Jahresbericht 2016

Vorwort Ladina Heimgartner, Präsidentin


«Noch näher dran» – so lautet kurz und bündig das Motto der «neuen» Glückskette. Der Stiftungsrat hat im Jahr 2016 den im letzten Jahr lancierten Strategieprozess für die Jahre 2017 bis 2020 abgeschlossen. Es freut mich sehr, bereits in diesem Jahresbericht einen ersten Überblick dazu liefern zu können.

Nicht nur in der humanitären Hilfe, sondern auch in der Kommunikation, im Fundraising oder in den Bereichen Unternehmensführung und Finanzen lassen sich tiefgreifende Veränderungen feststellen. Wir wollen diese Herausforderungen aktiv angehen und sind überzeugt, dass dies am besten gelingt, wenn wir noch enger mit unseren Partnern kooperieren, wenn wir die von Katastrophen betroffenen Menschen noch effektiver und nachhaltiger unterstützen, aber auch, wenn wir unsere Spenderinnen und Spender und ihre Erwartungen an die Glückskette noch besser kennen.

Bei den Partnern betrifft dies in erster Linie natürlich die 25 Partnerorganisationen der Glückskette sowie die Schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft SRG SSR als Stifterin der Glückskette. Die Glückskette will mit ihnen allen den Dialog weiter verstärken, strategischer miteinander arbeiten und das gegenseitige Vertrauen noch stärker vertiefen.

Dies soll dazu führen, dass die Schweizer Partnerhilfswerke der Glückskette mehr Autonomie und Flexibilität in der Ausgestaltung der Aktivitäten im Feld erhalten – insbesondere in den akuten Phasen nach einer Katastrophe. Die Glückskette möchte sich dem gegenüber in späteren Phasen regelmässig mit den Expertinnen und Experten und Spezialistinnen und Spezialisten der Hilfswerke vor Ort austauschen. Es soll eine teilweise Verlagerung des Dialogs von den Hauptsitzen in der Schweiz ins Feld stattfinden, bei der auch die lokalen Akteure, etwa Regierungen und lokale Nicht-Regierungsorganisationen, besser eingebunden werden können.

Wir sind überzeugt, dass dieser neue Ansatz dazu führt, dass die Partnerhilfswerke dank der Unterstützung der Glückskette noch schneller und effektiver helfen können, wenn die Not gross ist und die Zeit drängt, und dass der anschliessende vertiefte und professionelle Dialog zwischen der Glückskette, den Hilfswerken vor Ort sowie weiteren lokalen Akteuren ein permanentes gemeinsames Lernen und Verbessern mit sich bringt.

Mit der SRG wollen wir das Bewährte – wie etwa die einzigartigen Sammeltage bei grossen Katastrophen – beibehalten, zusätzlich aber auch neue Wege erkunden, wie die Glückskette weit über die traditionellen Kanäle von Fernsehen und Radio auch junge Leute besser erreichen kann. Die Beispiele von «Jeder Rappen zählt» in der Deutschschweiz und der im letzten Jahr erstmals durchgeführten Aktion «Cœur à Cœur» in der Westschweiz haben gezeigt, dass sich Spenderinnen und Spender über die digitalen Kanäle und sozialen Medien aktiver und intensiver in die Hilfsaktionen einbringen können. Sie werden zu aktiven Botschafterinnen und Botschaftern der humanitären Hilfe in der Schweiz.

Ladina Heimgartner
Präsidentin

Vorwort Tony Burgener, Direktor


Die neue Unternehmensstrategie 2017 bis 2020 der Glückskette wird einschneidende Folgen für ihre Arbeitsweise haben. Der Stiftungsrat erwartet jetzt von der Direktion, dass sie mit Kraft und Mut an die Umsetzung geht. Eine erste Grundlage konnte schon im Jahr 2016 gelegt werden. Die grossen Umsetzungsschritte werden aber erst 2017 und 2018 folgen.

Die Direktion ist besonders erfreut darüber, dass der Stiftungsrat in verschiedenen Bereichen neue Pfade beschreiten möchte. So steht neu im Leitbild, dass die Glückskette den Wissensaustausch unter den Partnern wie auch die Förderung der humanitären Hilfe stützen soll.

All dies soll den Partnern natürlich einen Mehrwert bieten. Nachdem die Glückskette während Jahren als eine Art Bankomat der Schweizer Hilfswerksszene angesehen wurde, sich dann aber zu einer professionellen und anerkannten Geldgeberin entwickelte, will der Stiftungsrat heute die Rolle noch ausweiten und die Plattform Glückskette noch dynamischer gestalten.

Der 70. Jahrestag der Gründung der Glückskette, der mit einem festlichen aber auch informativen Anlass in Bern gefeiert wurde, hat aufgezeigt, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Innovation ist nicht nur ein Schlagwort der humanitären Szene, sondern ein Muss im humanitären Verdrängungskampf. Wer sich operationell, kommunikativ und auch im Fundraising nicht neu aufstellt, wird es in einigen Jahren sehr schwer haben. Dies gilt für eine Stiftung wie die Glückskette, aber auch für alle Schweizer Hilfswerke, welche dem rauen Wind der Konkurrenz noch stärker ausgesetzt sind.

Mit ihrer neuen Strategie will die Glückskette allen diesen Gegebenheiten Rechnung tragen und gemeinsam mit der SRG die Schweizer Partnerhilfswerke als «Partner mit Mehrwert» voll unterstützen.

Tony Burgener
Direktor

Neue Unternehmensstrategie 2017 - 2020


Die neue Strategie der Glückskette gibt klare und konkrete Antworten auf die Herausforderungen, welchen sich die Stiftung und alle humanitären Organisationen in den nächsten Jahren stellen müssen.

In der humanitären Hilfe hat der Begriff «Grand Bargain» Einzug gehalten. Er war das konkrete Resultat des ersten humanitären Weltgipfels, welcher im vergangenen Jahr in Istanbul stattfand. «Grand Bargain» ist der Name für ein Paket von Reformen, welches von 30 Vertreterinnen und Vertretern von Geldgebern für humanitäre Hilfe und Hilfsorganisationen lanciert wurde, um gemeinsam noch effizienter den Menschen in ärgster Not zu helfen. Es beinhaltet 51 Reformen und steht konkret für eine bessere Einbindung lokaler Kräfte, sei es von Regierungen oder nationalen NGOs, in die internationale humanitäre Hilfe. «Grand Bargain» setzt unter anderem auf verstärkte Bargeldhilfe. Die betroffenen Bevölkerungen sollen auch eine aktivere Mitsprache erhalten und zu eigenständigen, widerstandsfähigen Akteuren werden. Geldgeber sollen unter diesem neuen Ansatz den Hilfswerken mehr Spielraum bieten, längerfristige Programme unterstützen, das Reporting vereinheitlichen und Innovation fördern.

Die Hilfe in der Schweiz soll nach dem Ansinnen des Stiftungsrates der Glückskette in den kommenden Jahren zusätzlich verstärkt werden. Der in den Statuten verankerte Bereich der Sozialhilfe soll künftig im Gegensatz zur heutigen Einzelfallhilfe vermehrt auf die Unterstützung von Projekten setzen. Bei der inländischen Katastrophenhilfe will die Glückskette auch ärmeren, von Katastrophen betroffenen Gemeinden stärker unter die Arme greifen.


In der Kommunikation und im Fundraising eröffnet der digitale Wandel neue Möglichkeiten, um Spenderinnen und Spender stärker einzubinden. Der Stiftungsrat ist darauf bedacht, Bewährtes – etwa die traditionellen nationalen Sammeltage – zu erhalten, wünscht aber, dass insbesondere das jüngere Publikum über die digitalen Kanäle und die sozialen Medien gezielter angesprochen wird. Jüngere Spenderinnen und Spender warten nicht mehr auf einen Aufruf über Radio und Fernsehen, um dann per Telefon ein Spendenversprechen abzugeben. Sie wollen zur richtigen Zeit, mit der richtigen Botschaft und mit authentischen und aussagekräftigen Bildern informiert werden, um dann mit einem Klick zu spenden. Soziales Engagement ist und bleibt ein wichtiger Wert für die Schweizer Bevölkerung – auch für die Jugend, wie zuletzt etwa das Jugendbarometer von gfs.bern 2016 aufgezeigt hat. Gerade die sozialen Medien bieten dafür eine ideale Plattform. Auch wenn die Glückskette schon sukzessive diesen Weg eingeschlagen hat, erwartet der Stiftungsrat eine noch dynamischere Entwicklung.

Die SRG hat sich im Rahmen des Strategieprozesses voll und ganz zur Glückskette bekannt. Die Stiftung ist ein wichtiger Bestandteil der sozialen Verantwortung des Medienhauses wie auch des Service public. Die Glückskette kann und soll nach den Vorstellungen des Stiftungsrates auch von den strategischen Überlegungen ihres Mutterhauses profitieren und noch besser im digitalen Angebot der SRG verankert werden.

Bezüglich der Finanzen ist sich der Stiftungsrat bewusst, dass das derzeitige Modell zur Deckung der Betriebskosten über Erträge von Finanzanlagen nicht mehr immer funktioniert. Die Direktion wird beauftragt, Alternativmodelle zu finden, mit dem erklärten Ziel, so wenig Spendenerträge wie möglich zu tangieren. Nachholbedarf besteht zudem bei der Umsetzung der Finanzstrategie 2011 – 2020, welche in den kommenden Jahren noch stärker auf sozialverträgliche Investitionen setzen soll. Der Ausbau dieses Ansatzes entspricht dem Bedürfnis der Stiftung, auch durch finanzielle Anlagen eine nachhaltige Wirkung zu erzielen und nicht nur wie bisher auf Ausschlusskriterien (Waffen, Alkohol, Nikotin usw.) zu setzen. Die neuesten Entwicklungen der Finanzwelt in diesem Bereich bieten sehr viele interessante Möglichkeiten.

Auch die Führung der Glückskette wurde in der Strategiediskussion mit Blick auf die Standards der «guten Unternehmensführung» diskutiert, wobei die Frage der Interessenvertretungen von SRG und Hilfswerken in den Gremien der Glückskette im Zentrum standen. Die Glückskette ist sich bewusst, dass eine solide Unternehmensführung die Grundlage für ein verantwortungsbewusstes Arbeiten bildet. Daher wird dieses Thema in den kommenden Jahren im Detail unter die Lupe genommen.


Aufgrund der neuen Herausforderung ist der Stiftungsrat etappenweise vorgegangen. Er hat sich dabei im Detail mit der Identität der Glückskette befasst und sowohl eine neue Mission als auch ein neues Leitbild ausgearbeitet.

Die Identität der Glückskette basiert auf ihrer nun über 70-jährigen Geschichte, ihren Aktivitäten sowie auch der Glaubwürdigkeit der Stiftung, welche von den Spenderinnen und Spendern seit Jahrzehnten als die Nummer 1 der Spendenorganisation für Einsätze im Katastrophenfall wahrgenommen wird (Gfs-Umfragen bis 2014, Demoscope-Umfrage 2015). Man vertraut darauf, dass sie schnelle, effiziente und kompetente Antworten auf eine Katastrophe findet.

Dieser Identität trägt die Glückskette auch in der neuen Vision Rechnung:

Die Glückskette ist eine professionelle Geldgeberin, visionär, innovativ und pionierhaft, und als solche in der Schweiz und im Ausland geschätzt. Die Glückskette vereint die Solidarität der Menschen aus allen vier Schweizer Landesteilen und trägt diese zu den Menschen in Not.

Die neue vom Stiftungsrat ausgearbeitete Mission trägt auch dem Umstand Rechnung, dass sich die Glückskette in den letzten 15 Jahren von einer Sammelorganisation zu einer professionellen Geldgeberin gewandelt und dadurch ihre besondere Stellung in der humanitären Hilfe der Schweiz weiter gefestigt hat.

Die Glückskette: Näher dran


Der Stiftungsrat einigte sich auch auf eine klare Botschaft für ihre Strategie 2017 – 2020, die da heisst: «Noch näher dran». Näher an den Spenderinnen und Spendern, näher an den betroffenen Bevölkerungen, näher an den Partnerorganisationen sowie näher an der SRG und anderen Medien.

Die grafische Darstellung dieser Strategie erlaubt es, klar und konkret aufzuzeigen, was unter diesem Motto zu verstehen ist. Jeder einzelne Punkt ist mit einem Massnahmenkatalog verbunden, welcher in den kommenden zwei bis drei Jahren umgesetzt wird.

Näher bei der betroffenen Bevölkerung


Die Glückskette will den Weg des «Grand Bargain» gehen, welcher am humanitären Gipfel in Istanbul 2016 vorgezeichnet wurde. Das heisst, dass die Hilfe vermehrt von lokalen NGOs durchgeführt wird und die Schweizer Partner, wo möglich, auf solche lokale Partner setzen. Die «Core Humanitarian Standards» verpflichten die Schweizer Partner, die betroffenen Bevölkerungen in die Planung einzubinden und ihnen gegenüber Verantwortung für die Resultate zu übernehmen. Die lokale Bevölkerung soll auch in der Kommunikation der Glückskette eine «unabhängige Stimme» erhalten.

Die Glaubwürdigkeit der Glückskette steht und fällt mit der erzielten Wirkung der Spenden vor Ort. Diese möglichst hoch zu halten und zu messen, wird immer wichtiger. Gemeinsam mit ihren Partnern wird die Stiftung noch vermehrt auf Echtzeit-Evaluationen zurückgreifen, um schon während der Projekt- und Programmumsetzung einen genauen Einblick in die Wirkung zu erhalten und allenfalls korrigierend einzugreifen.

In der Schweiz bestehen bereits die beiden Unterstützungsfonds zugunsten von Jugendlichen in Not und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Andere Fonds in den Bereichen Armutsprävention, Bildung und/oder Schuldenprävention werden ins Auge gefasst. Damit sollen vermehrt Projekte unterstützt werden. Die Ausrichtung der Einzelfallhilfe soll genauer überprüft werden.

Näher bei den Spenderinnen und Spendern


Die Glückskette will den Mehrwert, den sie den Spenderinnen und Spendern bietet, besser aufzeigen. Die Spendengenerierung verläuft bei der Glückskette dank der Unterstützung der SRG SSR beinahe ohne Kosten. Den Spenderinnen und Spendern wird weiterhin garantiert, dass die Stiftung nur mit ausgewiesenen Partnern arbeitet und gemeinsam mit ihnen und Spezialisten die Projekte evaluiert und kontrolliert. Solche Informationen müssen attraktiv und klar kommuniziert und über die geeigneten Kommunikationskanäle zugänglich gemacht werden.

Die Stiftung muss sich spezifischer und mit den geeigneten Mitteln an die verschiedenen Gruppen von Spendenden wenden, um ihnen nicht nur den Mehrwert der Glückskette aufzuzeigen, sondern auch attraktive Mittel zur Spendengenerierung und/oder den Spendeneinsatz aufzuzeigen.

Die Glückskette will dabei auch ein jüngeres Publikum besser erreichen und es für die humanitäre Hilfe aber auch die humanitäre Tradition der Schweiz sensibilisieren. Spezielle Events wie «Jeder Rappen zählt» sind geeignet, dies zu tun. Die Schweiz soll auch in Zukunft Spendenweltmeister bei humanitären Katastrophen sein.

Näher bei den Partnerhilfswerken


Die Glückskette will in Zukunft noch stärker vor Ort präsent sein und mit den Partnern wie auch den Betroffenen im Katastrophen- oder Krisengebiet die besten Wege und Mittel suchen, um effizient und wirksam zu helfen. Dank ihren Beziehungen zu den Schweizer Hilfswerken im Feld kann sich die Glückskette jeweils ein sehr grosses Wissen aneignen, das sie vermehrt mit allen ihren Partnern teilen möchte.

Einen wichtigen Meilenstein wird die Einführung des Programmansatzes darstellen: Bei ganz grossen Katastrophen und Sammlungen müssen die Hilfswerke nicht mehr wie bis anhin einzelne Projekte und ihre Folgeprojekte für mehrere Jahre vorlegen. Neu haben sie zusätzlich zu den Projekten die Möglichkeit, ein kohärentes Gesamtprogramm für den Wiederaufbau einzureichen. Dieses kann verschiedene Aspekte wie Unterkunft, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung, Einkommensgenerierung oder Präventionsprojekte umfassen.

Auch will die Glückskette noch stärker auf spezialisierte Organisationen zurückgreifen, die bei ihr nicht akkreditiert sind, die aber in einem spezifischen Bereich oder in einer spezifischen Region einen echten Mehrwert bieten. Dies können auch lokale Organisationen sein.

Eine neue Innovationsplattform soll in Zukunft den Austausch von neuen Ansätzen in allen Bereichen der Hilfswerke (operationell, Kommunikation, Fundraising, Finanzen usw.) fördern. Es wird auch ein spezieller Fonds für Innovationsprojekte eingerichtet.

Näher bei der SRG SSR und anderen Medien


Die Glückskette ist Bestandteil der SRG SSR und damit Teil ihrer Erfolgsgeschichte. Ohne die SRG gäbe es keine Glückskette. Ohne ihr Mutterhaus würde die Stiftung ihren Mehrwert für Spenderinnen und Spender und Schweizer Partnerhilfswerke verlieren. Um den Erfolg weiterhin zu garantieren, muss die Glückskette auf Bewährtes setzen, etwa die legendären Sammeltage, aber zugleich im Gleichschritt mit der SRG die gemeinsamen Sammelaktivitäten im Radio und Fernsehen auch in den digitalen Medien verankern.

Der Stiftungsrat hat im neuen Leitbild die Absicht verankert, dass die Glückskette «den Wissensaustausch und die Kompetenz im Bereich der humanitären Hilfe» fördert. Dies positioniert die Stiftung als Meinungsbildnerin im schweizerischen humanitären Umfeld. Durch ihr transversales Wissen verfügt die Stiftung über Informationen und Analysen, welche auch für die Medien von Interesse sein können. Eine zusätzliche Stimme im humanitären Umfeld fördert das Interesse der Medien in diesem Bereich.

Als wichtigster Stakeholder hat die SRG auch eine grosse Verantwortung in der Führung der Glückskette. Sie will dieser vollumfänglich gerecht werden und die Unternehmensführung der Stiftung, die seit ihren Anfängen im Jahr 1983 nicht mehr überarbeitet wurde, gezielt modernisieren.

Sammlungen und Projekte im Ausland


2016 war für die Glückskette ein durchschnittliches Sammeljahr mit rund 18 Millionen Franken Spendeneinnahmen.

Im Gegensatz dazu lief aber die Finanzierung von Projekten der Partnerhilfswerke weltweit inklusive der Schweiz mit rund 45 Millionen Franken auf Hochtouren.

Dies illustriert auf eindrückliche Weise wie Einnahmen und Ausgaben bei der Glückskette nicht linear verlaufen.

Die Einnahmen hängen von der Aktualität ab und variierten in den letzten Jahren zwischen 10 und über 100 Millionen Franken pro Jahr; die Ausgaben hingegen pendelten sich bei rund 50 Millionen Franken pro Jahr ein.

Einnahmen und Ausgaben betreffen auch nicht immer dieselben Länder.

So nahm die Glückskette im Jahr 2016 Spenden für die die Opfer des Wirbelsturms Matthew, für Opfer der Klimakatastrophe in Afrika, zugunsten von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen («Jeder Rappen zählt» 2016) und für von Armut betroffenen Menschen in der Schweiz («Coeur à Coeur») entgegen.

Die Ausgaben betrafen hingegen vor allem Projekte zugunsten von Vertriebenen und Flüchtlingen (Sammlung seit 2015) mit Schwerpunkt Syrien. Auch Projekte in Haiti (Erdbeben 2010), auf den Philippinen (Taifun Haiyan 2013) und in Nepal (Erdbeben 2015) wurden weiter unterstützt.


Die Glückskette verzichtete auf einen Spendenaufruf für die Erdbebenopfer in Italien, da die italienische Regierung nicht zu internationaler Hilfe aufgerufen hatte. Spontan eingegangene Spenden für Italien konnten dank dem Schweizerischen Roten Kreuz und deren Schwesterorganisation vor Ort eingesetzt werden. Auch im Zusammenhang mit dem schweren Erdbeben in Ecuador verzichtete die Glückskette auf einen Spendenaufruf, da nicht genügend Partnerhilfswerke vor Ort aktiv waren. Sie stellte aber denjenigen, welche zur Hilfe eilten, zwei Millionen Franken aus dem permanenten Fonds Lateinamerika und Karibik zur Verfügung.

Ohne die Unterstützung der SRG wären die guten Sammelergebnisse nicht möglich gewesen. In allen vier Landesteilen wiesen Radio und Fernsehen im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm Matthew während mehreren Tagen konsequent auf den Spendenaufruf der Glückskette hin, zeigten die schwerwiegenden humanitären Folgen der Katastrophe und berichteten über die Arbeit der Hilfswerke vor Ort.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1946 arbeitet die Glückskette mit Schweizer Partnerhilfswerken zusammen und finanziert deren Projekte in Krisenregionen. Diese sind gut etabliert, erfahren in der humanitären Hilfe und vor Ort gut vernetzt.

Im Jahr 2016 bewilligte die Glückskette im Rahmen ihrer internationalen Hilfe 126 Projekte für rund 42 Millionen Franken.

Neben dem traditionellen Schwerpunkt auf Hilfe nach Naturkatastrophen ging ein beträchtlicher Teil der Spendengelder an Projekte zugunsten von Opfern von Konflikten und Krisen, welche teilweise bereits seit Jahren andauern – wie etwa die Konflikte in Syrien und im Irak.

Neben überlebenswichtigen Nothilfemassnahmen versucht die Glückskette in diesen Situationen längerfristig ausgerichtete Projekte zu unterstützen, welche nachhaltige Perspektiven schaffen sowie die Widerstandskraft der betroffenen Menschen stärken.

Haiti


Die Glückskette lancierte am 7. Oktober 2016 einen Spendenaufruf für die Opfer des Wirbelsturms Matthew. Es war für die Direktion schwer einzuschätzen, welches Ausmass an Verwüstung der Wirbelsturm anrichten würde. Schliesslich verzichtete die Stiftung auf einen Sammeltag, wurde aber von den Unternehmenseinheiten der SRG während mehreren Tagen mit Spendenaufrufen kräftig unterstützt. Als Resultat kamen dank zahlreichen Kleinspenden und überdurchschnittlich vielen Grossspenden von Privaten, Kantonen und Gemeinden über sieben Millionen Franken zusammen.

Für Projekte zugunsten der Betroffenen stellte die Glückskette ihren Partnern schon ab dem ersten Tag eine Million Franken aus dem Fonds Lateinamerika und Karibik zur Verfügung, so dass diese schnell, direkt und unbürokratisch an die Arbeit gehen konnten. Bis Ende Jahr wurden fünf Projekte finanziert, welche den Zugang zu sauberem Trinkwasser, Nahrung, Material für die Reparatur der Häuser und Saatgut ermöglichten.

Auch sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 liefen Ende 2016 noch zwölf Projekte zugunsten der Erdbebenopfer. Die Hilfswerke befanden sich dabei in der Konsolidierungsphase, in der die Kapazitäten der lokalen Strukturen gestärkt sowie Massnahmen zur Verminderung der Risiken bei erneuten Katastrophen ergriffen wurden. Diese umfasste sowohl die Aufforstung ganzer Hänge wie auch die Absicherung von Quellen und Wasseranlagen.

Spenden total Erdbeben Haiti

64'241'179 CHF

per 31.12.16 eingesetzt und bereitgestellt: 62'203'487 CHF

Spenden total Wirbelsturm Matthew

7'753'872 CHF

Hilfswerke in Haiti

ADRA, Hôpital Albert Schweitzer, Caritas Schweiz, DEZA, Enfants du Monde, EIRENE, Fastenopfer, Grupo Sofonias, Handicap International, Heilsarmee, HEKS, Helvetas, IAMANEH, Main dans la Main, Medair, Médecins du Monde, Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Nouvelle Planète, RET - Fondation pour l'éducation des Réfugiés, Schweizerisches Rotes Kreuz, Terre des hommes - Kinderhilfe, terre des hommes schweiz

Nepal


Für Nepal trafen auch im Jahr 2016 noch einige Spenden auf dem Konto der Glückskette ein, obwohl das Ereignis schon einige Monate zurücklag.

Die Situation in Nepal zeigte auf, wie sich die humanitäre Hilfe in den vergangenen Jahren verändert hat. Die nationalen und regionalen Behörden brauchten sehr lange, um die Prozeduren und Standards für eine effiziente Aufbauhilfe zu definieren. Der Wille zur Kontrolle und die Einbindung lokaler Hilfswerke sind Eigenheiten, welche schon 2013 nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen erkennbar waren, jetzt aber in Nepal noch ausgeprägter durchgesetzt wurden.

Erst in der zweiten Jahreshälfte konnten die Partnerhilfswerke der Glückskette mit acht Projekten die Wiederaufbauarbeiten von Häusern, Schulen, medizinischen Einrichtungen und sozialen Strukturen in Angriff nehmen. Einige konzentrierten sich dabei auf die Instandsetzung landwirtschaftlicher Zonen und Bewässerungsanlagen. Ein Projekt kümmerte sich um den Schutz von Mädchen und Knaben, welche nach der Katastrophe in die Prostitution rutschten.

Nepal zeichnete sich auch dadurch aus, dass die Glückskette drei Bauprojekte von nicht- akkreditierten Organisationen unterstützen konnte: Singla-Nepal, Luklass Chaurikharka und Kam for Sud. Die Stiftung arbeitet also nicht einzig und exklusive mit ihren akkreditierten Partnerhilfswerken zusammen, sondern gewährt auch Ausnahmen. Die nicht-akkreditierten Hilfswerke müssen jedoch dieselben strengen Standards einhalten wie die Partnerhilfswerke der Glückskette.

Spenden total

32'330'632 CHF

per 31.12.16 eingesetzt und bereitgestellt: 22'350'513 CHF

Hilfswerke

ADRA, Auslandschweizer-Organisation, Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, Handicap International, Helvetas, Kam for Sud, Lepra Mission, Luklass Chaurikharka, Medair, NORLHA, Schweizerisches Rotes Kreuz, Save the Children Schweiz, Shanti Med Nepal, Singla-Nepal, Solidar Suisse, Swisscontact, Terre des hommes – Kinderhilfe

Flüchtlinge und intern Vertriebene von Syrien bis Afrika


Die Flüchtlingsthematik stand auch 2016 im Zentrum der Medien und der Weltöffentlichkeit. Die Glückskette lancierte keinen zusätzlichen Spendenaufruf, da die Sammlung Ende September 2015 mit über 27 Millionen Franken weit mehr Spendeneinnahmen einbrachte als erwartet. Viele Spenderinnen und Spender waren durch die dramatischen Ereignisse, insbesondere in und um Aleppo, weiterhin stark sensibilisiert und spendeten spontan.

Der gesammelte Betrag konnte im Jahr 2016 sowohl in Syrien, in den Nachbarländern Libanon, Jordanien und Irak, aber auch auf der Fluchtroute nach Europa eingesetzt werden.

Gerade auf der Route nach Europa ­– vor allem in Griechenland und Serbien – mussten sich die Partnerhilfswerke sehr flexibel zeigen und sich den stetig ändernden Bedürfnissen der Flüchtlinge, aber auch den immer wechselnden politischen Gegebenheiten anpassen. Die Glückskette erhielt auch mehrere Unterstützungsanfragen von privaten Initiativen. Diese Projekte konnten jedoch nicht finanziert werden, da sie nicht den Qualitätskriterien und Standards der Stiftung entsprachen. In Zukunft muss die Glückskette für solch neue Hilfsmodelle besser gewappnet sein.

Seit Mitte Jahr hat sich die Lage auf der Fluchtroute «stabilisiert», so dass die Partnerhilfswerke insbesondere in Griechenland grössere und längerfristiger Projekte angehen können. Dies vor allem in den Bereichen Unterkunft, Gesundheit und Kinderschutz.

Spenden total Flüchtlinge

28'161'025 CHF

per 31.12.16 eingesetzt und bereitgestellt: 15'277'451 CHF

Hilfswerke

ADRA, Caritas Schweiz, Handicap International, HEKS, Medair, Médecins du Monde, Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Save the Children Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, SOS Kinderdorf, Terre des hommes - Kinderhilfe


In den Nachbarländern Syriens war die Glückskette mit 18 Projekten bestrebt die betroffene Bevölkerung längerfristig zu unterstützen, damit sie eine gewisse Perspektive erhält und sich ihre Widerstandskraft steigert. Wie im Vorjahr entwickelten die meisten Partner ihre Bargeld-Projekte weiter. Diese erlauben es auf eine kontrollierte Art und Weise den Flüchtlingen und auch der schwer geprüften Lokalbevölkerung monatlich bis zu 150 Franken zur Verfügung zu stellen, über die sie selber verfügen konnten. Dieser Bargeld-Ansatz erlaubte es den spezifischen Bedürfnissen jeder einzelnen Familie Rechnung zu tragen, die lokale Wirtschaft zu unterstützen und die Würde der Betroffenen zu wahren.

Zwei Partnerhilfswerke waren auch in Syrien selber aktiv, wo sie der notleidenden Bevölkerung unter sehr schwierigen Sicherheitsbedingungen punktuell ein Minimum an Nahrungsmitteln und Zugang zu Wasser sicherten.

Flüchtlingsströme in Afrika, insbesondere rund um den Tschad-See, wurden von den Medien und der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Deshalb konnte die Stiftung keine Sammlung durchführen. Aus dem bestehenden Afrikafonds konnte jedoch ein Projekte finanziert werden.

Ostafrika: Dürrekrise 2011 und Klima-katastrophe 2016


Ostafrika wie auch weite Teile im Süden des Kontinents litten 2016 unter dem Wetterphänomen «El Niño». OCHA, die UN-Koordinationsstelle für humanitäre Fragen, schlug während Monaten Alarm.

Die Glückskette schickte eine Delegation von Expertinnen und Experten vor Ort, um bestehende Projekte zu evaluieren und die Situation in Äthiopien in Augenschein zu nehmen.

Aufgrund des daraus entstandenen Berichtes entschied sich die Direktion, einen Spendenaufruf zu lancieren, unterstützt von zusätzlichem Informationsmaterial, das vor Ort eingeholt wurde.

Trotz einer punktuellen Medienberichterstattung, vor allem der SRG-Medien, konnte die Öffentlichkeit nicht zur Genüge für die Katastrophe sensibilisiert werden. Das Spendenergebnis fiel dementsprechend ernüchternd aus.

Es übertrifft eindeutig die Kapazitäten der Glückskette, eine vergessene Katastrophe in der Schweiz auf die Agenda der Medien und der öffentlichen Wahrnehmung zu bringen.

Mit dem im Jahr 2016 gesammelten Betrag konnten dennoch fünf Projekte finanziert werden, welche zur Verbesserung des Zugangs zu Nahrung und Trinkwasser sowie der sanitären Anlagen und der Hygiene beitrugen.

In Äthiopien liefen Ende 2016 noch zwei weitere Projekte aus dem Fonds Ostafrika 2011, als ebenfalls eine schlimme Dürreperiode Afrika traf. Die Partnerhilfswerke stärkten damit die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung für zukünftige Krisen.

Philippinen


In keinem anderen Kontext konnten in den letzten Jahren die Spendengelder so schnell eingesetzt werden wie auf den Philippinen. Die ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die lokale Bevölkerung schnell und intensiv in den Wiederaufbau einbrachte.

Trotzdem konnten auch 2016 noch Gelder aus der Sammelaktion aus dem Jahr 2013 eingesetzt werden. Die noch zur Verfügung stehenden Mittel sind mittlerweile bis auf rund 3 Millionen Franken vollständig vergeben. Sie werden aber erst 2017 oder spätestens 2018 ausbezahlt, da einige grosse Projekte diese Zeit in Anspruch nehmen und die letzten Zahlungen erst dann getätigt werden, wenn diese Projekte wirklich abgeschlossen sind. Es handelt sich um zwei Bauprojekte mit mehreren hundert Häusern, welche sturm- und erdbebensicher wiederaufgebaut oder repariert werden.

Ein Landwirtschaftsprojekt wird erst 2018 abgeschlossen, da es Zeit in Anspruch nimmt, die Wertschöpfungskette vom Anbau bis zum Absatz gezielt zu unterstützen und das Netzwerk zur Unterstützung der Bauern effizient aufzubauen.

Spenden total

42'383'995 CHF

per 31.12.16 eingesetzt und bereitgestellt: 37'151'323 CHF

Hilfswerke

AAFIP, ADRA, Architectes de l’Urgence, Caritas Schweiz, Handicap International, Heilsarmee, HEKS, Helvetas, Medair, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, ASO (Auslandschweizer-Organisation), Terre des hommes - Kinderhilfe

Spenden total

41'095'218 CHF

per 31.12.16 eingesetzt und bereitgestellt: 39'737'388 CHF

Hilfswerke

Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, Handicap International, Heilsarmee, Helvetas, HEKS, Living Education, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, Terre des hommes - Kinderhilfe

Pakistan


Auch Ende 2016 liefen noch zehn Projekte in Pakistan, welche dank der Sammlung aus dem Jahr 2010 finanziert werden konnten. Mit dem Einverständnis des Stiftungsrates hat die Glückskette auch Anfragen für Projekte berücksichtigt, welche den Opfern von Überschwemmungen aus den späteren Jahren zu Hilfe kommen.

Pakistan war und ist für die Partnerhilfswerke der Glückskette ein sehr schwieriges Arbeitsumfeld, verbunden mit Risiken verschiedenster Art – Sicherheit, politische Instabilität und Projektmanagementrisiken. Als Geldgeberin war die Stiftung verpflichtet, all diese Projekte, wo immer möglich, besonders eng zu begleiten.

Pakistan ist auch ein sehr lehrreicher Kontext, bei dem gerade im Bereich Wasseraufbereitung und Hygiene verschiedene innovative Modelle zum Einsatz kamen.

 

«Jeder Rappen zählt» 2012 bis 2015


Die von SRF gemeinsam mit der Glückkette durchgeführte Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» hat sich über die letzten acht Jahre als eine feste Institution mit einer eigenen, starken Marke in der Schweizer Spendenlandschaft etabliert. Das Spendenvolumen hängt jeweils von verschiedenen Faktoren wie dem Spendenthema, dem Format des Events, dem Standort und den parallel dazu verlaufenden Sammelkampagnen ab.

Die Spenden fliessen bei der Glückskette wie üblich in Projekte der Partnerorganisationen. Da es sich häufig um thematische Sammlungen handelt, werden nicht ausschliesslich humanitäre Projekte, sondern auch Projekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt.

Die Ausarbeitung solcher Projekte nimmt einerseits häufig mehr Zeit in Anspruch und anderseits sind Projektkommission und die Expertinnen und Experten dabei besonders kritisch, damit wirklich die besten der eingegebenen Projekte finanziert werden. Aus diesem Grund kann es länger dauern, bis der gesamte Spendenbetrag eingesetzt ist.


Mit dem Geld aus der Sammlung 2012 liefen Ende des letzten Jahres noch vier Wasserprojekte in Madagaskar, Guatemala, Guinea-Bissau und Simbabwe.

Im Rahmen der Sammlung 2013 zugunsten von Kindern in Slums waren noch zehn Kinderprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie ein Projekt in den besetzten Gebieten Palästinas im Gange. Alle Projekte wurden von auf Kinderschutz spezialisierten Partnerorganisationen umgesetzt. Ein Drittel der Sammlung wurde im Rahmen der Sozialhilfe Schweiz für Kinder am Rande der Armut und deren Familien eingesetzt.

Aus der Sammlung 2014 für Familien auf der Flucht wurden im Berichtjahr sieben zusätzliche Projekte akzeptiert. Um auch anderen Fluchtregionen Rechnung zu tragen, wurden nicht nur Projekte im Rahmen der Syrienkrise und ihrer Folgen berücksichtigt. Auch Projekte in Regionen mit vergessenen Konflikten, welche von den Medien und der Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen werden, wie etwa in Kamerun, Kolumbien, Weissrussland und im Irak, wurden unterstützt.

Aus der Sammlung 2015 für Jugendliche in Not wurden im Berichtsjahr sechs Projekte in Kolumbien, Nicaragua, El Salvador und den besetzten Gebieten Palästinas unterstützt. Der Entscheidungsprozess zur Projektfinanzierung der Projektkommission gestaltete sich schwierig. Sechs Projekte mussten abgelehnt werden. Es zeigte sich, dass die Partnerhilfswerke die Anforderungen der Glückskette etwas unterschätzten. Aus diesem Grund konnten auch noch nicht alle Spenden wie gewünscht eingesetzt werden.

Die Kinderhilfe der Glückskette weltweit


Seit dem Beginn der Glückskette vor 70 Jahren hat sich der Zweck der Glückskette nie geändert. Neben der Hilfe im Katastrophenfall wollten sich die Gründungsväter vor allem auch für Kinder in Not einsetzen. Diese statutarische Pflicht erfüllt die Glückskette gleich dreifach. Neben einem spezifischen Fonds für Kinderhilfe stehen die Kinder häufig auch bei den thematischen Sammlungen wie bei «Jeder Rappen zählt» im Zentrum und schliesslich werden bei Katastrophensammlungen ganz spezifische Kinderprojekte in Krisensituationen unterstützt.

Fonds Kinderhilfe

Im Jahr 2015 wurden die Selektionskriterien für den Fonds Kinderhilfe präzisiert. So müssen sich die Projekte den Bereichen Gesundheit, Bildung oder Kinderschutz widmen. Um die Kompetenzen klar abzustecken, wurden die Projekte auf Kinder bis zu 14 Jahren reduziert. Die Glückskette legte dementsprechend mehr Wert darauf, dass die Partnerhilfswerke die Standards der Kinderhilfe und all ihre spezifischen Kriterien erfüllten.

Insgesamt wurden von der Projektkommission, in der auch eine Spezialistin für Kinderhilfe sass, neun Projekte in sieben verschiedenen Ländern akzeptiert: Benin, Guatemala, Kolumbien, Indien, Mali, Mosambik und Simbabwe. Drei der unterstützten Projekte kamen dabei ganz spezifisch behinderten Kindern zu Gute. Dem Kampf gegen Kinderarbeit oder anderer Ausbeutung, wie auch der Prostitution, stellten sich drei andere Projekte. Der Rest der Projekte widmete sich der Gesundheit wie etwa der Unterernährung.

Spenden total

41'975’703 CHF

per 31.12.16 eingesetzt und bereitgestellt: 39’428’373 CHF

Partnerhilfswerke 2016

Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, Handicap International, IAMANEH, Médecins du Monde, Solidar Suisse, Terre des hommes – Kinderhilfe, Vivamos Mejor

Einsatzländer 2016

Benin, Guatemala, Indien, Kolumbien, Mali, Mosambik, Simbabwe


Thematische Sammlungen

Fünf der bisherigen Auflagen von «Jeder Rappen zählt» widmeten sich den Problemen der Kinder weltweit: Kinder im Krieg (2010), Kinder in Slums (2013), Familien auf der Flucht (2014), Jugendliche in Not (2015) und Kinder allein auf der Flucht (2016). Alle diese Sammlungen zusammen erlaubten es, über 30 Millionen Franken zu sammeln und damit bisher rund 100 Projekte durchzuführen.

Kinderprojekte in Krisensituationen

Nach einer Naturkatastrophe, in Kriegsländern oder bei Flüchtlingskrisen sind Kinder die verwundbarsten aller Betroffenen. Sie stehen dementsprechend bei den Projekten der Partnerhilfswerke der Glückskette stets im Mittelpunkt. Die Schweizer Hilfswerke decken gemeinsam viele Bereiche der Kinderhilfe ab:

  • Terre des hommes – Kinderhilfe und Save the Children Schweiz sind auch in Katastrophensituationen auf Kinderhilfe, besonders Kinderschutz und psychologische Unterstützung, spezialisiert.
  • Handicap International ist auf die Behandlung und Betreuung behinderter Menschen spezialisiert, konzentriert sich in diesen Situationen häufig auch ganz auf das Schicksal der Jüngsten.
  • Médecins du Monde und Medair können in den betroffenen Katastrophenländern häufig auch ihre Kapazitäten im prä- und postnatalen Bereich zur Geltung zu bringen.
  • Caritas gibt den Kindern dank ihren Schul- und Bildungsprojekten eine Perspektive.
  • Das Schweizerische Rote Kreuz integriert im Rahmen der Gesamtprogramme aller Rotkreuzgesellschaften die Anliegen der Kinder in ihre Programme ein.
  • Solidar Suisse stellt sich häufig der Herausforderung der Kinderarbeit in Krisensituationen.

Durchschnittlich wurden bei den letzten Sammlungen jeweils zwischen 15 und 25 Prozent der Spenden spezifisch für Kinderprojekte eingesetzt, so auch 2016.

Hilfe in der Schweiz


Das Jahr 2016 stand bei der Glückskette ganz im Zeichen der Hilfe in der Schweiz. Seit Jahren wurden nicht mehr so viele Spendenfranken für Familien und Jugendliche in Notsituationen im Inland ausgegeben – ein Spiegelbild der angespannten Lage im Sozialbereich in der Schweiz.

Die Sozialhilfe der Glückskette verzeichnete 2016 einen neuen Ausgabenrekord. Daneben unterstützte die Stiftung von Unwettern geschädigte Familien und Gemeinden. Im Mittelpunkt für die Hilfe in der Schweiz stand allerdings die Unterstützung der Projekte für Jugendliche in Not, für welche bei «Jeder Rappen zählt» 2015 gesammelt wurde.

Mit Hilfe der Glückskette konnte der Runde Tisch des Eidgenössischen Justizdepartementes auch die letzten Anfragen des Soforthilfefonds für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen abschliessen. Der Spezialfonds «Cala Sannitica» erlaubte es mehreren Kindern und Jugendlichen, eine kulturelle oder sportliche Aktivität auszuüben.

Den Höhepunkt erreichte der Elan der Glückskette für die Hilfe in der Schweiz im Dezember als in Lausanne erstmals und gemeinsam mit RTS (Radio Télévision Suisse) die Aktion «Coeur à Coeur», exklusiv zugunsten von Menschen am Rande der Armut in der Schweiz stattfand. Parallel dazu sammelte «Jeder Rappen zählt» für Kinder allein auf der Flucht. Durch diese Sammlung konnten auch unbegleitete Flüchtlingskinder in der Schweiz unterstützt werden.

Spenden total

109'058'884 CHF

2016 eingesetzt und bereitgestellt:

260’921 CHF

Unwetter Schweiz


Immer wieder wird die Schweiz von heftigen Unwettern heimgesucht, die teilweise schwere Schäden anrichten. Die Glückskette unterstützt betroffene Privatpersonen, Familien, Kleinunternehmen und Gemeinden mit einem Kostenbeitrag an Aufräumungs- und Sanierungsarbeiten.

Im Jahr 2016 blieb die Schweiz weitgehend von grösseren Unwettern verschont. Die Glückskette und ihre mandatierten Organisationen bearbeiteten jedoch noch Fälle aus den Jahren 2014 und 2015, als starke Regenfälle in mehreren Kantonen zu Überschwemmungen, Erdrutschen und massiven Sachschäden führten. Konkret handelte es sich 2016 um 14 Projekte zugunsten von 17 Familien.

Die Unterstützungsbeiträge wurden dem permanenten Fonds für Unwetter in der Schweiz entnommen, welcher aus Überschüssen der Sammlungen für die Unwetter von 2000 und 2005 konstituiert wurde. Da die Spenden in diesem permanenten Fonds noch eine Weile ausreichen, um den Geschädigten zu Hilfe zu kommen, rechtfertigt es sich für die Glückskette bei den meisten Unwettern nicht, einen erneuten Spendenaufruf zu lancieren.

Den Partnerhilfswerken der Glückskette, Caritas Schweiz und dem Schweizerische Rote Kreuz, kommt im Rahmen der Analyse und Auswahl der Unterstützungsgesuche eine zentrale Bedeutung zu.

Begünstigte 2016

3283 Personen

Hilfsbeiträge 2016

1'518'670 CHF

Sozialhilfe Schweiz


Seit ihrem Ursprung unterstützt die Glückskette im Rahmen der Sozialhilfe Einzelpersonen und Familien, welche sich in einer Notlage befinden, mit einem Notbatzen. Durch diesen punktuellen Betrag von 900 bis maximal 2600 Franken unterstützt die Stiftung Menschen, welche Transport-, Wohnungs- oder Gesundheitskosten nicht bezahlen können.

Im Jahr 2016 wurden so viele Anfragen eingereicht und akzeptiert wie seit Jahren nicht mehr: 2085 Anfragen eingereicht,1252 davon akzeptiert.

Die Sozialhilfe-Spezialistinnen der Glückskette haben festgestellt, dass es in der Schweizer Sozialhilfe zu einem Paradigmenwechsel gekommen ist. Bisher wendete die Glückskette das Prinzip der Subsidiarität an, das heisst, dass die in Bedrängnis geratenen Personen zuerst vom Staat unterstützt werden, bevor die Stiftung als private Organisation aktiv wird. Heute scheint es genau umgekehrt zu sein. Der Staat setzt vermehrt auf private Initiativen, bevor er sich selber um die Notfälle kümmert.

Projekte für Jugendliche in Not


Mit dem im Rahmen von «Jeder Rappen zählt» 2015 zugunsten von Jugendlichen in Not gesammelten Geld wurden je zur Hälfte Projekte im Ausland und in der Schweiz unterstützt.

In der Schweiz war dies für die Glückskette Neuland, da die Stiftung im letzten Jahrzehnt in der Schweiz im Rahmen der Sozialhilfe keine Projekte mehr finanzierte. Dies brachte es mit sich, dass Grundlagenpapiere (Antragsformulare, Vergabekriterien und Geschäftsbedingungen) ausgearbeitet und Experten für die Spendenkommission rekrutiert werden mussten. Diese Kommission konnte aus einer grossen Auswahl eingereichter Projekte 22 zur Finanzierung akzeptieren.

Da die Auswahl sehr gross war, entschieden sich die Experten, denjenigen Projekten den Vorzug zu geben, welche den Jugendlichen nicht nur ermöglichten, Stabilität und Selbstvertrauen zu erlangen, sowie grundlegende Werte wie Disziplin, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit vermittelten, sondern auch eine Integration in die Arbeitswelt ermöglichten. Die meisten dieser Projekte laufen über ein Jahr, und die Glückskette wird wenn möglich die besten Projekte auch noch in einer zweiten Phase unterstützen.

Spenden total

4'232'861 CHF

per 31.12.16 eingesetzt und bereitgestellt: 3'082'108 CHF (davon 50 Prozent für die Schweiz)

Organisationen

Accroche, ALP Grauholz, Astural, Caritas Genève, Caritas Lucerne, Démarche société coopérative, Dreipunkt, Fürzüg Art & Design, Fondazione il Gabbiano, FONDATION gad STIFTUNG, Job Factory Basel, Jugendsozialwerk Blaues Kreuz, Verein Lernwerk, Oseo Valais, Ateliers Phénix, Pluspunkt, REPER, SAH Zürich, SOS Ticino, Start again, Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime

Hilfe für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen


Im April 2014 schufen der Runde Tisch für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen, Kantone und die Glückskette unter der Leitung des Eidgenössischen Justizdepartementes einen Soforthilfefonds. Damit sollten die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen bis 1981 unterstützt werden, welche sich heute in einer finanziellen Notlage befinden.

Gesuche von Betroffenen wurden von einem Ausschuss des Runden Tisches, dem Vertreter der Opfer sowie verschiedene Behörden und Institutionen angehören, entgegengenommen und geprüft. Verschiedene Akteure beteiligen sich solidarisch und freiwillig an der Finanzierung des Fonds, darunter insbesondere zahlreiche Kantone, Städte und Gemeinden, aber auch Kirchen, private Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen. 2016 floss auch der Erlös aus dem Verkauf einer Spezialmarke der Post in den Fonds.

2016 konnten die letzten Gesuche bearbeitet und ausbezahlt werden. Insgesamt gingen beim Ausschuss des Runden Tisches 1348 Gesuche ein von denen 962 Betroffene mit total 8,7 Millionen Franken unterstützt wurden. Die Glückskette trat dem Ausschuss während der ganzen Projektzeit beratend zur Seite, überprüfte stichprobenartig die gefällten Entscheide und zahlte die Beiträge aus. Sie verlangte dafür keine Entschädigung.

Unterstützung total

8,7 Millionen Franken

Gesuche total

1348

Begünstigte total

962

«Cala Sannitica»


«Cala Sannitica» ist ein Spezialfonds zugunsten von Kindern in der Schweiz, gespiesen aus Beiträgen eines Grossspenders. Er ergänzt die Einzelfallhilfe der Glückskette. Im Jahr 2016 wurden 145 Kinder durch einen Beitrag an Musik- und Kunstkurse, Sportunterricht, Freizeit- und Ferienaktivitäten, oder in Form schulischer Hilfe unterstützt.

Zahlreiche dieser Kinder wachsen in Einelternfamilien mit wenig finanziellen Mitteln auf. Kulturelle und sportliche Aktivitäten sind für sie nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern tragen auch zur Stärkung der Familienbindung sowie zur Förderung der sozialen, physischen, kognitiven und emotionalen Fähigkeiten dieser Kinder bei. In der Regel belaufen sich die vom Fonds «Cala Sannitica» gesprochenen Beiträge auf 600 Franken pro Kind, oder maximal 1500 Franken pro Familie.

Zusätzlich unterstützt der Fonds seit 2015 ein Projekt im Wallis, welches es hilfsbedürftigen Familien, deren Kinder während des Schuljahres oft in Heimen leben, ermöglicht, sich zu treffen und während einer Woche zusammen Ferien zu verbringen. Sie lernen dabei auch, wie man mit ganz bestimmten schwierigen Situationen umgehen kann.

Spenden total

851'053 CHF

Unterstützte Kinder 2016

145

Eingesetzter Betrag 2016

111'728 CHF (inkl. Projekt im Wallis)

Kennzahlen 2016

Unser Qualitätsmanagement


Die Glückskette ist sich ihrer Verantwortung bewusst, dass sie gegenüber den Spenderinnen und Spendern und auch den von Katastrophen betroffenen Bevölkerungen gewissenhaft Rechenschaft über den Einsatz der gespendeten Gelder ablegen muss. Dabei hilft ihr ein solides Qualitätsmanagement.

Das Qualitätssystem ist auf vier Pfeilern gebaut:

Akkreditierung der Hilfswerke

Ende 2015 wurden alle bei der Glückskette akkreditierten Partnerorganisationen einer detaillierten Prüfung unterzogen. Neu wurde dabei das Kinderhilfswerk Save the Children Schweiz aufgenommen. Diese Prüfung garantiert, dass die Partnerhilfswerke professionell und seriös geführt werden sowie für die humanitäre Hilfe in Katastrophengebieten und/oder für Kinderhilfe bestens gerüstet sind.

Validierung der Projekte

Eine Akkreditierung garantiert den Partnern aber noch nicht die Finanzierung ihrer Projekte. Sie müssen dazu detaillierte Projektanträge einreichen, mit einem Beschrieb der vorgesehenen Arbeiten, deren Wirkung vor Ort, einem Budget, einer Risikoanalyse und auch technischen Details. Die Projektanträge werden von spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Glückskette überprüft und bilden die Grundlage für die fundierte Analyse in der Projektkommission, welche im Jahr 2016 in sieben Sitzungen über 49 Projekte beriet.


Projektbesuche und Evaluationen vor Ort

Auch 2016 führte die Glückskette zahlreiche Projektbesuche und Evaluationen in den Katastrophenländern durch. Projektbesuche werden in der Regel von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Glückskette in Begleitung der Expertinnen und Experten der Projektkommission durchgeführt. Sie erlauben, technische Details zu kontrollieren und mit den Partnerorganisationen offene Fragen zu diskutieren. Projektbesuche wurden 2016 in Nepal, im Libanon, in Äthiopien, auf Haiti und zweimal auf den Philippinen durchgeführt.

Die Evaluationen werden immer öffentlich ausgeschrieben, damit sich auch international anerkannte Expertenteams bewerben können. Diese Evaluationen dienen dazu, eine unabhängige Einschätzung der Projekte und der Partnerorganisationen, vor allem deren lokaler Partner, zu erhalten. Diese Evaluationen werden nach den üblichen internationalen Standards durchgeführt und mit den Partnerorganisationen koordiniert. Die Evaluationen können auch dazu dienen, den Wissensaustausch unter den evaluierten Organisationen zu fördern. Evaluationen wurden im letzten Jahr in Haiti und im Nahen Osten durchgeführt.

Eine Evaluation der besonderen Art wird erstmals in Nepal lanciert. Während eines Jahres beobachten Leute aus der betroffenen Gemeinschaft die Projektaktivitäten und rapportieren ihre Beobachtungen an die Evaluationsexpertinnen und -experten. So werden sie selbst ein Teil der Evaluation.

Workshops

Um den Wissensaustausch zu fördern und den Partnerorganisationen einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten, organisiert die Glückskette immer wieder Workshops zu spezifischen Themen. 2016 fand ein solcher Workshop in Beirut (Libanon) statt, wo in Anwesenheit von Spezialistinnen und Spezialisten, das Thema «Resilienz» (Widerstandsfähigkeit) im Detail diskutiert und analysiert wurde. Es ging darum im Kontext der Flüchtlingskrise in den Nachbarländern Syriens Ansätze zu finden, wie die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Flüchtlinge gestärkt werden kann, damit sie in Notlagen von destruktivem Verhalten wie etwa dem Verzicht auf medizinische Behandlung, Kinderarbeit oder Prostitution Abstand nehmen.

Die Glückskette nahm auch regelmässig an Workshops teil, welche von der DEZA oder Hilfswerken organisiert wurden, so etwa zum Thema der Risikoverminderung bei Naturkatastrophen.

Kommunikation und Fundraising


Die Kommunikation und das Fundraising der Glückskette müssen sich im Rahmen der digitalen Revolution neu aufstellen. Die Glückskette hat diesen Prozess in den letzten Jahren eingeleitet. Die neue Strategie der Stiftung soll es in Zukunft erlauben, noch näher und zeitgerechter bei den Spenderinnen und Spendern zu sein. Dazu gehören auch digitale Kommunikationskanäle und die sozialen Medien, welche eine zentrale Rolle spielen.

Parallel dazu unterzieht sich auch die SRG als Trägerin der Glückskette einem grossen Wandel. Der Medienkonsum hat sich vor allem bei den Jugendlichen stark verändert. Fernseh- und Radiobeiträge werden zeitversetzt und auf mobilen Geräten konsumiert. Auch wählen die Konsumentinnen und Konsumenten von morgen nur mehr das, was sie ganz spezifisch interessiert. Dies hat einen grossen Einfluss auf die legendären Sammeltage der Glückskette und andere Formen der Spendenaufrufe, welche die SRG auch vermehrt digital verbreiten muss.

Im Jahr 2016 konnte die Glückskette erste Erfahrungen mit ihrem neuen digitalen Spendentool von iRaiser machen, welches den Spenderinnen und Spendern die Abwicklung ihrer Spenden stark erleichtert. Je nach Sammlung spenden mittlerweile zwischen 15 und 20 Prozent der Spenderinnen und Spender online, ohne den Einzahlungsschein in Anspruch zu nehmen. Das neue Angebot erlaubt auch eine schnellere Kommunikation und Dienstleistung, indem beispielsweise die Spendenbestätigungen automatisiert per E-Mail zugestellt werden.

Allen Anpassungen zum Trotz gilt aber in der Kommunikation und im Fundraising auch die Devise, das Kind nicht mit dem Bad auszuschütten. So ist der Kontakt zu allen Medien weiterhin zentral und Sammelaktionen wie «Jeder Rappen zählt» oder «Coeur à Coeur» essenziell. Auch ganz spezielle Events wie eine Buchvernissage und die 70-Jahr-Feier trugen im vergangenen Jahr dazu bei, dass die Glückskette ihren Stellenwert in der humanitären Schweiz stärken konnte.

Medienarbeit


Bei ihrer Medienarbeit legte die Glückskette im Jahr 2016 den Akzent auf die Sammelaktionen für Haiti (Wirbelsturm Matthew), für die Opfer der Klimakatastrophe in Ostafrika sowie die anhaltende Flüchtlingskrise im Nahen Osten. Bei Medienreisen in diese Regionen waren einer oder höchstens zwei Journalisten dabei, damit sie problemlos in die Projektbesuche integriert werden konnten. Die daraus resultierenden Reportagen zeugten davon, wie schwierig sich zum Beispiel der Zugang zu den Betroffenen und damit auch die Soforthilfe in Haiti gestaltete, wie wichtig es im Libanon ist, den Menschen eine echte Perspektive zu geben und wie kompliziert es ist, das Publikum für eine vergessene Katastrophe zu interessieren.

Das Kommunikationsteam der Glückskette ergriff dabei jeweils auch die Gelegenheit, selbst Informationsmaterial zu produzieren und zielgruppengerecht über die eigenen Kommunikationskanäle, wie die Website, den E-Newsletter und die sozialen Medien zu verbreiten.

Darüber hinaus berichteten SRF, RTS, RSI und RTR über das ganze Jahr hinweg in verschiedenen Sendungen über die humanitäre Arbeit der Glückskette und ihrer Partnerhilfswerke und griffen auch andere humanitäre Themen auf.

Der Direktor der Glückskette äusserte sich auch auf den Meinungsseiten relevanter Medien (Tages-Anzeiger, Le Temps und Tribune de Genève) zu aktuellen Themen, wie etwa zu den neuen Herausforderungen und Ansätzen der humanitären Hilfe nach dem humanitären Weltgipfel in Istanbul.

«Jeder Rappen zählt» und «Coeur à Coeur»


Zum achten Mal in Folge wurde vom 18. bis 23. Dezember 2016 die gemeinsame Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» von SRF und der Glückskette in Luzern ausgetragen. Das Thema Kinder allein auf der Flucht sprach das vor allem auch junge Publikum und Spenderinnen und Spender ausgesprochen gut an.

SRF 3 als federführender Sender in dieser Spendenaktion von SRF scheute keine Mühe, informativ und attraktiv über das Schicksal von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Nahen Osten, in Griechenland, in Italien aber auch in der Schweiz zu berichten. Die Glückskette und Save the Children Schweiz ermöglichten den Besucherinnen und Besuchern auf dem Europaplatz sich in einem 360-Grad-Video virtuell in das Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien zu versetzen und die Geschichte des syrischen Flüchtlingskindes Amer hautnah zu erleben.

Der Spendenbetrag belief sich auf mehr als 6,1 Millionen Franken, welcher ab 2017 im Ausland wie auch in der Schweiz eingesetzt wird.

In Lausanne lancierte das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) erstmals die Aktion «Coeur à Coeur» zugunsten von Menschen, welche in der Schweiz am Rande des Existenzminimums leben. Über 350’000 Personen sind in unserem Land in dieser misslichen Lage und eine weitere halbe Million riskiert, dasselbe Schicksal zu teilen. Drei Moderatorinnen und Moderatoren in einer Glasbox und ihre Gäste aus Politik, der Zivilgesellschaft, Kultur und Sport sensibilisierten die Zuhörerinnen und Zuhörer von Option Musique für dieses wichtige Thema.

Die Glückskette war dabei vor allem in den sozialen Medien sehr aktiv und es zeigte sich, welchen Mehrwert diese Kommunikationsformen (Facebook, Twitter, Instagram) für die Kommunikation und das Fundraising der Stiftung bieten.

Der Sammelbetrag belief sich auf rund 1,2 Millionen Franken, welcher im Jahr 2017 über die Sozialhilfe der Glückskette und mit der Unterstützung von Projekten zugunsten von Jugendlichen in Not und minderjährigen Flüchtlingen in der Schweiz eingesetzt werden.

70 Jahre Glückskette


Die Glückskette feierte letztes Jahr ihren 70. Geburtstag. Sie benutzte diese Gelegenheit zur Herausgabe einer neuen Broschüre: «25 Fragen, die Sie [der Glückskette] schon immer stellen wollten».

Die Jubiläumsfeier stand unter dem Titel «Tradition und Innovation». Mit Sequenzen aus den Schweizer Filmwochenschauen aus den Gründungsjahren wurden die Gründungsväter der Glückskette gewürdigt. Unter den Gästen war denn auch einer der Gründungsväter, Claude Pahud, heute 92-jährig. Drei Partnerorganisationen stellten neue, innovative Projekte vor und der Entertainer und Rapper Knackeboul lockerte den Abend mit sinnreichen Text- und Liederbeiträgen auf.

Bei diesem Anlass wurde auch die Gewinnerin des Jubiläumsquiz erkoren. Rund 3000 Facebook-Freunde der Glückskette nahmen an diesem Quiz teil, in dem 22 Fragen zur Glückskette und zu humanitären Themen beantwortet werden mussten.

Podiumsveranstaltung «Humanitäre Hilfe Schweiz»


Die Autoren Walter Rüegg (ehemaliger Präsident des Stiftungsrates der Glückskette) und Christoph Wehrli (ehemaliger NZZ-Redaktor) brachten im Verlag Neue Zürcher Zeitung das Werk «Humanitäre Hilfe Schweiz» heraus, welches von der Glückskette mitfinanziert wurde.

Das Buch lässt rund 20 wichtige Stimmen der Schweiz zu humanitären Fragen, aber auch zur Kommunikation und zum Fundraising zu Wort kommen. Einige von ihnen nahmen Ende März in Bern unter der Leitung von Ladina Spiess (SRF 1) an einem Podiumsgespräch teil: Peter Maurer (IKRK), Roger de Weck (SRG), Manuel Bessler (DEZA), Ruth Dällenbach (selbstständig) und Tony Burgener (Glückskette).

Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Antworten auf aktuelle Fragen zur humanitären Hilfe. Die Frage, wie den Schwierigkeiten im Syrienkontext begegnet werden kann, wurde besonders ausführlich diskutiert. Das Buch wurde von der Glückskette auch an rund 150 relevante Adressanten verschickt.

Stiftungsrat


Der Stiftungsrat ist das oberste Organ der Glückskette. Ihm obliegt die Aufsicht über die Glückskette und er definiert deren strategische Ausrichtung. Er delegiert gewisse Aufgaben an den Stiftungsratsausschuss. Im Jahr 2016 traf sich der Stiftungsrat dreimal.

Der Stiftungsrat setzt sich aus sechs Vertreterinnen und Vertretern der SRG sowie sechs Repräsentantinnen und Repräsentanten der humanitären Hilfe zusammen. Die Präsidentin der Projektkommissionen, die Direktorin Finanzen und der Direktor der Glückskette sitzen jeweils als Berater, ein Vertreter der DEZA als Beobachter ein.

Die Präsidentin und der Vize-Präsident des Stiftungsrates werden vom Generaldirektor der SRG nominiert. Die Vertreterinnen und Vertreter der humanitären Hilfe stammen entweder aus dem Kreis der Partnerhilfswerke der Glückskette oder ergänzen das Gremium als unabhängige Expertinnen und Experten.

Die Stiftungsratsmitglieder werden von der Stiftung für ihre Arbeitsleistung nicht entlohnt, Spesen werden jedoch zurückerstattet.

Ausschuss des Stiftungsrats


Der Stiftungsrat delegiert einen Teil der Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsführung der Glückskette an seinen Ausschuss. Dessen Mitglieder werden vom Stiftungsrat ernannt und setzen sich aus je zwei Vertreterinnen und Vertretern der SRG und der Partnerhilfswerke sowie der Präsidentin des Stiftungsrates zusammen. Die Direktorin Finanzen, der Direktor der Glückskette und die Präsidentin der Projektkommissionen sitzen mit beratender Stimme ein. Der Ausschuss traf sich im Jahr 2016 fünfmal.

Der Ausschuss des Stiftungsrates bereitete 2016 viele wichtige Entscheide des Stiftungsrates vor und der Vizepräsident François Besençon war bei der Ausarbeitung der neuen Strategie federführend. Der Ausschuss verdankte an seiner letzten Sitzung auch Hugo Fasel (Caritas Schweiz), der seinen Rücktritt bekannt gab. Hugo Fasel vertrat während Jahren als profunder Kenner der humanitären Hilfe und der Anliegen der Hilfswerke die Partnerhilfswerke im Ausschuss.

Projektkommission International


Die Projektkommission International analysiert im Detail alle von den Partnerhilfswerken eingereichten Projekte für die Auslandhilfe und befindet über deren Relevanz sowie konzeptuellen und technischen Ausführungsdetails. Die Kommission traf sich im Jahr 2016 zu sieben Sitzungen, in denen sie insgesamt 49 Projekte genauestens analysierte.

Projekte mit einem Finanzierungsbeitrag von unter 200’000 Franken werden jeweils von der Projektabteilung der Glückskette unter Zuzug unabhängiger Expertinnen und Experten analysiert. Den abschliessenden Finanzierungsentscheid fällt die Direktion. 2016 bewilligte diese 56 Projekte.

Die Projektkommission International, deren Mitglieder vom Stiftungsrat bestimmt werden, setzt sich aus unabhängigen Expertinnen und Experten für humanitäre Hilfe sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der Partnerhilfswerke und der Direktion der Glückskette zusammen. Sie wird von einer unabhängigen Person präsidiert.

Beata Godenzi trat aufgrund neuer beruflicher Herausforderungen, welche mit dieser Aufgabe nicht kompatibel waren, auf Ende August 2016 als Präsidentin der beiden Projektkommissionen der Glückskette zurück. In ihrer sehr kurzen Amtsdauer schaffte sie es sowohl in der Kommission wie auch im Stiftungsrat und dessen Ausschuss, in denen sie ebenfalls einsass, erfrischende neue Impulse zu setzen. Caroline Schlauffer, Expertin für Wirtschaftsfragen, übernahm ab Ende August ad interim das Präsidium. Ende Dezember wählte der Stiftungsrat mit Koenraad van Brabant einen neuen Präsidenten.

Um die Unabhängigkeit von den in der Kommission anwesenden Hilfswerken zu gewährleisten, erfolgt der Finanzierungsentscheid in zwei Etappen: Die Projektkommission International gibt eine Empfehlung ab und die Entscheidungskommission, die sich aus der Präsidentin der Projektkommission International und dem Direktor der Glückkette sowie zwei Expertinnen und Experten mit beratender Stimme zusammensetzt, fällt den finalen Beschluss.

Die Expertenmitglieder werden durch die Glückskette für Sitzungstage und den Vorbereitungsaufwand zu gängigen Branchentarifen entschädigt, während die Mitglieder aus den Hilfswerken von Amtes wegen teilnehmen. Die Glückskette übernimmt die Sitzungskosten.

Projektkommission Schweiz


Die Projektkommission Schweiz kommt bei Unwettern oder Katastrophen in der Schweiz zum Einsatz. Sie entscheidet über die punktuelle finanzielle Unterstützung für geschädigte Privatpersonen, Organisationen, Kleinunternehmen und finanzschwache Gemeinden. Den Betrag entnimmt die Glückskette dem Fonds Unwetter Schweiz, welcher in Folge der Unwetter in den Jahren 2000 und 2005 geschaffen wurde. Somit kann die Glückskette auch heute noch unbürokratisch Opfern von Unwettern helfen, bei denen das Ausmass und die Medienaufmerksamkeit nicht gross genug sind, um eine eigne Sammlung durchzuführen.

Unterstützungsgesuche können von Privatpersonen oder – im Falle von mehreren Betroffenen – von Gemeindebehörden beim Schweizerischen Roten Kreuz (für die Westschweiz, inkl. Region Bern und Wallis) und Caritas Schweiz (Region Zentral- und Ostschweiz und Tessin) eingereicht wurden. Diese untersuchen die Gesuche und geben der Glückskette eine Empfehlung ab. Die Projektkommission Schweiz fällt den abschliessenden Entscheid.

Die Kommission besteht aus drei Experten, je einem Vertreter der mandatierten Partnerorganisationen Schweizerisches Rotes Kreuz und Caritas Schweiz, Vertretern der Glückskette sowie der Präsidentin der Kommission. Die Kommission wird von derselben unabhängigen Person präsidiert wie die Projektkommission International.

Die Kommission erarbeitete im Berichtsjahr ein Konzept, welche es in Zukunft ermöglichen soll, finanzschwachen Gemeinden auch bei Unwettern, für welche keine speziellen Sammlungen durchgeführt werden, finanzielle Unterstützung zuzusagen. Zur Einschätzung der Finanzstärke wurde ein spezielles Modell entwickelt. Der Ausschuss des Stiftungsrates segnete dieses neue Konzept ab.

Die Kommission verabschiedete an ihrer letzten Sitzung die beiden Mandatsträger Christian Gut von Caritas Schweiz und Josef Reinhardt vom Schweizerischen Roten Kreuz und bedankte sich für deren unermüdlichen Einsatz.

Finanz- und Anlagekommission


Die Finanz- und Anlagekommission berät den Stiftungsrat der Glückskette und seinen Ausschuss in allen Fragen, die deren Aufsichtspflicht über die Finanzanlagen betreffen. Zudem beurteilt sie die Finanzberichte und verantwortet die Anlage- und Finanzstrategie. Die Finanz- und Anlagekommission kontrolliert auch die Einhaltung von Richtlinien im Zusammenhang mit den Finanzgeschäften der Stiftung.

Der Präsident der Finanz- und Anlagekommission wird vom Stiftungsrat ernannt. Dazu kommen drei Experten, die ebenfalls vom Stiftungsrat gewählt werden. Als Berater nimmt auch ein Vertreter von PPCmetrics, einem auf Pensionskassen und Stiftungen spezialisierten Finanzberatungsinstitut, an den Sitzungen teil. Der Direktor und die Leiterin Finanzen der Glückskette nehmen ständig an den Kommissionssitzungen teil.

An einem Seminar überprüfte die Kommission noch einmal die Gesamtstrategie und setzte sich auch mit dem Ansatz einer noch nachhaltigeren und sozialverträglicheren Anlagestrategie auseinander, wie sie derzeit in breiten Finanzkreisen diskutiert wird.

Medienkommissionen


Die Medienkommissionen der Glückskette sind informelle Organe. Mitglieder sind die Kommunikationsverantwortlichen der Glückskette sowie aller Partnerhilfswerke respektive der SRG.

Medienkommission Partnerhilfswerke
Die Medienkommission der Partnerhilfswerke erlaubt es der Glückskette, ihre Kommunikation und ihr Fundraising mit den Partnern abzustimmen. 2016 traf sich die Kommission zweimal und besprach vor allem die Sammlungen für Haiti und Flüchtlinge, welche von der Glückskette oder einem Partner lanciert wurden. Neben der Medienkommission traf sich auch die «Digital Group». An einem eintägigen Workshop stellte ein Vertreter des IKRK die digitale Strategie der Genfer Institution vor und ein Vertreter von iRaiser präsentierte das neue Spendentool, welches von der Glückskette seit Ende 2015 benutzt wird.

Medienkommission SRG
Im Rahmen der Mediacom SRG tauscht sich die Glückskette mit den Unternehmenseinheiten der SRG über die Abläufe bei Sammeltagen aus, diskutiert allgemeine humanitäre Themen und berichtet transparent über die eingesetzten Spenden. Die Glückskette nimmt jedoch in keiner Weise Einfluss auf die Berichterstattung der SRG-Journalistinnen und –Journalisten, deren Unabhängigkeit garantiert ist.

Das Team der Glückskette


Direktion

  • Tony Burgener, Direktor und Leiter Kommunikationsabteilung
  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Ernst Lüber, Leiter Projektabteilung
  • Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen

Projektabteilung

  • Ernst Lüber, Leiter Projektabteilung
  • Manolo Caviezel, Projektbeauftragter
  • David Dandrès, Projektbeauftragter
  • Irene Flückiger, Projektbeauftragte (bis 31. Oktober 2016)
  • Fabienne Vermeulen, Verantwortliche Hilfe Schweiz
  • Rahel Bucher, Assistentin Projektabteilung
  • Nicole Bagnoud, Assistentin Sozialhilfe Schweiz

Kommunikation

  • Tony Burgener, Direktor und Leiter Kommunikationsabteilung
  • Daniela Toupane, Kommunikationsbeauftragte und Pressesprecherin Deutschschweiz
  • Corina Zanetti, Kommunikationsbeauftragte (Mutterschaftsvertretung bis 31. Mai 2016)
  • Sophie Balbo, Kommunikationsbeauftragte und Pressesprecherin Westschweiz
  • Olivier Soret, Verantwortlicher Digital
  • Claudia Blaser, Assistentin Kommunikation
  • Laura George, Praktikantin Digitales Marketing und soziale Media
  • Deutschschweiz / Zürich: Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen
  • Delegierter italienische Schweiz: Eugenio Jelmini, Delegierter für die italienische Schweiz

Finanzen und Administration

  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Graziella della Luce, Verantwortliche Buchhaltung
  • Corinne Mora, Verantwortliche Administration
  • Joëlle Hainaut, Assistentin Administration
  • Jodok Gschwendtner, Assistent Logistik / Informatik
  • Jasmine Stein, Bürohilfe

Die Stimmen der Glückskette


An den nationalen Sammeltagen der Glückskette spielen die Medien, insbesondere jene der SRG, eine sehr wichtige Rolle für die Verbreitung des Spendenaufrufs.

Für jede Sprachregion der Schweiz haben die Radioprogramme der SRG eine Moderatorin oder einen Moderator bestimmt, welche an nationalen Sammeltagen über die Folgen der Katastrophe und die Sammlung informieren.

In der Deutschschweiz begleitet die SRF-Moderatorin Ladina Spiess (1) die nationalen Sammeltage der Glückskette.

Die Journalistin berichtete 2016 auch regelmässig in der Sendung Treffpunkt auf Radio SRF 1 über den Einsatz der Spenden.

In vier Doppelpunkt-Sendungen vertiefte sie verschiedene Themen der humanitären Hilfe, zum Beispiel die neuesten Entwicklungen der humanitären Hilfe wie der Bargeldansatz und neue Trends im Fundraising.

In der Romandie ist der RTS-Radio- und Fernsehmoderator Jean-Marc Richard (2) seit 1997 an nationalen Sammeltagen die Stimme der «Chaîne du Bonheur».

Er engagiert sich auch regelmässig in verschiedenen Sendegefässen von RTS für humanitäre und soziale Themen, inklusive der Berichterstattung über die Verwendung der Spenden der Glückskette und anlässlich der Aktion «Coeur à Coeur».

In der italienischen Schweiz moderiert Carla Norghauer (3) auf RSI an Sammeltagen der «Catena della Solidarietà».

In der rätoromanischen Schweiz ist die RTR-Radiojournalistin Claudia Cathomen (4) die Stimme der «Chadaina da Fortuna».

Partnerschaften


Die Glückskette kann sich in ihrer Tätigkeit auf ein gut funktionierendes System von langjährigen Partnerschaften verlassen.

Unterstützung erhält sie in erster Linie von ihrer Trägerin und Medienpartnerin SRG, welche Spendenaufrufe medial und personell begleitet.

Nach der Sammlung spielen die akkreditierten Partnerhilfswerke der Glückskette eine zentrale Rolle: Die 25 Schweizer Organisationen setzen die Hilfsprojekte um, die von der Stiftung mitfinanziert werden.

Darüber hinaus arbeitet die Glückskette in spezifischen Bereichen mit weiteren Partnern zusammen. Dazu zählt unter anderem die Swisscom, welche die Sammelaktionen seit Jahren mit ihrer Infrastruktur und Spenden unterstützt.

Partnerhilfswerke


Die Glückskette ist ihren Spenderinnen und Spendern gegenüber verantwortlich, dass die Gelder effizient und nachhaltig zugunsten der Opfer von Naturkatstrophen und Konflikten eingesetzt werden. Deshalb arbeitet die Stiftung mit ausgewählten Schweizer Hilfswerken zusammen, welche die Projekte vor Ort nach höchsten Qualitätskriterien umsetzen.

Dazu durchlaufen Partnerorganisationen alle vier Jahre eine Überprüfung ihrer Akkreditierung, durch die sie bei der Stiftung Anträge auf finanzielle Beteiligung für Hilfsprojekte einreichen können.

Dabei untersucht die Glückskette mehrere vom Stiftungsrat festgelegte Kriterien, wie beispielsweise die Spezialisierung auf humanitäre Hilfe und/oder Kinderhilfe, die langjährige Erfahrung und gute Vernetzung vor Ort sowie regelmässige und unabhängige Finanzprüfungen und Projektevaluationen.

Eine Ausnahmeregelung erlaubt es auch nicht-akkreditierten Hilfswerken, Projekte einzureichen, falls sie in einer Region oder in einem Fachgebiet tätig sind, welches von den akkreditierten Hilfswerken nicht abgedeckt wird. Per 1. Januar 2016 akkreditierte die Glückskette neu das Kinderhilfswerk Save the Children Schweiz.


ADRA Schweiz, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, berücksichtigt umfassend die Bedürfnisse von Familien, bedürftigen Menschen oder Opfern und fördert deren wirtschaftliche Autonomie und Unabhängigkeit, damit die Würde wieder hergestellt wird.
Brücke · Le pont unterstützt mit dem Programm «Arbeit in Würde» benachteiligte Menschen in Afrika und Lateinamerika. Die Schwerpunkte sind: Berufsbildung, Einkommensförderung und Arbeitsrechte. Angestrebt wird auch die Beteiligung am sozialen und politischen Leben.
Caritas Schweiz hilft Menschen in Not in der Schweiz und weltweit und setzt sich mit dem Netz der regionalen Caritas-Organisationen dort ein, wo Menschen von Armut betroffen sind. Caritas leistet Nothilfe bei Katastrophen und engagiert sich auch im Wiederaufbau.
Die CBM Christoffel Blindenmission Schweiz ermöglicht in Afrika, Asien und Lateinamerika die Vorbeugung von Behinderungen, und dass blinde und anders behinderte Menschen medizinisch betreut, integrativ gefördert und in die Gesellschaft gleichberechtigt einbezogen werden.
Der Christliche Friedensdienst cfd ist aktiv in der Internationalen Zusammenarbeit, in der Migrations- und der Friedenspolitik. Gemeinsam mit lokalen Organisationen unterstützt der cfd Empowerment-Projekte mit Frauen in Palästina/Israel, in Südosteuropa und im Maghreb.
Enfants du Monde ist ein Schweizer Hilfswerk, das benachteiligten Kindern in Bangladesch, Burkina Faso, Niger, Guatemala, El Salvador, Kolumbien sowie auf Haiti eine hochwertige Schulbildung und eine gute Gesundheitsversorgung ermöglicht.
Fastenopfer ist das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz. Der Slogan «Wir teilen» umschreibt das Engagement. Fastenopfer unterstützt in 14 Ländern im Süden und in der Schweiz benachteiligte Menschen dabei ihre Zukunft selber in die Hand zu nehmen.
Handicap International – Schweiz handelt, damit die grundlegenden Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und Schutzbedürftigen in Situationen von Armut und sozialer Ausgrenzung, Konflikten und Katastrophen gedeckt werden und sich ihre Lebensbedingungen verbessern.
Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz leistet nach Naturkatastrophen sowie während oder nach bewaffneten Konflikten humanitäre Nothilfe und bekämpft im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit die Ursachen von Armut, Hunger und sozialem Elend.
Helvetas Swiss Intercooperation setzt in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa Projekte in den Bereichen Wasser und Infrastruktur, Bildung, Landwirtschaft und Markt, Umwelt, Prävention von Naturkatastrophen sowie Rehabilitation und Wiederaufbau nach Katastrophen um.
IAMANEH Schweiz setzt sich für die Verbesserung, Förderung und den Schutz der Gesundheit ein. Sie unterstützt mit Projekten in Westafrika und im Westbalkan vorwiegend Frauen und Kinder dabei, ihre Zukunft und Entwicklung eigenständig zu gestalten.
Médecins du Monde Suisse/Ärzte der Welt Schweiz realisiert Projekte der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit insbesondere für Mütter, Kinder und hilfsbedürftige Menschen. Ziel ist es diesen Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen.
Medair hilft weltweit Menschen in Not in entlegenen und vernachlässigten Regionen, Krisen zu überleben, sich in Würde zu erholen und Fertigkeiten zu entwickeln, die sie für den Aufbau einer besseren Zukunft brauchen.
Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen, eine internationale, unabhängige, humanitäre Hilfsorganisation, leistet medizinische Nothilfe für Menschen, die von bewaffneten Konflikten, Epidemien, mangelhaften Gesundheitssystemen und Naturkatastrophen betroffen sind.
Nouvelle Planète unterstützt effiziente und nachhaltige Projekte dynamischer lokaler Gruppierungen in ländlichen Gebieten von Afrika, Asien und Lateinamerika. Die lokalen Partner werden in ihren Initiativen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen unterstützt.
Save the Children setzt sich als grösste unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt gezielt für die Rechte der Kinder ein. In der Schweiz und auf der ganzen Welt sorgt sie dafür, dass Kinder gesund aufwachsen, zur Schule gehen können und geschützt sind.
Das Schweizerische Rote Kreuz ist in der Katastrophenhilfe und im langfristigen Aufbau der Gesundheitsversorgung in Afrika, Asien und Lateinamerika engagiert. Die Organisation kämpft gegen die Armutsblindheit, gegen Epidemien inklusive Aids und bildet Freiwillige aus.
SolidarMed ist die Schweizer Organisation für Gesundheit in Afrika und verbessert die Gesundheitsversorgung von 1,5 Mio. Menschen in Lesotho, Mosambik, Tansania, Sambia und Zimbabwe, stärkt das vorhandene medizinische Angebot nachhaltig und baut es sinnvoll aus.
Solidar Suisse setzt sich weltweit für eine gerechtere Gesellschaft ein. Solidar engagiert sich für faire Arbeitsbedingungen und mehr Demokratie und leistet humanitäre Hilfe bei Katastrophen. In der Schweiz führt Solidar Informationskampagnen durch.
Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi engagiert sich in elf Ländern weltweit für den Zugang zu qualitativ guter Bildung für Kinder und Jugendliche. In der Schweiz fördert sie mit erlebnispädagogischen Projekten die interkulturelle Kompetenz von Schülerinnen und Schülern.
Swissaid ist in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und nimmt auch in der Schweiz auf entwicklungspolitische Fragen Einfluss.
Swisscontact, die wirtschaftsnahe unabhängige Stiftung für internationale Entwicklungszusammenarbeit, ist in 28 Ländern vertreten und fördert die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung mit dem Ziel der wirksamen Einkommens- und Beschäftigungsförderung.
Terre des hommes – Kinderhilfe weltweit plant und realisiert in mehr als 30 Ländern rund um den Globus konkrete Projekte für Gesundheit und Kinderschutz. Jedes Jahr wird das Leben von zwei Millionen Kindern und deren Angehörigen verbessert.
terre des hommes schweiz setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Jugendlicher in zehn Ländern des Südens ein. In der Schweiz wird zur Ungleichheit zwischen Nord und Süd informiert und sensibilisiert sowie zu Solidarität ermutigt.
Vivamos Mejor setzt sich ein für eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen in Lateinamerika. Die Stiftung engagiert sich dazu im Bereich der Vorschul- und Berufsbildung sowie im Bereich der Wassernutzung und bäuerlichen Existenzsicherung.

SRG SSR


Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz und wurde während 37 Jahren als Teil der SRG verwaltet. Im Jahr 1983 wurde die Stiftung vom damaligen SRG-Generaldirektor Leo Schürmann in die Unabhängigkeit entlassen.

Trotz dieser Unabhängigkeit besteht in mehrfacher Hinsicht nach wie vor eine sehr enge Verbundenheit mit der SRG. So ist die SRG im Stiftungsrat der Glückskette mit sechs Mitgliedern vertreten: Die Präsidentin, der Vizepräsident und vier weitere Mitglieder dieses Gremiums werden von der SRG bestimmt. Die Stiftung profitiert dabei von der Expertise und der Erfahrung des Medienhauses.

Darüber hinaus leistet die SRG zentrale und umfassende Unterstützung, ohne die sich die Spendensammlungen für die Glückskette wesentlich schwieriger und kostspieliger gestalten würden. In der Tat entsteht auf keiner anderen Plattform ein vergleichbares Spendenvolumen. An nationalen Sammeltagen ist die Stiftung auf allen Hauptkanälen der SRG und in allen Landesteilen präsent. Dazu stellt das Medienhaus mehrere Radio- und Fernsehstudios zur Verfügung, weist in ihren Sendungen auf den Spendenaufruf der Glückskette hin und sensibilisiert die Schweizer Bevölkerung zu humanitären Notsituationen.

In verschiedenen Fernseh- und Radiosendungen (Doppelpunkt, Mitenand etc.) berichtet der Service public zudem regelmässig über humanitäre Themen, beleuchtet kritisch den Einsatz der Spendengelder und die Arbeit der Glückskette und lässt Hilfswerke sowie Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten zu Wort kommen. Das wirkt auch identitätsstiftend, ganz im Sinne der humanitären Tradition, Neutralität und Solidarität der Schweiz.

Im Jahr 2016 fanden vier Sammelaktionen – Klimakatastrophe in Afrika, Wirbelsturm Matthew auf Haiti, «Jeder Rappen zählt» und «Coeur à Coeur» – statt, die allesamt von der SRG mitgetragen wurden, allerdings ohne Sammeltag. Bei den thematischen Spendenaktionen «Jeder Rappen zählt» für Kinder allein auf der Flucht und «Coeur à Coeur» für Menschen in finanziellen Notlagen in der Schweiz ist die SRG massgeblich für die Organisation zuständig und hat die Aktionen durch Spezialsendungen gefördert. Vertreterinnen und Vertreter von SRF reisten nach Griechenland und Italien, um sich vor Ort selbst ein Bild der Arbeit der Glückskette und ihrer Partnerhilfswerke zu machen; SRF und RTS besuchten auch von der Glückskette finanzierte Projekte in der Schweiz.

Swisscom


Swisscom ist eine langjährige Partnerin der Glückskette. Das Unternehmen stellt der Glückskette seine Dienstleistungen zur Verfügung und trägt so zu deren Betrieb bei.

Während Sammelaktionen sorgt das Unternehmen für die notwendige Infrastruktur (wie Telefonleitungen und die Gratisnummer 0800 87 07 07), damit auf der Sammelzentrale angerufen und Spendenversprechen entgegengenommen werden können. Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag zu den Betriebskosten der Stiftung.

2016 konnte die Stiftung im Rahmen der thematischen Sammlungen «Jeder Rappen zählt» und «Coeur à Coeur» auf die Unterstützung des Telecom-Anbieters zählen.

Darüber hinaus unterstützt Swisscom die humanitäre Hilfe der Glückskette auch finanziell, zum Beispiel bei speziellen Aktionen wie etwa 2016 mit attraktiven Preisen für das Quiz zum 70. Jubiläum der Stiftung und mit Virtual-Reality-Brillen für den 360-Grad-Film im Rahmen von «Jeder Rappen zählt.»

Emergency Appeals Alliance


Gemeinsam kann oft mehr bewirkt werden als im Einzelgang. Dies zeigt sich auch im Fundraising für humanitäre Katastrophen, wo sich kollektive Spendenaufrufe wie auch Partnerschaften mit Medien und dem Privatsektor auszahlen. Im Rahmen der 2008 ins Leben gerufenen «Emergency Appeals Alliance» (EAA) vereinen sich die Glückskette und neun ihr ähnliche Organisationen aus verschiedenen Ländern weltweit. Über den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu Themen wie gemeinsame Spendenaufrufe, «Best Practices» in der humanitären Hilfe oder gute Organisationsführung hinaus will sich der Verbund auch als Ansprechpartner für globale Medien und Akteure des Privatsektors etablieren.

Nebst der regulären Jahrestagung trafen sich die Organisationen auch im Rahmen des humanitären Weltgipfels in Istanbul, wo sie einen Workshop zur Medienberichterstattung aus Katastrophengebieten anboten. Eine neue Koordinatorin sorgte dafür, dass der Informationsaustausch noch fliessender vor sich ging und einige Schwerpunktthemen (Evaluationen, Berichte usw.) bestimmt wurden.

An der Jahressitzung in London wurde Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin der Glückskette zur Vize-Präsidentin der Allianz gewählt. Sie amtete auch als Ansprechperson der neuen Koordinatorin, welche von Genf aus die Geschicke des Verbundes leitete.

Weitere Partner


Im Jahr 2016 konnte die Glückskette auf die Unterstützung weiterer Partner zählen. Die nachfolgende Aufzählung ist nicht abschliessend:

  • Privatradios pro Glückskette: Das Engagement der Privatradios ist exemplarisch und hilft der Glückskette bei den Spendenaufrufen sowie bei der Rechenschaftsablegung. 2016 waren die Radios auch im Rahmen des 70-Jahre-Jubiläums aktiv.
  • Post: Einzahlungsscheine der Glückskette liegen in allen Poststellen während des ganzen Jahres auf und die Spendenmöglichkeit am Postomat sind während Spendenaktionen aktiviert.
  • Revisoren Mazars: Unterstützung des Betriebsbudgets und fachliche Unterstützung
  • Keystone: Unterstützung während der verschiedenen Spendensammelaktionen durch freie Auswahl an aktuellen Bildern aus Katastrophen- und Krisengebieten
  • Swiss TXT: Unterstützung aller Spendenaufrufe
  • Migros: Spenden von Cumulus-Punkten durch Migros-Kunden an die Sozialhilfe Schweiz in der Höhe von 11’650 Franken. Die Migros spendete zudem für die Opfer des Wirbelsturmes Matthew 500’000 Franken.

Finanzen


Wie jedes Jahr hat die Glückskette die ihr anvertrauten Spendengelder, bis sie eingesetzt werden können, bei verschiedenen Banken angelegt. Die von der Finanz- und Anlagekommission genehmigte und bis 2020 verlängerte Finanzstrategie, hat sich in den letzten fünf Jahren bewährt. Dabei stehen Vorsicht, Diversifizierung und Kapitalerhaltung im Vordergrund. Im Sinne der Transparenz zielt die Stiftung darauf ab, die nötige Liquidität für die Finanzierung laufender Projekte zu gewährleisten sowie ein bestimmtes Einkommen zu erzielen, um die Betriebskosten so weit als möglich zu decken. Sollten diese nicht gedeckt werden können, kann die Glückskette auf ihre Reserven zurückgreifen oder maximal 5 Prozent von den Spenden der grössten Sammelaktionen abbuchen.

Die Risiken werden möglichst klein gehalten und von der Direktion sowie zwei Finanzberatungsfirmen, 1875 Finance (bis Ende Juni 2016) und PPCmetrics, laufend überwacht. Das Anlagevermögen ist dreigeteilt: In flüssige Mittel und kurzfristige Geldanlagen (weniger als 12 Monate), in mittelfristige Anlagen (12 bis 48 Monate) und in langfristige Investitionen (länger als vier Jahre). Der letzte Teil, der maximal 45 Prozent des Gesamtportfolios ausmacht, wurde bei zwei Finanzinstituten angelegt. Darüber hinaus hat die Stiftung insgesamt 2,5 Millionen Franken in zwei Mikrofinanzfonds (BlueOrchard und Symbiotics) investiert.

Das im Jahr 2016 erreichte finanzielle Ergebnis reicht nicht aus, um die Betriebskosten der Glückskette zu decken. Die Nettoausgaben beliefen sich auf 3’400’696 Franken, das Finanzergebnis auf 1’744’873 Franken. Gemäss Beschluss des Stiftungsrates wurde der Negativsaldo von 1’626’908 einerseits durch die Entnahme von 2,5 Prozent bzw. 1’059’537 Franken aus dem Fonds Taifun Haiyan gedeckt, und andererseits durch die Auflösung eines Teils der Reserven, in der Höhe von 570’000 Franken. Der Auditbericht der Revisoren Mazars SA vom Februar 2017 enthielt keine speziellen Kommentare.

Der Stiftungsrat verabschiedete im Dezember die mit der Hilfe von Conser Invest ausgearbeitete «Charta nachhaltiger Finanzanlagen», welche Umwelt-, Sozialverträglichkeits- und Unternehmensführungsprinzipen auflistet. Diese neue Finanzstrategie wird in den kommenden Jahren unter der Aufsicht der Finanz- und Anlagekommission schrittweise umgesetzt und falls nötig angepasst.

Am 31. Dezember 2016 setzten sich die zu 87 Prozent in Schweizer Franken angelegten Gelder folgendermassen zusammen: 48 Prozent Obligationen, 29 Prozent flüssige Mittel, 16 Prozent Aktien und 4 Prozent Immobilien und 3 Prozent Andere.

IMPRESSUM

Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der

Partnerschaft & Zusammenarbeit

Redaktion:
Tony Burgener

Koordination und Layout:
Claudia Blaser

Grafiken zur neuen Strategie:
Kanulart

Gestaltung:
asiMove

ADRESSE

Glückskette
Rue des Maraîchers 8
Postfach 132
1211 Genf 8

Tel.: 058 458 12 12
E-Mail: info@glueckskette.ch
Website: www.glueckskette.ch

Postkonto: 10-15000-6

Im Ausland tritt die Glückskette unter «Swiss Solidarity» mit diesem Logo auf:

App erhältlich bei: