinder vor Gewalt.

Spenden total

650'162 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 644'782 CHF

Hilfswerke

CBM Christoffel Blindenmission, Handicap International, Verein Kampagne Olivenöl, Terre des hommes - Kinderhilfe

Spenden total

32'269'988 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 13'088'644 CHF

Hilfswerke

ADRA, ASO (Auslandschweizer-Organisation), Caritas Schweiz, Handicap International, Helvetas, Lepra Mission, Medair, NORLHA, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, Terre des hommes - Kinderhilfe

3.2 Nepal - Erdbeben 2015


Das Erdbeben vom 25. April 2015 sowie das starke Nachbeben vom 12. Mai hinterliessen in Nepal Spuren der Verwüstung. Dank der langjährigen Präsenz von zahlreichen Schweizer Hilfswerken im Land konnte die Glückskette sehr schnell reagieren. Im Jahr 2015 akzeptierte die Stiftung 15 Projekte, davon drei von nicht-akkreditierten Organisationen.

In einer ersten Phase ging es primär um Nothilfe, wie die Verteilung von Wellblechen, Plastikplanen, Zelten, Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Darüber hinaus wurden über 11’000 Personen medizinisch versorgt sowie temporäre Gesundheitszentren und Schulen aufgebaut. Im Hinblick auf die Wintermonate verteilten Handicap International und Medair warme Winterkleider, Matten und Decken an über 25’000 Menschen, die in Bergregionen auf über 1’500 M.ü.M. leben.

Ab Herbst 2015 richtete die Glückskette ihren Fokus vermehrt auf den Wiederaufbau und die Instandsetzung. Die Stiftung und ihre Partnerhilfswerke planen unter anderem den Bau von sieben Gesundheitszentren, 34 Schulen und 1’500 Häusern gemäss den von der Regierung erlassenen anti-seismischen Baunormen. Die Arbeiten verzögerten sich allerdings aufgrund der schwierigen politischen Lage und infolge der Blockade an der Grenze zu Indien (Benzinkrise).

Spenden total

774'416 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 200'000 CHF

Hilfswerke

ADRA

3.3 Vanuatu - Wirbelsturm Pam 2015


Am 13. März 2015 fegte der Zyklon Pam über die Inselgruppe Vanuatu hinweg und hinterliess Spuren der Verwüstung. Tausende Menschen wurden obdachlos. Zudem wurden vielerorts die teils maroden Wasserversorgungssysteme in Mitleidenschaft gezogen oder gar zerstört. Die Glückskette lancierte umgehend einen Spendenaufruf.

Die Hilfe der Glückskette fokussierte auf die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung und die Förderung der Hygiene. In einem Projekt des Partnerhilfswerks ADRA werden zusammen mit den Gemeinden und Bewohnern Wasserleitungen neu verlegt, Latrinen gebaut und die Bevölkerung zu Hygienepraktiken und Katastrophenvorsorge geschult. Die Glückskette zieht weitere Projekte im Bereich Wiederaufbau und Wasserversorgung in Betracht.

3.4 Balkan - Überschwemmungen 2014


Im Mai 2014 wurden verschiedene Regionen Bosnien-Herzegowinas und Serbiens von Überschwemmungen, teils infolge sintflutartiger Regenfälle, heimgesucht. Die Partnerhilfswerke der Glückskette waren schnell vor Ort, um Soforthilfe zu leisten und bei der Entfeuchtung und Desinfizierung von Häusern, Schulen und Spitälern zu helfen.

Im Jahr 2015 lag der Akzent auf dem Wiederaufbau, wobei die Hilfeleistung in erster Linie an die schwächsten Bevölkerungsgruppen ging. Das Projekt von HEKS beispielsweise richtete sich an die Roma-Gemeinschaften. Bevor die Häuser wieder aufgebaut wurden, analysierte das Partnerhilfswerk der Glückskette gemeinsam mit den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Behörden die Gefahrenzonen. So wurde sichergestellt, dass deren Wohngebiet auf sichererem Boden zu stehen kam und die lokale Bevölkerung in den Prozess miteinbezogen war.

Spenden total

4'908'887 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 4'459'062 CHF

Hilfswerke

ADRA, Caritas Schweiz, DIGGER, Handicap International, HEKS, Schweizerisches Rotes Kreuz

3.5 Philippinen – Taifun Haiyan 2013


Die Mehrheit der Menschen in den vom Taifun Haiyan (8. November 2013) betroffenen Gebieten konnte sich innerhalb kurzer Zeit erholen. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die schnelle Projektumsetzung durch die Partnerhilfswerke der Glückskette sowie die Resilienz, Tatkraft und Fachkompetenz der lokalen Bevölkerung. Einige Gebiete, darunter Tacloban sowie abgelegene Dörfer und Inseln, kämpfen jedoch nach wie vor mit den Folgen des verheerenden Taifuns.

Ein Grossteil der Hilfe diente dem Wiederaufbau und der Reparatur von Häusern und Schulen. Eine Bauexpertin der Projektkommission besuchte im Frühjahr 2015 die Projekte und kontrollierte die Qualität der Bauten. Zu den von der Glückskette im Jahr 2015 unterstützten Aktivitäten gehören auch Programme für den wirtschaftlichen Wiederaufbau, um den am stärksten Betroffenen wieder ein angemessenes und nachhaltiges Einkommen zu ermöglichen. Dafür wurden insgesamt neun Projekte bewilligt.

Spenden total

42'378'165 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 32'266'417 CHF

Hilfswerke

ADRA, AAFIP, Caritas Schweiz, Handicap International, Heilsarmee, HEKS, Helvetas, Medair, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, ASO (Auslandschweizer-Organisation), Terre des hommes - Kinderhilfe

Spenden total

28'184'912 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 28'024'620 CHF

Hilfswerke

ADRA, Association Suisse Hawa Abdi, Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, Fastenopfer, Handicap International, HEKS, Helvetas, Islamic Relief, Medair, Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, SOS Kinderdorf, Terre des hommes - Kinderhilfe

Länder

Äthiopien, Kenia, Somalia

3.6 Ostafrika - Dürrekrise 2011


Im Jahr 2011 erlebte Ostafrika die schlimmste Dürreperiode seit 60 Jahren. Der ohnehin chronische Trinkwassermangel wurde dadurch dramatisch verschärft, wobei insbesondere Somalia, der Süden Äthiopiens sowie der Norden Kenias betroffen waren. Die Glückskette konzentrierte sich vor allem auf Projekte, die das strukturelle Wasserproblem an seiner Wurzel anpackten, zur Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser, der sanitären Anlagen und der Hygiene beitrugen sowie die Resilienz der Bevölkerung für künftige ähnliche Krisen stärkten.

Im Jahr 2015 finanzierte die Stiftung zwei neue Projekte, so dass per Jahresende total vier Projekte noch am Laufen waren. Die Glückskette beobachtet die Situation vor Ort weiterhin aufmerksam.

Spenden total

42'195'218 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 39'609'691 CHF

Hilfswerke

Caritas Schweiz, CBM Christoffel
Blindenmission, Handicap International, Heilsarmee, Helvetas, HEKS, Living Education, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, Terre des hommes - Kinderhilfe

3.7 Pakistan - Überschwemmungen 2010


Bald sechs Jahre nach den Überschwemmungen in Pakistan, von denen mehr als 21 Millionen Menschen betroffen waren, ist der Bedarf an Hilfe beim Wiederaufbau nach wie vor gross. Derweil wurde das Land 2015 erneut von heftigen Unwettern heimgesucht. Die heikle Sicherheitslage und der restriktive Umgang mit Bewilligungen, um Hilfsorganisationen Zugang zu betroffenen Gebieten und Gemeinschaften zu gewähren, erschweren zusätzlich die humanitäre Arbeit im Land.

Die Glückskette bewilligte im Jahr 2015 drei Projektanträge, weitere Projekte befanden sich per Ende Jahr noch in Prüfung. Zusammen mit ihren Partnerhilfswerken setzte sie sich primär für den Wiederaufbau von wichtigen Abwassernetzen und sanitären Anlagen sowie die Versorgung mit Trinkwasser ein. Im Norden des Landes unterstützte die Stiftung zudem die Instandsetzung von Infrastrukturen (wie Irrigationssystemen, Transportwegen und elektrischen Installationen) und weiteren Massnahmen zum besseren Schutz vor künftigen Katastrophen.

3.8 Haiti - Erdbeben 2010


Die internationale Hilfe in Haiti stand über die letzten Jahre immer wieder in der Kritik, unter anderem aufgrund ungenügender Koordination vor Ort oder zu langsam voranschreitender Wiederaufbauarbeiten.

Was die Glückskette und ihre Partnerhilfswerke betrifft, konnten die Hilfsprojekte seit 2010 wirksam und nach Zeitplan umgesetzt werden. Aufgrund des Ausmasses der Zerstörung entschied sich die Stiftung von Beginn an bewusst für einen Ansatz, der die Nothilfe mit einem längerfristigen Wiederaufbau verknüpfte. Dies stellte sicher, dass das Land und die Menschen für künftige Naturereignisse besser gerüstet sind. Wie der Anfang 2014 veröffentlichte, unabhängige Bericht der Groupe URD zeigte, erwies sich dieser anspruchsvolle Ansatz als erfolgreich.

2015 nahm die Glückskette zwei Projektanträge an und setzte den Akzent dabei auf Präventionsaktivitäten und die Wiedererrichtung. So wurden zusammen mit lokalen Behörden und der Bevölkerung Verhaltensregeln bei erneuten Katastrophen erarbeitet und Massnahmen wie Wiederaufforstung oder Stärkung der Flussbette zum Schutz von besonders anfälligen Gebieten getroffen. Daneben finanzierte die Glückskette auch ein Projekt zugunsten von jungen Frauen am Rande der Gesellschaft, um ihnen Zugang zu Berufsbildung und Gesundheitsdiensten zu verschaffen.

Spenden total

66'241'179 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 64'147'899 CHF

Hilfswerke

ADRA, Bündner Partnerschaft Hôpital Albert Schweitzer, Caritas Schweiz, Enfants du Monde, EIRENE, Fastenopfer, Grupo Sofonia, Handicap International, Heilsarmee, HEKS, Helvetas, IAMANEH, Main dans la Main, Medair, Médecins du Monde, Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Nouvelle Planète, RET - Fondation pour l'éducation des Réfugiés, Schweizerisches Rotes Kreuz, Terre des hommes - Kinderhilfe, terre des hommes schweiz

3.9 Permanente Fonds


Die Glückskette führt vier sogenannte permanente Fonds – drei regionale (Afrika, Asien, Lateinamerika) und einen thematischen Fonds für Kinderhilfe (Child Welfare). Wie bei allen Projektfonds gelten auch hier die international anerkannten Standards sowie fondsspezifische und stringente Richtlinien.

Die permanenten Fonds bestehen unabhängig aktueller Geschehnisse oder eines zeitlich beschränkten Rahmens. Dies erlaubt es Spenderinnen und Spendern, jederzeit nach Wunsch für eine allgemeine Region oder ein spezifisches Interventionsthema zu spenden. In einzelnen Fällen überträgt die Glückskette auch Restbeträge aus früheren Sammelaktionen, wo die humanitäre Hilfe inzwischen abgeschlossen ist, auf einen permanenten Fonds, sofern dies bezüglich des regionalen oder thematischen Interventionsradius dem ursprünglichen Spendenzweck entspricht. Den Entscheid darüber fällt der Stiftungsrat.

Spenden total

Afrika: 5'486'718 CHF
Asien: 623'862 CHF
Lateinamerika: 163'504 CHF

Hilfswerke

ADRA, Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, FairMed, Handicap International, HEKS, Helvetas, Fondation Hirondelle, Medair, Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Nouvelle Planète, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, Swisscontact, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, Terre des hommes - Kinderhilfe, Vétérinaires Sans Frontières

Länder

Afrika: Äthiopien, Burkino Faso, Guinea, Kamerun, Kenia, Mali, Mozambique, Nigeria, DRK, Somalia, Südsudan, Tschad, Zimbabwe
Asien: Bangladesch, Myanmar/ Burma
Lateinamerika: Bolivien, Guatemala, Kolumbien

3.9.1 Permanente Regionalfonds: Afrika, Asien, Lateinamerika


Die permanenten Regionalfonds erlauben es der Glückskette, schnell auf punktuelle humanitäre Notsituationen zu reagieren, ohne dafür einen Sammelaufruf lancieren zu müssen. Die Spendengelder werden ausschliesslich für die humanitäre Hilfe nach Naturkatastrophen oder Konflikten in den jeweiligen Gebieten eingesetzt, nicht aber für Entwicklungsprojekte. Im Jahr 2015 finanzierte die Glückskette sieben Projekte in afrikanischen Ländern und vier Projekte in Asien.

So unterstützte die Stiftung in Guinea den Wiederaufbau von Gesundheitszentren nach der Ebola-Epidemie. Im Südsudan sowie der Demokratischen Republik Kongo setzte sie sich für die physische Rehabilitation sowie die Instandsetzung von Provinzspitälern in Konfliktgebieten ein. In Äthiopien arbeitete die Glückskette mit dem nicht-akkreditierten Hilfswerk Vétérinaires Sans Frontières zusammen, aufgrund des spezifischen Fachwissens der Organisation im Bereich der Viehzucht sowie deren langjähriger Präsenz im Dürregebiet.

In Asien setzte sich die Glückskette primär für die Nothilfe in Bangladesch und Myanmar/Burma ein, die unter den Folgen von Überschwemmungen litten.

Spenden total

38'882'601 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt: 37'146'310 CHF

Hilfswerke 2015

ADRA, Christlicher Friedensdienst cfd, Enfants du Monde, Handicap International, IAMANEH Schweiz, SolidarMed, Terre des hommes - Kinderhilfe, terre des hommes schweiz

Länder 2015

Afghanistan, Bangladesch, Burkina Faso, El Salvador, Indien, Kolumbien, Libanon, Mali, Marokko, Palästina, Thailand, Zimbabwe

3.9.2 Permanenter thematischer Fonds - Kinderhilfe (Child Welfare)


Seit ihren Ursprüngen setzt sich die Glückskette für Kinder in Not ein und verfügt dafür über einen permanenten Fonds.

Per August 2015 etablierte die Glückskette allgemeingültige Minimalstandards für die Kinderhilfe. Diese definieren einen genauen Interventionsrahmen sowie Kriterien bezüglich Qualität, Relevanz und Nachhaltigkeit der Projekte. Darüber hinaus revidierte die Stiftung die fondsspezifischen Richtlinien, um verstärkt zur Professionalisierung der Interventionen vor Ort beizutragen sowie eine Projektunterstützung auch ausserhalb von Krisensituationen zu ermöglichen. Im Fokus stehen nun die Bereiche Kinderschutz, Gesundheit sowie Bildung. Unterstützt werden besonders bedürftige Kinder in Entwicklungsländern von 0 bis 14 Jahren. Im Zuge dieser Überarbeitung taufte die Glückskette den Fonds in «Child Welfare» um.

2015 stellte somit eine Übergangsphase dar. Insgesamt finanzierte die Stiftung sieben Projekte in sechs verschiedenen Ländern, davon drei Projekte gemäss den überarbeiteten Grundlagen.

3.10 Kennzahlen 2015

4. Hilfe Schweiz


Die Glückskette setzt sich seit ihrer Gründung nicht nur im Ausland für Menschen in Not ein, sondern – was in der Schweiz wenig bekannt zu sein scheint – auch im eigenen Land.

Die Hilfe in der Schweiz umfasst zwei permanente Fonds, einerseits für Betroffene von Unwetterkatastrophen und andererseits für Einzelpersonen in sozialer Notlage. Insbesondere bezüglich Sozialhilfe gestaltet sich die Situation schwierig, denn über die letzten Jahre stieg die Zahl der Sozialhilfe-Anfragen in der Schweiz stetig an. Gleichzeitig erweist sich die Spendensammlung hierfür als anspruchsvoll, da es sich um eine wenig mediatisierte und eher komplexe Problematik handelt. Dieses Umfeld fordert auch die Glückskette heraus.

Darüber hinaus verwaltet die Glückskette den Soforthilfefonds für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen sowie den Spezialfonds «Cala Sannitica». Im Dezember 2015 sammelten die Glückskette und SRF im Rahmen der Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» zudem für Jugendliche in Not. Etwa die Hälfte der Spenden geht zugunsten von Projekten in der Schweiz. Zwei Experten aus der Deutsch- respektive der Westschweiz, die fundiertes Wissen und Erfahrung in den Bereichen Berufsbildung, Jugendarbeitslosigkeit und Erziehung mitbringen, unterstützten die Glückskette sowohl bei der Erarbeitung der Thematik und der Projektrichtlinien als auch bei der Analyse der Finanzierungsgesuche.

Spenden total

109'880'533 CHF

per 31.12.15 eingesetzt und bereitgestellt:

104'104'108 CHF

4.1 Unwetter Schweiz


Immer wieder wird die Schweiz von heftigen Unwettern heimgesucht, die teilweise schwere Schäden anrichten. Die Glückskette unterstützt betroffene Privatpersonen und Familien mit einem Kostenbeitrag an Aufräumungs- und Sanierungsarbeiten sowie die Wiederbeschaffung von Kleidern, Möbeln und einem Fahrzeug.

So auch im Juni 2015, als starke Regenfälle in mehreren Kantonen zu Überschwemmungen, Erdrutschen und massiven Sachschäden führten. Die Hilfe ging zugunsten einer betroffenen Familie, weitere Projekte werden geprüft. Darüber hinaus leistete die Stiftung 2015 einen Kostenbeitrag an laufende Sanierungsarbeiten infolge früherer Unwetterschäden, insbesondere aus den Jahren 2013 und 2014. Konkret handelte es sich 2015 um elf Projekte zugunsten von 40 Familien.

Den Partnerhilfswerken der Glückskette, Caritas Schweiz (für die Region Zentral- und Ostschweiz sowie Tessin) und das Schweizerische Rote Kreuz (für die Westschweiz, inkl. Region Bern und Wallis), kommt im Rahmen der Analyse und Auswahl der Unterstützungsgesuche eine zentrale Bedeutung zu. Die zwei Schweizer Organisationen bringen fundiertes Fachwissen mit, sind in ihren Regionen langjährig verankert und verfügen bereits über ein Kontaktnetzwerk mit den entsprechenden Gemeinden.

Begünstigte 2015

2'846 Personen

Hilfsbeiträge 2015

1'377’766 CHF

4.2 Sozialhilfe Schweiz


Seit ihren Ursprüngen engagiert sich die Glückskette unter anderem für Menschen in finanzieller Not in der Schweiz. Durch einen punktuellen Beitrag von 900 bis maximal 2’600 Franken (abhängig von der Anzahl Personen im betroffenen Haushalt) – beispielsweise an Transport-, Wohnungs- oder Gesundheitskosten – greift die Stiftung betroffenen Menschen unter die Arme und hilft ihnen, eine gravierende Notsituation zu überwinden. Die Gesuche stammen überwiegend von alleinstehenden Personen sowie alleinerziehenden Eltern. Die Hilfeleistung der Glückskette erfolgt in Ergänzung zur Unterstützung durch öffentliche und private Einrichtungen.

2015 reichten 374 öffentliche Sozialdienste und private Sozialhilfeorganisationen ein Gesuch ein und die Stiftung unterstützte rund 2’846 Personen mit insgesamt 1’377’766 Franken.

Seit 2012 ist die Glückskette ausserdem Partner des Cumulus-Spendenprogramms der Migros. Die gespendeten Punkte überweist die Stiftung jedes Jahr an Sozialeinrichtungen aus unterschiedlichen Sprachregionen, die sich für die Bedürftigsten einsetzen. 2015 kamen insgesamt Cumulus-Punkte im Wert von 5’625 Franken zusammen und gingen an Le Trialogue (Genf) sowie den Verein Jobdach, Obdach Notschlafstelle (Luzern).

4.3 Hilfe für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen


Im April 2014 wurde ein Soforthilfefonds eingerichtet, um Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen bis 1981, welche sich heute in einer finanziellen Notlage befinden, zu helfen. Die Glückshilfe ist mit der Verwaltung des Fonds beauftragt.

Der Soforthilfefonds wurde in Zusammenarbeit mit dem Delegierten für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen des Bundes ins Leben gerufen. Gesuche von Betroffenen wurden von einem Ausschuss des Runden Tisches, dem Vertreter von Opfern sowie von verschiedenen Behörden und Institutionen angehören, entgegengenommen und geprüft. Verschiedene Akteure beteiligen sich solidarisch und freiwillig an der Finanzierung des Fonds, darunter insbesondere zahlreiche Kantone, Städte und Gemeinden, aber auch Kirchen, private Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen.

Bis Ende 2015 gingen beim Ausschuss des Runden Tisches insgesamt 1’346 Gesuche ein, deren Prüfung bis Ende 2015 teilweise noch nicht abgeschlossen war. Die Glückskette trat beratend zur Seite und überprüfte stichprobenartig die gefällten Entscheide. Der Spezialfonds unterstützte im Jahr 2015 rund 440 Betroffene mit insgesamt 3,1 Millionen Franken. Aus den vielen Rückmeldungen der Empfängerinnen und Empfänger der Soforthilfe an die Glückskette kam vor allem Dankbarkeit für die Anerkennung des erduldeten Leids zum Ausdruck. Dies könne ihnen zwar ihre Kindheit nicht zurückgeben, sei aber Balsam auf die Wunden und helfe, das Erlebte besser zu verarbeiten und wieder zu Selbstvertrauen zu finden.

Gesuche total

per 31.12.2015: 1'346

Geleistete Unterstützung 2015

440 Betroffene mit insgesamt 3,1 Millionen Franken

4.4 Cala Sannitica


Cala Sannitica ist ein Spezialfonds, gespiesen aus Beiträgen von namentlich einem Grossspender, der zugunsten von bedürftigen Kindern mit Wohnsitz in der Schweiz geht. In diesem Sinne ergänzt dieser Fonds die Einzelfallhilfe der Glückskette in der Schweiz. Im Jahr 2015 wurden 232 Kinder unterstützt durch einen Beitrag an Musik- und Kunstkurse, Sportunterricht, Freizeit- und Ferienaktivitäten oder in Form schulischer Hilfe.

Zahlreiche dieser Kinder wachsen in Einelternfamilien mit wenig finanziellen Mitteln auf. Kulturelle und sportliche Aktivitäten sind für sie nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern tragen auch zur Stärkung der Familienbindung sowie zur Förderung der sozialen, physischen, kognitiven und emotionalen Fähigkeiten dieser Kinder bei. In der Regel belaufen sich die vom Fonds Cala Sannitica gesprochenen Beiträge auf 600 Franken pro Kind, oder maximal 1’500 Franken pro Familie.

5. Kommunikation und Fundraising


Vier Sammelaktionen, mehrere Presse-, Experten- und Reportagereisen sowie die Neulancierung der Online-Spendenplattform prägten die Kommunikationsarbeit der Glückskette im Jahr 2015. Eine besondere Schwierigkeit stellte die zeitgleiche Sammlung für eine Naturkatastrophe (Nepal) und eine Krisensituation (#TogetherForSyria) dar. Es erwies sich als äusserst anspruchsvoll, die Öffentlichkeit auf zwei Themen gleichzeitig aufmerksam zu machen, während die Medien zu dem Zeitpunkt ihre Scheinwerfer fast ausschliesslich auf das Erdbeben in Nepal – dem naturbedingten, neueren und bilderstarken Ereignis – richteten.

Überhaupt gestaltet sich die Kommunikationsarbeit zu humanitären Themen zunehmend schwierig: Einerseits wird humanitäre Hilfe komplexer, nicht zuletzt infolge über Jahre andauernder Konflikte sowie durch die globale Klimaerwärmung zugespitzter Naturkatastrophen. Andererseits entwickelt sich das kommunikative und mediale Umfeld rasant weiter und vervielfältigt sich kontinuierlich.

Als «humanitärer Arm» der SRG und damit Teil des Service public sieht die Glückskette ihren Kernauftrag weiterhin in der Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung zu Solidarität und humanitären Themen. Ebenso verschreibt sich die Stiftung der transparenten Berichterstattung: Die Spenderinnen und Spender sowie die Schweizer Öffentlichkeit sollen kontinuierlich darüber informiert werden, wie die Spendengelder konkret eingesetzt werden und was damit bewirkt wird. Sie sollen hinter die Kulissen der humanitären Hilfe in Katastrophen- und Konfliktsituationen sehen und über deren Erfolge wie Herausforderungen vor Ort erfahren.

5.1 Medienarbeit


Bei ihrer Medienarbeit legte die Glückskette im Jahr 2015 den Akzent auf die Sammelaktionen für Nepal und für Flüchtlinge. So organisierte die Stiftung nur knapp einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben eine erste Pressereise nach Nepal. Zusammen mit fünf Journalistinnen und Journalisten aus der Deutsch- sowie französischen Schweiz besuchte sie die Orte des Geschehens und zeigte im Sinne der vollen Transparenz die Hilfsarbeit der Partnerhilfswerke wie auch die Schwierigkeiten vor Ort auf. Die daraus resultierenden Reportagen zeugen davon, wie schwierig sich der Zugang zu den Betroffenen und damit auch die Soforthilfe durch die Schweizer Hilfswerke gestaltete. Im November 2015 begleitete die Stiftung zwei weitere Journalisten nach Nepal, woraufhin unter anderem Radio SRF 1 drei Reportagen ausstrahlte, welche teilweise auch von RTS, RSI, RTR und Swissinfo übernommen wurden.

Im September 2015 reiste ausserdem der Glückskette-Experte zum Thema Flüchtlinge an die serbisch-ungarische Grenze, begleitet von einem von der SRG organisierten Kamerateam. Die anschliessenden Reportagen und Interviews stiessen auf grosses mediales Interesse und führten die prekäre Situation der Flüchtlinge und Migranten, die sich von einem Tag auf den nächsten vor geschlossenen Grenzen wiederfanden, vor Augen. Darüber hinaus berichteten die SRG-Medien über das ganze Jahr hinweg in verschiedenen Sendungen über die humanitäre Arbeit der Glückskette und ihrer Partnerhilfswerke.

5.2 Online und Social Media


Im Jahr 2015 baute die Glückskette ihre Präsenz auf den sozialen Medien weiter aus und setzte verstärkt auf visuelle Inhalte. Damit soll vermehrt ein breites Publikum, von jung bis alt, angesprochen werden. In diversen Reportagen liess die Stiftung zudem die Opfer direkt zu Wort kommen, beispielsweise vom Erdbeben in Nepal oder von Konflikten in Kolumbien und El Salvador, und illustrierte die Arbeit der Partnerhilfswerke vor Ort.

Darüber hinaus unterstützte die Glückskette das Filmprojekt der Bachelor-Studentinnen Mona Bertschinger und Larissa Schneider. Im Anschluss an die Sammelaktion «Jeder Rappen zählt» 2014 von SRF und der Glückskette haben die zwei Studentinnen den Weg vom Spender bis zur Flüchtlingsfamilie genauer unter die Lupe bzw. vor das Kamera-Objektiv genommen. Der daraus entstandene Dokumentarfilm erklärt nicht nur anschaulich, was mit den Spendengeldern genau passierte und wie die Glückskette bei der Projektprüfung vorging, sondern vermittelt auch einen Eindruck vom Leben einer syrischen Flüchtlingsfamilie im Shatila Camp im Libanon und wie diese vom Bargeldprojekt von HEKS, einem Partnerhilfswerk der Glückskette, profitierte.

Erstmals engagierte sich die Glückskette ausserdem bei zwei Online-Kampagnen, welche die Spendensammlungen für Flüchtlinge begleiteten: #TogetherForSyria (in Zusammenarbeit mit acht Partnerhilfswerken) und #ShowSolidarity4Refugees (Initiative der Glückskette mit Unterstützung von Swisscom). Insbesondere letztere Aktion war dank einer grossen öffentlichen Beteiligung sowie einem breiten Medienecho sehr erfolgreich.

5.3 Spendenprozess


Da zu sein, wo die Spenderinnen und Spender sich aufhalten, ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor. Nach der Lancierung der App «Swiss Solidarity» im Jahr 2014, anhand welcher eine Spende mobil und jederzeit getätigt werden kann, überarbeitete die Glückskette 2015 auch ihren Online-Spendenprozess. Neu können Benutzerinnen und Benutzer einfach und in wenigen Klicks eine Spende tätigen, ob per Kredit- oder Postkarte, Paypal oder Einzahlungsschein. Des Weiteren können Anwenderinnen und Anwender via die Bezahl-App Paymit eine Spende an die Glückskette überweisen, schnell und sicher.

Die Integration dieser verschiedenen Spendenmöglichkeiten erwies sich bereits 2015 als Erfolg: Im Rahmen der Sammelaktion «Jeder Rappen zählt» 2015 erfolgte rund ein Viertel der Spendenversprechen via digitale Kanäle.

6.1 Stiftungsrat


Der Stiftungsrat ist das oberste Organ der Glückskette. Ihm obliegt die Aufsicht über die Glückskette und er definiert deren strategische Ausrichtung. Er delegiert gewisse Aufgaben an den Stiftungsratsausschuss. Im Jahr 2015 traf er sich 3 Mal.

Der Stiftungsrat setzt sich zusammen aus sechs Vertreterinnen und Vertretern der SRG, inklusive Präsidentin und Vize-Präsident, die vom Generaldirektor des Medienhauses nominiert werden, sowie sechs Repräsentantinnen und Repräsentanten der humanitären Hilfe, die entweder aus dem Kreis der Partnerhilfswerke der Glückskette stammen oder das Gremium als unabhängige Experten ergänzen. Die Stiftungsrats-Mitglieder werden von der Stiftung für ihre Arbeitsleistung nicht entlohnt, Spesen werden jedoch zurückerstattet. Die Präsidentin der Projektkommissionen (COPRO-INT und COPRO-CH) und der Direktor der Glückskette sitzen jeweils mit beratender Stimme, ein Vertreter der DEZA als Beobachter ein.

6.1.1 Stiftungsratsausschuss


Der Stiftungsrat delegiert einen Teil der Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsführung der Glückskette an den Stiftungsratsausschuss. Dessen Mitglieder werden vom Stiftungsrat ernannt und setzen sich aus je zwei Vertreterinnen und Vertretern der SRG und der Partnerhilfswerke sowie der Präsidentin des Stiftungsrates zusammen. Der Direktor der Glückskette und die Präsidentin der Projektkommissionen (COPRO-INT und COPRO-CH) haben Einsitz mit beratender Stimme. Der Ausschuss traf sich fünf Mal im Jahr 2015.

6.2 Projektkommission International (COPRO-INT)


Die Projektkommission International analysiert im Detail alle von den Partnerhilfswerken eingereichten Projekte für die Auslandhilfe und befindet über deren Relevanz sowie konzeptuellen und technischen Ausführungsdetails. Die Kommission traf sich im Jahr 2015 zu neun Sitzungen, in denen sie insgesamt 67 Projekte unter die Lupe nahm. Projekte mit einem Finanzierungsbeitrag von unter 200’000 Franken werden jeweils von der Projektabteilung der Glückskette unter Beizug unabhängiger Experten analysiert. Den Finanzierungsentscheid fällt die Direktion. 2015 bewilligte diese 53 Projekte.

Die Projektkommission International, deren Mitglieder vom Stiftungsrat bestimmt werden, setzt sich aus unabhängigen Expertinnen und Experten für humanitäre Hilfe sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der Partnerhilfswerke und der Direktion der Glückskette zusammen. Sie wird von einer unabhängigen Person präsidiert. Neu übernahm diesen Posten ab dem 1. Juli Beata Godenzi. Der scheidende Präsident Göpf Berweger amtierte während über neun Jahren und trug namentlich zur Weiterentwicklung und Professionalisierung der Projektarbeit der Glückskette bei. Seine profunde Sachkenntnis und sein engagiertes aber auch feinfühliges Kommissionsmanagement erlaubten es in den neun Jahren seiner Tätigkeit, vor allem auch in den Jahren, als die Grossprojekte der Tsunami-Sammlung behandelt wurden, immer fachgerecht und im Sinne der betroffenen Menschen zu entscheiden. Der Stiftungsrat, die Projektkommission und die Direktion verdanken ihm seine exemplarische Führung der Kommission.

Um die Unabhängigkeit von den in der Kommission anwesenden Hilfswerken zu gewährleisten, erfolgt der Finanzierungsentscheid in zwei Etappen: Die COPRO-INT gibt eine Empfehlung ab und die Entscheidungskommission (COPRO-DEC), die sich aus der Präsidentin der COPRO-INT und dem Direktor der Glückkette sowie zwei Experten mit beratender Stimme zusammensetzt, fällt den finalen Beschluss.

Die Expertenmitglieder werden durch die Glückskette für Sitzungstage und den Vorbereitungsaufwand zu gängigen Branchentarifen entschädigt, während die Mitglieder aus den Hilfswerken von Amtes wegen teilnehmen. Die Glückskette übernimmt die Sitzungskosten.

6.3 Projektkommission Schweiz (COPRO-CH)


Die Projektkommission Schweiz kommt bei Unwettern oder Katastrophen in der Schweiz zum Einsatz. Sie entscheidet über die punktuelle finanzielle Unterstützung für geschädigte Privatpersonen, Organisationen, Kleinunternehmen und finanzschwache Gemeinden. Den Betrag entnimmt die Glückskette dem Fonds «Unwetter Schweiz», welcher in Folge von Unwettern in den Jahren 2000 und 2005 kreiert wurde. Somit kann die Glückskette auch heute noch unbürokratisch Opfern von Unwettern helfen, bei denen das Ausmass und die Medienaufmerksamkeit nicht gross genug sind, um eine eigene Sammlung durchzuführen.

Unterstützungsgesuche können von Privatpersonen oder – im Falle von mehreren Betroffenen – gruppiert von Gemeindebehörden beim Schweizerischen Roten Kreuz (für die Westschweiz, inkl. Region Bern und Wallis) und Caritas Schweiz (Region Zentral- und Ostschweiz und Tessin) eingereicht werden. Diese untersuchen die Gesuche und geben der Glückskette eine Empfehlung ab. Die Projektkommission Schweiz fällt den abschliessenden Entscheid.

Im Jahr 2015 tagte die COPRO-CH ein Mal. Die Kommission besteht aus drei Experten, je einem Vertreter der mandatierten Partnerorganisationen Schweizerisches Rotes Kreuz und Caritas Schweiz, Vertretern der Glückskette sowie der Präsidentin der Kommission. Die Kommission wird von derselben unabhängigen Person präsidiert wie die COPRO-INT.

6.4 Finanz- und Anlagekommission (COGEFI)


Die Finanz- und Anlagekommission berät den Stiftungsrat der Glückskette und seinen Ausschuss in allen Fragen, die deren Aufsichtspflicht über die Finanzanlagen betreffen. Zudem beurteilt sie die Finanzberichte und wacht über die Anlage- und Finanzstrategie. Ausserdem kontrolliert die COGEFI die Einhaltung von Richtlinien im Zusammenhang mit den Finanzgeschäften der Stiftung.

Der Präsident der Finanz- und Anlagekommission wird vom Stiftungsrat ernannt. Dazu kommen drei Experten, die ebenfalls vom Stiftungsrat gewählt werden. Der Direktor und die Leiterin Finanzen der Glückskette nehmen ständig an den Kommissionssitzungen teil.

6.5 Medienkommissionen


Die Medienkommissionen der Glückskette sind informelle Organe. Mitglieder sind die Kommunikationsverantwortlichen der Glückskette sowie aller Partnerhilfswerke (Mediacom HW) respektive der SRG (Mediacom SRG).

 

Medienkommission Partnerhilfswerke

Die Mediacom HW erlaubt es der Glückskette, ihre Kommunikation und ihr Fundraising mit den Partnern abzustimmen. 2015 traf sich die Kommission zwei Mal und besprach vor allem die Sammlungen Nepal und Flüchtlinge sowie einige Projekte, welche von der Glückskette oder einem Partner lanciert wurden. Neben der Medienkommission traf sich erstmals die «Digital Group». An einem eintägigen Workshop befassten sich die Teilnehmenden der Partnerhilfswerke und der Glückskette mit Fallstudien und den neusten Entwicklungen in der digitalen Kommunikation sowie im Fundraising, wie Peer-to-Peer-Initiativen oder Trends beim Newsletter-Versand.

 

Medienkommission SRG

Im Rahmen der Mediacom SRG tauscht sich die Glückskette mit den Unternehmenseinheiten der SRG über die Abläufe bei Sammeltagen aus, diskutiert allgemeine humanitäre Themen und berichtet transparent über die eingesetzten Spenden. Die Glückskette nimmt jedoch in keiner Weise Einfluss auf die Berichterstattung der SRG-Journalistinnen und –Journalisten, deren Unabhängigkeit garantiert ist.

6.6 Das Team der Glückskette


Direktion

  • Tony Burgener, Direktor und Leiter Kommunikationsabteilung
  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Ernst Lüber, Leiter Projektabteilung
  • Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen

Projektabteilung

  • Ernst Lüber, Leiter Projektabteilung
  • Manolo Caviezel, Projektbeauftragter
  • Stephan Grosse Rüschkamp, Projektbeauftragter (bis 30.6.2015)
  • David Dandrès, Projektbeauftragter (ab 1.10.2015)
  • Irene Flückiger, Projektbeauftragte
  • Fabienne Vermeulen, Verantwortliche Hilfe Schweiz
  • Rahel Bucher, Assistentin Projektabteilung
  • Nicole Bagnoud, Assistentin Sozialhilfe Schweiz

Kommunikation

  • Tony Burgener, Direktor und Leiter Kommunikationsabteilung
  • Daniela Toupane, Kommunikationsbeauftragte und Pressesprecherin Deutschschweiz
  • Sophie Balbo, Kommunikationsbeauftragte und Pressesprecherin Westschweiz
  • Olivier Soret, Verantwortlicher Digital
  • Claudia Blaser, Assistentin Kommunikation
  • Rebecca Bühler, Praktikantin Digital und Social Media
  • Corina Zanetti, Kommunikationsbeauftragte (ab 9.11.2015)
  • Deutschschweiz / Zürich: Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen
  • Italienische Schweiz: Eugenio Jelmini, Delegierter

Finanzen und Administration

  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Graziella della Luce, Verantwortliche Buchhaltung
  • Corinne Mora, Assistentin Administration
  • Joëlle Hainaut, Assistentin Administration
  • Jodok Gschwendtner, Assistent Logistik / Informatik
  • Jasmine Stein, Bürohilfe

6.7 Die Stimmen der Glückskette


An den nationalen Sammeltagen der Glückskette spielen die Medien, insbesondere jene der SRG, eine sehr wichtige Rolle für die Verbreitung des Spendenaufrufs. Für jede Sprachregion der Schweiz haben die Radioprogramme der SRG einen Moderator oder eine Moderatorin bestimmt, welche an nationalen Sammeltagen über die Folgen der Katastrophe und die Sammlung informieren.

In der Deutschschweiz begleitet die SRF-Moderatorin Ladina Spiess (1) die nationalen Sammeltage der Glückskette. Die Journalistin produzierte bis im Mai 2015 die wöchentliche Radiosendung «Glückskette aktuell», die während vieler Jahre Bestandteil des SRF 1-Sonntagsprogramms war. Die Sendung berichtete direkt aus den betroffenen Gebieten, liess Hilfswerke und Begünstigte zu Wort kommen, und informierte detailliert über den Einsatz der Spendengelder. Per Juni 2015 wurde die Radiosendung durch «Doppelpunkt»-Sendungen ersetzt und bringt den Hörerinnen und Hörern seither dank dem längeren Sendungsformat humanitäre Themen sowie die Glückskette in vertieftem Ausmass näher.

In der Romandie ist der RTS-Radio- und Fernsehmoderator Jean-Marc Richard (2) seit 1997 an nationalen Sammeltagen die Stimme der «Chaîne du Bonheur». Er engagiert sich auch regelmässig in verschiedenen Sendegefässen von RTS für humanitäre und soziale Themen, inklusive der Berichterstattung über die Verwendung der Spenden der Glückskette.

In der italienischen Schweiz moderiert Carla Norghauer (3) auf RSI an Sammeltagen der «Catena della Solidarietà» und in der rätoromanischen Schweiz ist die RTR-Radiojournalistin Claudia Cathomen (4) die Stimme der «Chadaina da Fortuna».

7. Partnerschaften


Die Glückskette kann sich in ihrer Tätigkeit auf ein gut funktionierendes System von langjährigen Partnerschaften verlassen. Unterstützung erhält sie in erster Linie von ihrer Trägerin und Medienpartnerin SRG, welche Sammelaufrufe medial und personell begleitet. Nach der Sammlung spielen die akkreditierten Partnerhilfswerke der Glückskette eine zentrale Rolle: Die 25 Schweizer Organisationen realisieren die Hilfsprojekte, die von der Stiftung mitfinanziert werden.

Darüber hinaus arbeitet die Glückskette in spezifischen Bereichen mit weiteren Partnern zusammen. Dazu zählt unter anderem die Swisscom, welche die Sammelaktionen seit Jahren mit ihrer Infrastruktur und Spenden unterstützt.

7.1 Partnerhilfswerke


Die Glückskette ist ihren Spenderinnen und Spendern gegenüber verantwortlich, dass die Gelder effizient und nachhaltig zugunsten der Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten eingesetzt werden. Deshalb arbeitet die Stiftung mit ausgewählten Schweizer Hilfswerken zusammen, welche die Projekte vor Ort nach höchsten Qualitätskriterien umsetzen.

Dazu durchlaufen Partnerorganisationen alle vier Jahre eine Überprüfung zur Akkreditierung, die ihnen das Recht gibt, bei der Stiftung Anträge auf finanzielle Beteiligung für Hilfsprojekte einzureichen. Dabei untersucht die Glückskette mehrere vom Stiftungsrat festgelegte Kriterien, wie beispielsweise die Spezialisierung auf humanitäre Hilfe und/oder Kinderhilfe, die langjährige Erfahrung und gute Vernetzung vor Ort sowie regelmässige und unabhängige Finanzprüfungen und Projektevaluationen. Eine Ausnahmeregelung erlaubt es auch nicht-akkreditierten Hilfswerken Projekte einzureichen, falls sie in einer Region oder auf einem Fachgebiet tätig sind, welches von den akkreditierten Hilfswerken nicht abgedeckt wird. Per 1. Januar 2016 akkreditierte die Glückskette neu das Kinderhilfswerk Save the Children Schweiz.

Die Glückskette ist danach bestrebt, dass ihre humanitäre Hilfeleistung stets den höchsten Standards und «Best Practices» entspricht. Dafür setzt sie sich im Rahmen ihrer laufenden Aktivitäten, aber auch bei Evaluationen wie in Workshops ein, unter anderem indem sie den Kompetenz- und Wissensaustausch zwischen den Partnerhilfswerken in spezifischen humanitären Bereichen fördert. Im Jahr 2015 organisierte sie einen Partnertag zum Thema «Technische Entwicklungen und humanitäre Hilfe» und traf sich mehrmals mit Arbeitsgruppen zu aktuellen und allgemeinen Themen wie z. B. «Disaster Risk Reduction».


ADRA Schweiz, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, berücksichtigt umfassend die Bedürfnisse von Familien, bedürftigen Menschen oder Opfern und fördert deren wirtschaftliche Autonomie und Unabhängigkeit, damit die Würde wieder hergestellt wird.
Brücke · Le pont unterstützt mit dem Programm «Arbeit in Würde» benachteiligte Menschen in Afrika und Lateinamerika. Die Schwerpunkte sind: Berufsbildung, Einkommensförderung und Arbeitsrechte. Angestrebt wird auch die Beteiligung am sozialen und politischen Leben.
Caritas Schweiz hilft Menschen in Not in der Schweiz und weltweit und setzt sich mit dem Netz der regionalen Caritas-Organisationen dort ein, wo Menschen von Armut betroffen sind. Caritas leistet Nothilfe bei Katastrophen und engagiert sich auch im Wiederaufbau.
Die CBM Christoffel Blindenmission Schweiz ermöglicht in Afrika, Asien und Lateinamerika die Vorbeugung von Behinderungen, und dass blinde und anders behinderte Menschen medizinisch betreut, integrativ gefördert und in die Gesellschaft gleichberechtigt einbezogen werden.
Der Christliche Friedensdienst cfd ist aktiv in der Internationalen Zusammenarbeit, in der Migrations- und der Friedenspolitik. Gemeinsam mit lokalen Organisationen unterstützt der cfd Empowerment-Projekte mit Frauen in Palästina/Israel, in Südosteuropa und im Maghreb.
Enfants du Monde ist ein Schweizer Hilfswerk, das benachteiligten Kindern in Bangladesch, Burkina Faso, Niger, Guatemala, El Salvador, Kolumbien sowie auf Haiti eine hochwertige Schulbildung und eine gute Gesundheitsversorgung ermöglicht.
Fastenopfer ist das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz. Der Slogan «Wir teilen» umschreibt das Engagement. Fastenopfer unterstützt in 14 Ländern im Süden und in der Schweiz benachteiligte Menschen dabei ihre Zukunft selber in die Hand zu nehmen.
Handicap International – Schweiz handelt, damit die grundlegenden Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und Schutzbedürftigen in Situationen von Armut und sozialer Ausgrenzung, Konflikten und Katastrophen gedeckt werden und sich ihre Lebensbedingungen verbessern.
Die Heilsarmee ist aktiv in 126 Ländern und Teil der christlichen Kirche. Mit ihren lokalen Partnern engagiert sie sich ohne Diskriminierung für soziale Gerechtigkeit durch Nothilfe, Wiederaufbau, Flüchtlingshilfe, Bildung und Entwicklungszusammenarbeit.
Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz leistet nach Naturkatastrophen sowie während oder nach bewaffneten Konflikten humanitäre Nothilfe und bekämpft im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit die Ursachen von Armut, Hunger und sozialem Elend.
Helvetas Swiss Intercooperation setzt in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa Projekte in den Bereichen Wasser und Infrastruktur, Bildung, Landwirtschaft und Markt, Umwelt, Prävention von Naturkatastrophen sowie Rehabilitation und Wiederaufbau nach Katastrophen um.
IAMANEH Schweiz setzt sich für die Verbesserung, Förderung und den Schutz der Gesundheit ein. Sie unterstützt mit Projekten in Westafrika und im Westbalkan vorwiegend Frauen und Kinder dabei, ihre Zukunft und Entwicklung eigenständig zu gestalten.
Medair hilft weltweit Menschen in Not in entlegenen und vernachlässigten Regionen, Krisen zu überleben, sich in Würde zu erholen und Fertigkeiten zu entwickeln, die sie für den Aufbau einer besseren Zukunft brauchen.
Médecins du Monde Suisse/Ärzte der Welt Schweiz realisiert Projekte der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit insbesondere für Mütter, Kinder und hilfsbedürftige Menschen. Ziel ist es diesen Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen.
Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen, eine internationale, unabhängige, humanitäre Hilfsorganisation, leistet medizinische Nothilfe für Menschen, die von bewaffneten Konflikten, Epidemien, mangelhaften Gesundheitssystemen und Naturkatastrophen betroffen sind.
Nouvelle Planète unterstützt effiziente und nachhaltige Projekte dynamischer lokaler Gruppierungen in ländlichen Gebieten von Afrika, Asien und Lateinamerika. Die lokalen Partner werden in ihren Initiativen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen unterstützt.
Solidar Suisse setzt sich weltweit für eine gerechtere Gesellschaft ein. Solidar engagiert sich für faire Arbeitsbedingungen und mehr Demokratie und leistet humanitäre Hilfe bei Katastrophen. In der Schweiz führt Solidar Informationskampagnen durch.
Das Schweizerische Rote Kreuz ist in der Katastrophenhilfe und im langfristigen Aufbau der Gesundheitsversorgung in Afrika, Asien und Lateinamerika engagiert. Die Organisation kämpft gegen die Armutsblindheit, gegen Epidemien inklusive Aids und bildet Freiwillige aus.
SolidarMed ist die Schweizer Organisation für Gesundheit in Afrika und verbessert die Gesundheitsversorgung von 1,5 Mio. Menschen in Lesotho, Mosambik, Tansania, Sambia und Zimbabwe, stärkt das vorhandene medizinische Angebot nachhaltig und baut es sinnvoll aus.
Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi engagiert sich in elf Ländern weltweit für den Zugang zu qualitativ guter Bildung für Kinder und Jugendliche. In der Schweiz fördert sie mit erlebnispädagogischen Projekten die interkulturelle Kompetenz von Schülerinnen und Schülern.
Swissaid ist in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und nimmt auch in der Schweiz auf entwicklungspolitische Fragen Einfluss.
Swisscontact, die wirtschaftsnahe unabhängige Stiftung für internationale Entwicklungszusammenarbeit, ist in 28 Ländern vertreten und fördert die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung mit dem Ziel der wirksamen Einkommens- und Beschäftigungsförderung.
Terre des hommes – Kinderhilfe weltweit plant und realisiert in mehr als 30 Ländern rund um den Globus konkrete Projekte für Gesundheit und Kinderschutz. Jedes Jahr wird das Leben von zwei Millionen Kindern und deren Angehörigen verbessert
terre des hommes schweiz setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Jugendlicher in zehn Ländern des Südens ein. In der Schweiz wird zur Ungleichheit zwischen Nord und Süd informiert und sensibilisiert sowie zu Solidarität ermutigt.
Vivamos Mejor setzt sich ein für eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen in Lateinamerika. Die Stiftung engagiert sich dazu im Bereich der Vorschul- und Berufsbildung sowie im Bereich der Wassernutzung und bäuerlichen Existenzsicherun.

7.2 SRG


Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz und wurde während 37 Jahren als Teil der SRG verwaltet. Im Jahr 1983 wurde die Stiftung vom damaligen SRG-Generaldirektor Leo Schürmann in die Unabhängigkeit entlassen.

Trotz dieser Unabhängigkeit besteht in mehrfacher Hinsicht nach wie vor eine sehr enge Verbundenheit mit der SRG. So ist die SRG im Stiftungsrat der Glückskette mit sechs Mitgliedern vertreten: Die Präsidentin, der Vizepräsident und vier weitere Mitglieder dieses Gremiums werden von der SRG bestimmt. Die Stiftung profitiert dabei von der Expertise und der Erfahrung des Medienhauses.

Darüber hinaus leistet die SRG zentrale und umfassende Unterstützung, ohne die sich die Spendensammlung für die Glückskette wesentlich schwieriger und kostspieliger gestalten würde. In der Tat entsteht auf keiner anderen Plattform ein vergleichbares Spendenvolumen. An nationalen Sammeltagen ist die Stiftung auf allen Hauptkanälen der SRG und in allen Landesteilen präsent. Dazu stellt das Medienhaus mehrere Sendestudios zur Verfügung, blendet den Spendenaufruf der Glückskette ein und sensibilisiert die Schweizer Bevölkerung zu humanitären Notsituationen.

In verschiedenen TV- und Radio-Sendungen berichtet der Service public zudem regelmässig über humanitäre Themen, beleuchtet kritisch den Einsatz der Spendengelder und die Arbeit der Glückskette, und lässt Hilfswerke sowie Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten zu Wort kommen. Das wirkt auch identitätsstiftend, ganz im Sinne der humanitären Tradition, Neutralität und Solidarität der Schweiz.

Im Jahr 2015 fanden vier Sammelaktionen – für Nepal, die Kampagne #TogetherForSyria, Flüchtlinge sowie «Jeder Rappen zählt» – statt, die allesamt von der SRG mitgetragen wurden. Insbesondere die thematische Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» wird vom Service public massgeblich mitorganisiert und durch Spezialsendungen gefördert. Vertreterinnen und Vertreter von SRF reisten zudem nach Kolumbien, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen von der Arbeit der Glückskette und ihrer Partnerhilfswerke.

7.3 Swisscom


Swisscom ist ein langjähriger Partner der Glückskette. Das Unternehmen stellt der Stiftung seine Dienstleistungen zur Verfügung und trägt so zu deren Betrieb bei. Während Sammelaktionen sorgt das Unternehmen für die notwendige Infrastruktur (wie Telefonleitungen und die Gratisnummer 0800 87 07 07), damit auf der Sammelzentrale angerufen und Spendenversprechen entgegen genommen werden können. Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag zu den Betriebskosten der Stiftung.

2015 konnte die Glückskette im Rahmen von zwei Sammlungen auf die Unterstützung des Telecom-Anbieters zählen. Am 5. Mai sowie am 15. September stellte dieser 130 Telefonlinien in vier Sammelzentralen bereit.

Darüber hinaus unterstützt Swisscom die humanitäre Hilfe der Glückskette auch finanziell. Bei deren Sammelaktionen bezieht sie zudem ihre Mitarbeitenden mit ein, die beispielsweise über 100’000 Franken für Flüchtlinge spendeten, welche das Unternehmen auf 200’000 Franken verdoppelte («Matching Gift»).

7.4 Emergency Appeals Alliance


Gemeinsam kann oft mehr bewirkt werden als im Einzelgang. Dies zeigt sich auch im Fundraising für humanitäre Katastrophen, wo sich kollektive Spendenaufrufe wie auch Partnerschaften mit Medien und dem Privatsektor auszahlen. Im Rahmen der 2008 ins Leben gerufenen «Emergency Appeals Alliance» (EAA) vereinen sich die Glückskette und neun weitere, ihr ähnliche Organisationen aus verschiedenen Ländern. Über den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu Themen wie gemeinsame Spendenaufrufe, «Best Practices» in der humanitären Hilfe oder gute Organisationsführung hinaus will sich der Verbund auch als Ansprechpartner für globale Medien und Akteure des Privatsektors etablieren.

Im Jahr 2015 legte sich die EAA eine neue visuelle Identität zu, mit einem eigenen Logo und Webauftritt. Darüber hinaus begrüsste der Verbund, dessen Präsidium 2015 von der Glückskette wahrgenommen wurde, zwei neue Mitglieder (Japan, Österreich). Nebst der regulären Jahrestagung trafen sich die zehn Organisationen ausserdem anlässlich des Partnertages der Glückskette. Sowohl die EAA-Mitglieder als auch die Schweizer Partnerhilfswerke nutzten diese Gelegenheit, um sich fachlich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Für 2016 will die EAA insbesondere die Koordination innerhalb der Gruppe weiter ausbauen und professionalisieren.

7.5 Weitere Partner


Im Jahr 2015 konnte die Glückskette auf die Unterstützung weiterer Partner zählen. Die nachfolgende Aufzählung ist nicht abschliessend:

 

  • Privatradios pro Glückskette: Teilnahme an der Medienreise nach Nepal und an allen Sammeltagen. Das Engagement der Privatradios ist exemplarisch und hilft der Glückskette beim Aufruf für Sammlungen sowie bei der Rechenschaftsablegung.
  • Post: Auflegen von Einzahlungsscheinen der Glückskette in allen Poststellen während des ganzen Jahres und Spendenmöglichkeit am Postomat während Spendenaktionen.
  • Banque Cantonale Vaudoise: Unterstützung des Betriebsbudgets und fachliche Unterstützung.
  • Revisoren Mazars: Unterstützung des Betriebsbudgets und fachliche Unterstützung.
  • Keystone: Unterstützung während der verschiedenen Spendensammelaktionen durch freie Auswahl an aktuellen Bildern aus Katastrophen- und Krisengebieten.
  • Swiss TXT: Unterstützung aller Spendenaufrufe.
  • Migros: Spenden von Cumulus-Punkten durch Migros-Kunden an Sozialhilfe Schweiz in der Höhe von 5’625 Franken, welche die Glückskette der Organisation Le Trialogue (Genf) und dem Verein Jobdach, Obdach Notschlafstelle (Luzern) weitergab.

8. Finanzstrategie


Wie jedes Jahr hat die Glückskette die ihr anvertrauten Spendengelder, bis sie eingesetzt werden können, bei verschiedenen Banken angelegt. Die von der Finanz- und Anlagekommission (COGEFI) genehmigte und kontrollierte Finanzstrategie 2011 – 2015, die sich hinsichtlich der Mission der Glückskette bewährt hat, wurde im Berichtsjahr bekräftigt und bis 2020 verlängert. Dabei stehen Vorsicht, Diversifizierung und Kapitalerhaltung im Vordergrund. Im Sinne der Transparenz zielt die Stiftung darauf ab, die nötige Liquidität für die Finanzierung laufender Projekte zu gewährleisten sowie ein bestimmtes Einkommen zu erzielen, um die Betriebskosten so weit als möglich zu decken. Sollten diese nicht gedeckt werden können, kann die Glückskette auf ihre Reserven zurückgreifen oder maximal 5 % von den Spenden der grösseren Sammelaktionen abbuchen.

Die Risiken werden möglichst klein gehalten und von der Direktion sowie zwei Finanzberatungsfirmen (1875 FINANCE und PPC Metrics) laufend überwacht. Das Anlagevermögen ist dreigeteilt: flüssige Mittel und kurzfristige Geldanlagen (weniger als zwölf Monate), mittelfristige Anlagen (12 bis 48 Monate) und langfristige Investitionen (länger als vier Jahre). Der letzte Teil wurde bei zwei Finanzinstituten angelegt. Darüber hinaus hat die Stiftung insgesamt 2,5 Millionen Franken in zwei Mikrofinanzfonds (BlueOrchard und Symbiotics) investiert.

Das im Jahr 2015 erreichte finanzielle Ergebnis reicht nicht aus, um die Betriebskosten der Glückskette zu decken. Dies ist primär auf das volatile Finanzumfeld, insbesondere infolge des Abrückens vom Euro-Mindestkurs durch die SNB Anfang 2015, zurückzuführen. Die Nettoausgaben beliefen sich auf 3’783’255 Franken, das Finanzergebnis auf 435’744 Franken. Gemäss Beschluss des Stiftungsrates wurde der Negativsaldo einerseits durch die Entnahme von 2,5 % bzw. 1’059’454 Franken aus dem Fonds «Taifun Haiyan» gedeckt, und andererseits durch die Auflösung eines Teils der Reserven, in der Höhe von 2’300’000 Franken. Der Auditbericht der Revisoren Mazars SA vom Februar 2016 enthielt keine speziellen Kommentare.

IMPRESSUM

Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der

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