Jahresbericht 2019

1.1. Vorwort des Präsidenten Pascal Crittin


Wir bleiben unseren Werten treu – trotz konstanter Veränderungen

Anlässlich seines Rücktritts nach acht Jahren als Direktor liess Tony Burgener vor dem Stiftungsrat die Herausforderungen Revue passieren, welche die Glückskette während seiner Amtszeit zu bewältigen hatte. Die Liste war beeindruckend. Am Ende dieses Rückblicks – und der damit verbundenen Diskussion – kamen wir zum Schluss, dass die humanitäre Welt, wie viele andere Bereiche und sogar die Gesellschaft als Ganzes, zurzeit starke Veränderungen erlebt. Wir sind vielleicht nicht immer in der Lage, das Ausmass und die Auswirkungen dieser Veränderungen zu bestimmen, aber wir müssen uns ihrer bewusst sein und sie voraussehen. Der Stiftungsrat hat deshalb beschlossen, sich gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern an diesen Überlegungen zu beteiligen.

Die Glückskette hat 2019 einen wichtigen Leitungswechsel erfahren: den ihres Direktors. Ich danke Tony Burgener für sein volles Engagement an der Spitze der Glückskette und begrüsse seinen Nachfolger Roland Thomann.

Ein Wechsel in der Direktion ist oft eine Gelegenheit, die Strategie zu überprüfen. Gleichzeitig führt die Erkenntnis, dass die Veränderung konstant ist, uns zur Frage, ob eine mehrjährige Strategie noch sinnvoll ist, wenn wir wissen, dass sich die Ausgangslage schnell wieder ändern wird.

Zum ersten Mal werden wir daher eine agile, vorausschauende und flexible Strategieentwicklung wählen. Wir werden die Bereiche priorisieren, die wir für am dringendsten erachten, wie die Kommunikation, das Fundraising und die digitale Transformation. Die Glückskette wird deshalb in naher Zukunft in den Modus 4.0 wechseln.

Für diese Transformation kann sich unsere Stiftung auf ihre solide Finanzlage und ihre jüngsten Erfolge stützen. Diese Erfolge sind einem Direktionsteam zu verdanken, dessen Engagement ­– trotz manchmal schwieriger Ressourcenlage­ – ich beglückwünschen möchte. Die Direktionsmitglieder ergänzten Tony Burgener, der die Glückskette mit Stolz verlassen kann, perfekt, und haben Roland Thomann, der ein anderes Profil hat und, davon bin ich überzeugt, eine neue Perspektive in unsere Aktivitäten und Entwicklungen einbringen wird, ebenso perfekt aufgenommen.

Pascal Crittin

Präsident

1.2. Vorwort des scheidenden Direktors Tony Burgener


Herzlichen Dank

Mit diesem Editorial verabschiede ich mich von allen geschätzten Partnerinnen, Partnern, Spenderinnen und Spendern der Glückskette. Auf den folgenden Seiten gewähren wir Ihnen einen Einblick in all die Änderungen und Herausforderungen, denen ich mich gemeinsam mit meinem Team in den letzten acht Jahren stellen durfte. Es war eine ereignisreiche und spannende Zeit. Es bleibt mir, all denen zu danken, die uns in dieser Zeit in Wort und Tat unterstützten, insbesondere den Mitgliedern des Stiftungsrates und der verschiedenen Kommissionen, allen Partnerorganisationen und Dienstleistenden sowie den Hunderten von Freiwilligen und Tausenden von Spenderinnen und Spendern. Allen ein herzliches Dankeschön.

In meinem letzten Geschäftsjahr legten wir das Augenmerk vor allem auf Frauen in Konflikten und Katastrophen. Diese Frauen haben eine mehrfache Belastung zu tragen: Einerseits müssen sie sich um ihre Familie und die Wiederherstellungen einer gewissen Normalität kümmern, anderseits sind sie zusätzlichen Gefahren ausgesetzt.

Wir wollten, vor allem im Rahmen unserer 250. Sammlung zugunsten von Frauen in vergessenen Krisen, die Frauen als Akteurinnen bei der Krisenbewältigung in den Vordergrund stellen. Krisen und Katastrophen bieten manchmal die Gelegenheit, expliziter auf Probleme und Gefahren hinzuweisen und diese lautstark anzuprangern.

Ich konnte dies bei meinem letzten Projektbesuch in Bangladesch in den Camps der Rohingya in Cox’s Bazar selbst feststellen. Frauen, die in einer männlich dominierten Gesellschaft aufgewachsen sind und mit Tabus leben, lernen wichtige gesellschaftliche und familiäre Probleme zu erkennen und Änderungen einzufordern. So wurden in den Camps von den Frauen Probleme wie häusliche Gewalt, Frauenhandel, Prostitution und Meinungsfreiheit thematisiert.

Die Stimmen der Frauen, wie ganz allgemein die Stimmen aller von Kriegen und Katastrophen betroffenen Menschen, müssen besser gehört und ihre Vorstellungen und Prioritäten voll in die Projekte der Hilfswerke eingebunden werden.

Mit diesem Wunsch verabschiede ich mich und wünsche der Glückskette und allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren weiterhin eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Tony Burgener

Direktor 2012 bis 2019

1.3. Vorwort des neuen Direktors Roland Thomann


Von Solidarität und Glück

Solidarität ist seit jeher ein Grundprinzip des menschlichen Zusammenlebens. Seit mehr als 70 Jahren darf die Glückskette Ausdruck der Schweizer Solidarität sein. Dank den grosszügigen Spenderinnen und Spendern konnten sich Tony Burgener und sein Team in den letzten Jahren tatkräftig für Bedürftige im In- und Ausland einsetzen und die humanitäre Tradition der Schweiz leben. Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft waren dabei stets zentrale Erfolgsfaktoren.

Diese ausserordentliche Anpassungsfähigkeit wird in den kommenden Jahren stark auf die Probe gestellt werden. Wandel ist nichts Neues: Bereits Heraklit hat ihn als einzige Konstante begriffen. Neu ist jedoch der beschleunigte Wandel, der auf mehreren Ebenen gleichzeitig stattfindet. Für die Glückskette sind es deren drei: In der Art und Weise wie Hilfe geleistet wird, wie Medien konsumiert werden und wie zusammengearbeitet wird. Anpassungen in diesen Bereichen sind unausweichlich, um erfolgreich zu bleiben.

Obwohl während der letzten Jahrzehnte unermüdlich und mit viel Einsatz Hilfe geleistet wurde, sind heute prozentual mehr Menschen von humanitärer Hilfe abhängig als je zuvor. Die Hinweise häufen sich, dass die aktuell genutzten Instrumente zu wenig greifen und die zur Verfügung gestellten Mittel nicht ausreichen, um grundlegenden Wandel herbeizuführen. Deshalb muss die Glückskette ihre ganze Innovationskraft einbringen und neben traditioneller Projektarbeit auch disruptive Ideen fördern.

Als neuer Direktor der Glückskette bin ich überzeugt, dass wir auch in Zukunft die Unterstützung finden, um die vielfältigen Herausforderungen zu meistern. Denn sich solidarisch zeigen, bedeutet Glück zu teilen. Und Glück ist das einzige Gut, das sich verdoppelt, wenn es geteilt wird. Möchten wir folglich unser Glück maximieren, sollten wir uns maximal solidarisch zeigen und Solidarität nicht aus politischer Motivation limitieren. Vielmehr bedarf es gerade in diesen herausfordernden Zeiten besonderer Solidarität, damit nicht nur das Glück mehr geschützt wird, sondern sich das Glück aller verdoppelt.

Roland Thomann

Direktor ab 1.1.2020

2. Entwicklung der Glückskette von 2012 bis 2019


Und sie dreht sich immer noch. Doch die Welt hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Dies geht auch an einer Stiftung wie der Glückskette nicht spurlos vorbei. Die Direktion, das Team, der Stiftungsrat und alle Partnerorganisationen haben sich diesen Herausforderungen gestellt und Antworten auf brennende Fragen gesucht und gefunden, aber auch versucht, Trends und Entwicklungen vorauszusehen. Ein Kurzüberblick in zehn Punkten:

  1. Humanitärer Imperativ

Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit wurden auf dem politischen Parkett in den vergangenen Jahren mit immer wechselnden Prismen begutachtet und beurteilt. Nationale Interessen rückten hier und dort in den Vordergrund, und dementsprechend änderten sich auch die Erwartungen an die internationale Zusammenarbeit. Die dabei gefällten Entscheide und Vorschläge haben einen Einfluss auf die Wahrnehmung dieser Hilfe wie auch auf die Tradition der humanitären Schweiz. In diesem Umfeld müssen sich NGOs und auch die Glückskette ihre prinzipientreuen Ansätze in Erinnerung rufen und dem humanitären Imperativ auch in Zukunft die Treue halten.

  1. Humanitäre Hilfe 4.0

Die humanitäre Hilfe ist im Wandel. Die Partnerhilfswerke der Glückskette müssen sich teilweise neu positionieren, da die Ansprüche der lokalen Partner, der betroffenen Bevölkerung wie auch des politischen Umfelds vor Ort die bisherigen Paradigmen der Hilfe über Bord werfen. Die Glückskette hat sich diese Entwicklung, die vor allem am humanitären UN-Gipfel in Istanbul im Jahr 2016 durch den «Grand Bargain» zementiert wurde, als Leitfaden ihrer Politik zu eigen gemacht. Die Lokalisierung der Hilfe und die Einbindung der betroffenen Menschen in alle Phasen des Projekt- oder Programmzyklus wie auch der Cash-Ansatz und ein vereinheitlichtes Reporting sind Teil dieser Anpassungen.


  1. Wirkung versus Output

Die humanitäre Hilfe hat sich dahingehend gewandelt, dass sie heute von der ersten Stunde einer Katastrophe an auf Wirkung abzielt. Die Glückskette gab dabei zusätzlichen Anschub, indem sie Wirkungsanalysen weit nach Abschluss der getätigten Projekte in Auftrag gab, so etwa zehn Jahre nach dem Tsunami von 2004 und dem Erdbeben in Haiti von 2010. Die Resultate erlaubten es, die Wirkungsmechanismen besser zu studieren und die kommenden Projekte dementsprechend anzupassen. 

  1. Geteiltes Wissen

Der entscheidende Moment in den besprochenen Jahren war die Ausarbeitung einer neuen Strategie mit einem neuen Leitbild, das die Glückskette nicht nur als Geldgeberin klar positionierte, sondern auch die Grundlage für eine Wissensplattform lieferte. Die Offenheit der Partnerorganisationen und der SRG zum Austausch von Erfahrungen sowie die Lust am Lernen zeichnet die humanitäre Szene besonders aus. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NGOs im Feld waren dabei besonders rezeptiv und in der Schweiz konnten in den Trendbereichen Innovation und Digitalisierung auf spezifischen Plattformen konstruktiv zusammengearbeitet werden.

  1. Swissness

Die Glückskette beruft sich auf ihre Swissness und arbeitet vornehmlich mit Schweizer Partnerorganisationen zusammen. Hilft sie aber auch in der Schweiz effizient? Diese Frage war in den letzten Jahren zentral und die Antwort klar: Es musste eine 180-Grad-Wende herbeigeführt werden. Seit drei Jahren arbeitet die Stiftung mit rund hundert mittleren und kleineren Organisationen und Vereinen in der Schweiz zusammen, um Jugendlichen in Not und Kindern, die Opfer von Gewalt geworden sind, nachhaltig zu helfen. Dadurch entstand ein neues Netzwerk, das uns in der Schweiz noch stärker verankert hat.

  1. Digitale Transformation

Die Digitalisierung lief bei der Glückskette nach den neusten Trends mit dem erstaunlichen Resultat, dass heute rund ein Viertel der Spenden über digitale Kanäle getätigt werden. Auf dieser Basis kann man in Zukunft aufbauen. Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren auch alle anderen Bereiche erfassen, so auch die Projekt- und Programmebene mit den Partnerorganisationen. Die dazu notwendigen Kanäle und Mittel wurden in den letzten Jahren aufgebaut und können eine Basis zur Weiterentwicklung darstellen.

  1. SRG on demand

Die Digitalisierung betrifft natürlich auch die Zusammenarbeit mit der SRG, der wichtigsten Partnerin der Glückskette. Im Zentrum standen in den letzten und vermehrt wohl auch in den kommenden Jahren das Medienverhalten der Bevölkerung. Fragmentierung, Sendungen on demand und ihnen angepasste Formate auch in der Information zwingen die Glückskette schon heute und noch verstärkt morgen, einen Wandel durchzumachen. Ziel war und ist es, das Publikum so breit wie möglich zu erreichen. Mit 92 Prozent Bekanntheitsgrad (Spendenbarometer 2018) in der Schweizer Bevölkerung ist die Marke weiterhin gut verankert, doch garantiert dies keine direkte Wirkung auf die Sammelresultate. Experimente über Onlinespenden und die sozialen Medien zeigen auf, dass die Schweizerinnen und Schweizer beim Spenden noch nicht voll auf den digitalen Zug gesprungen sind.


  1. Innovationsschub

Innovation ist heute auch im humanitären Bereich das Gebot der Stunde. Innovationen müssen gefördert werden. Die Partnerorganisationen dürfen und sollen sich in geeigneten Fällen von einem risikoscheuen zu einem risikobereiten Ansatz durchringen. Als Geldgeberin hat die Glückskette dabei schon wohlüberlegte Reize geschaffen, damit vor Ort noch effizienter geholfen werden kann. Innovationen laufen dabei interdisziplinär ab und beanspruchen das Wissen von neuen Partnern, sei es aus dem akademischen oder wirtschaftlichen Umfeld. Die «Splendid Isolation» der humanitären Hilfe ist abgelaufen.

  1. «Small is beautiful»

Trotz aller Bewegungen und Änderungen ist die Glückskette in den vergangenen Jahren klein, mobil und agil geblieben. Dies wirkt sich auch auf die Verwaltungskosten und das Personalkontingent aus, die stabil geblieben sind. Spenderinnen und Spender achten vermehrt darauf, dass die Ratio der für die Administration verwendeten Spenden gegenüber den wirklichen Projektbeiträgen vernünftig bleibt. Mit etwas unter 5 Prozent ist sie bei der Glückskette über die vergangenen Jahre rekordverdächtig tief geblieben.

  1. Nachhaltigkeit bis zum letzten Rappen

Die Glückskette musste sich auf allen Ebenen mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen. Dies traf auch auf ihre Finanzverwaltung zu. Die Anlagekriterien wurden dahingehend geschärft und professionell aufgearbeitet, damit heute die Garantie besteht, dass auch die Geldanlagen Wirkung erzielen und negative Auswirkungen verhindern. Die erarbeiteten Erträge erlaubten es in den vergangenen Jahren in sieben von acht Fällen, einen grossen Teil der Betriebskosten zu decken. Auch dies ist ein Zeichen der Effizienz.

3. Spendensammlungen


Das Jahr 2019 war wiederum geprägt von vielen Konflikten und Naturkatastrophen, die zu humanitären Katastrophen führten.

Nicht in allen Fällen konnten wir eine Spendensammlung durchführen. Bei den Waldbränden im Amazonasgebiet, dem Erdbeben in Albanien oder den Überschwemmungen auf den Philippinen waren die Bedingungen nicht gegeben, um unsere Spenderinnen und Spender zu mobilisieren.

Da wir unseren Spenderinnen und Spendern gegenüber verpflichtet sind, ihre Spenden möglichst effizient und effektiv einzusetzen, müssen drei Kriterien erfüllt sein, damit wir zu Spenden aufrufen können:

  • Die Regierung des betroffenen Landes muss zu internationaler Hilfe aufrufen und die geforderte Hilfe muss den Kompetenzen unserer Partnerhilfswerke entsprechen.
  • Mindestens drei unserer Partnerhilfswerke müssen in diesem Land tätig sein, damit die Hilfe möglichst schnell und mit guten lokalen Kenntnissen anlaufen kann.
  • Das Ausmass der Katastrophe muss so gross sein, dass die Schweizer Bevölkerung über die Medien von der Katastrophe erfahren und sich mit den Opfern der Katastrophe solidarisch zeigen möchten.

Somit sammelten wir im Berichtsjahr für zwei aktuelle Katastrophen Spenden: für die Opfer des Krieges im Jemen und für die vom Wirbelsturm Idai betroffenen Menschen in Mosambik. Zusätzlich baten wir unsere Spenderinnen und Spender um Unterstützung für Frauen in vergessenen Krisen und Kinder in der Schweiz, die zu Hause Opfer von Gewalt geworden sind.

3.1. Krieg im Jemen


Im Februar 2019 liessen die fortgesetzten Friedensgespräche auf eine Verbesserung der Lage im Jemen hoffen. Dort tobte bereits seit vier Jahren ein erbitterter Krieg. Bombardierungen, Übergriffe und der Tod waren zum traurigen Alltag der Jemenitinnen und Jemeniten geworden.

Die UNO bezeichnete die Situation im Jemen als das grösste humanitäre Desaster der Gegenwart und für unsere Partnerhilfswerke war die Lage nach wie vor sehr gefährlich. Trotzdem setzten sie sich dafür ein, den Opfern dieses Krieges zu helfen.

Damit die Partnerhilfswerke die dringende Nothilfe für 24 Millionen Menschen, die im Jemen für ihr Überleben von humanitärer Hilfe abhängig waren, weiterführen konnten, entschieden wir uns gemeinsam mit der SRG am 28. März 2019 einen nationalen Solidaritätstag für die Opfer des Krieges im Jemen durchzuführen.

Trotz der Friedensgespräche im Februar 2019 wurde der Krieg im Jemen kaum in den Medien thematisiert. Deshalb waren wir auf die grösstmögliche Unterstützung aller Spenderinnen und Spender und vor allem auch der Meinungsträgerinnen und -träger angewiesen, um Aufmerksamkeit für diese humanitäre Krise zu schaffen.

Gemeinsam mit der SRG und der Unterstützung der Privatradios pro Glückskette und anderer Medien sowie der Unterstützung von Bundesrat Ignazio Cassis gingen am Solidaritätstag Spendenversprechen in der Höhe von 1,2 Millionen Franken ein. Bis Ende Jahr kam ein Spendenbetrag von sechs Millionen Franken zusammen. Wir stellten für diese Sammlung zum ersten Mal verschiedenen Meinungsträgern ein Social-Media-Kit zur Verfügung, in dem wir fixfertige Inhalte bereitstellten, die auf den sozialen Medien geteilt werden konnten. Die Sammlung erreichte damit einen hohen Anteil an Spenden, die digital generiert wurden.

Im Vorfeld der Sammlung hatten wir aus unserem Fonds «Early Response» bereits eine Million Franken zur Verfügung gestellt, damit die Hilfswerke schnell mit der nötigen Hilfe beginnen konnten.

3.2. Wirbelsturm in Mosambik


In der Nacht auf den 15. März 2019 traf der Wirbelsturm Idai auf Mosambik und zerstörte weite Teile des Landes. Die sintflutartigen Regenfälle lösten Überschwemmungen aus, die Häuser, Spitäler, Schulen, Strassen und Brücken zerstörten. Beira, die viertgrösste Stadt Mosambiks, wurde zu 90 Prozent zerstört oder beschädigt.

Neben Mosambik waren auch mehrere Hunderttausend Menschen in Simbabwe und Malawi vom Zyklon und den Überschwemmungen betroffen.

Für die Hilfswerke war es lange schwierig, das Ausmass der Schäden abzuschätzen, weil viele Gebiete nur per Hubschrauber erreichbar waren. Deshalb mussten wir mit dem Entscheid, eine Sammlung zu starten, vier Tage warten. Damit unsere Partnerhilfswerke trotzdem schnellstmöglich mit der dringenden Nothilfe starten konnten, stellten wir aus unserem Fonds «Early Response» sofort eine Million Franken für die Hilfe zur Verfügung.

Vier Tage nachdem der Wirbelsturm in Mosambik auf Land traf und nach ersten Schätzungen der Hilfswerke zum Ausmass der Schäden, entschieden wir uns dafür, einen Spendenaufruf ohne nationalen Solidaritätstag zu lancieren.

Im Rahmen dieser Sammlung durften wir auf die grosse Unterstützung der SRG-Medien, allen voran SRF1 mit einem Thementag zu Mosambik, den Privatradios pro Glückskette und diversen privaten Medien zählen.

Die Betroffenheit der Schweizer Bevölkerung und ihre Solidarität mit den Opfern des Wirbelsturmes war sehr gross, sodass wir insgesamt bis Ende Dezember 2019 4,9 Millionen Franken Spenden entgegennehmen durften.

3.3. Frauen in vergessenen Krisen


Vom 12. bis 19. September 2019 lancierten wir zum 250. Mal in unserer 73-jährigen Geschichte eine Spendensammlung. Wir nahmen dieses Jubiläum zum Anlass, Menschen eine Stimme zu geben, die sonst doppelt vergessen werden: Frauen in vergessenen Krisen.

Einerseits finden viele Krisen (wie in Somalia, El Salvador und im Jemen) abseits der Weltöffentlichkeit statt. Die mediale Aufmerksamkeitsspanne für Konflikte wird immer kürzer und die Opfer dieser Krisen und ihre Bedürfnisse geraten in Vergessenheit.

Andererseits sind leider noch viele Systeme und Kulturen auf die Bedürfnisse und Prioritäten von Männern ausgelegt. In Kriegen, Konflikten oder nach Naturkatastrophen tragen jedoch mehrheitlich die Frauen die physischen, psychologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise.

Gemeinsam mit den SRG-Medien und der Unterstützung unserer Partnerhilfswerke konnten wir diesen Frauen während einer Woche eine Stimme geben, auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen, aber vor allem auch zeigen, dass sie selbstbestimmte Akteurinnen in der humanitären Hilfe sind und wir sie dabei unterstützen. Reportagen von SRF, RTS und RSI von der Insel Lesbos, aus dem Libanon und aus Honduras veranschaulichten die Problematik in einem ganz konkreten Umfeld.

Nebst dem Spendenthema wollten wir auch die digitalen Spendenmöglichkeiten in den Fokus rücken und setzten erstmals in grossem Umfang auf digitale Spendenaufrufe und Spendenmöglichkeiten.

Dank diversen Spezialsendungen und Spendenaufrufen, einem Thementag auf SRF1 sowie dem Adventskalender von Glanz & Gloria, bei dem man die Kochkünste eines Spitzenkoches oder -köchin in der eigenen Küche ersteigern konnte, sammelten wir bis Ende 2019 2,5 Millionen Franken Spenden.

3.4. Kinder in Not («Coeur à Coeur»/«Ogni centesimo conta»)


Vom 14. bis 20. Dezember 2019 führten wir erneut die gemeinsam mit RTS und RSI organisierten Sammelaktionen «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» zugunsten von Kindern durch, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. Die gemeinsam mit SRF organisierte Sammelaktion «Jeder Rappen zählt» wurde 2018 zum letzten Mal durchgeführt. Zurzeit wird ein Konzept für eine neue gemeinsame Aktion entwickelt.

Die vierte Ausgabe von «Coeur à Coeur» fand zum ersten Mal in Sion (VS) statt ­– mit dem Ziel, jedes Jahr eine neue Stadt in der Westschweiz zu entdecken. Zum ersten Mal wurde die Sendung eine Woche lang in ihrer Gesamtheit auf dem Sender «La Première» ausgestrahlt. Sieben regionale Radiosender schlossen sich der Sammelaktion an und brachten die Bevölkerung der Westschweiz für die gleiche Sache zusammen. Darüber hinaus organisierten Unternehmen, Schulen und Privatpersonen fast 200 Aktionen, um Spenden zu sammeln. Die Veranstaltung brachte eine Rekordsumme von 3,14 Millionen Franken an Spendenversprechen ein. Im Tessin mobilisierte die dritte Ausgabe von «Ogni centesimo conta» die Bevölkerung der italienischsprachigen Schweiz, die mehr als 275’000 Franken an Spendenversprechen zusagte.

Für diese beiden Sammelaktionen wurden bis zum 31. Dezember 2019 bereits mehr als 2,7 Millionen Franken auf unser Konto eingezahlt, und auch Anfang 2020 gingen zahlreiche weitere Spenden ein.

Die gesammelten Spenden sind wie im Vorjahr für Kinder in der Schweiz bestimmt, die Opfer von Gewalt in der Familie geworden sind. Mit der Wahl desselben Themas wollen wir eine nachhaltige Wirkung erzielen und Projekte langfristig finanzieren können. Im Jahr 2020 werden wir Projekte von Schweizer Organisationen finanzieren, die auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Kinder eingehen und ihnen massgeschneiderte und individuelle Lösungen anbieten. Hilfsmittel zur Verarbeitung ihrer Traumata, die Stärkung der Bindung zu ihren Eltern oder Unterstützung beim Austritt aus einer Institution sind nur einige Beispiele für die Hilfe, die ihnen geboten werden kann.

4. Verwendung der Spendengelder


Im Jahr 2019 unterstützten wir insgesamt 234 Projekte unserer Partnerhilfswerke mit einem Gesamtbetrag von 29,2 Millionen Franken, die rund 6 Millionen Menschen in 37 Ländern in den Bereichen Nothilfe, wirtschaftliche Erholung, Rehabilitation oder Wiederaufbau unterstützten.

In der Schweiz

Über 17 Prozent der Spenden flossen dabei in Projekte in der Schweiz, sei es für Kinder oder Jugendliche in Not, Opfer von Unwettern oder die Menschen in Bondo. Wir unterstützten im Jahr 2019 insgesamt 106 Projekten mit fast 5 Millionen Franken. Die Schweiz ist somit das Land, in dem wir von allen 37 Projektländern am meisten Spenden einsetzten.

Dank Spenden aus den Sammlungen «Jeder Rappen zählt», «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» des Jahres 2019 und vorangegangener Jahre konnten wir 35 Projekte für Kinder unterstützen, die im eigenen Zuhause Opfer oder Zeugen von Gewalt geworden sind. Wir unterstützten zudem 66 Projekte für Jugendliche in Not mit dem Ziel, sie für einen Berufseinstieg vorzubereiten. In Bondo unterstützten wir Privatpersonen, KMUs und die Gemeinde mit rund einer Million Franken.

 


Im Ausland

Die 24,3 Millionen Franken Spendengelder, mit denen wir die Projekte im Ausland im Jahr 2019 mitfinanzierten, stammten einerseits aus den Sammlungen des Jahres 2019 (Jemen und Mosambik) aber auch aus Sammlungen früherer Jahre. Denn wir setzen die Spendengelder nachhaltig ein und solche Projekte dauern gerade nach Naturkatastrophen mehrere Jahre.

Im Ausland flossen im Jahr 2019 am meisten Spendengelder in Projekte für die Rohingya in Bangladesch, die Opfer des Tsunamis in Indonesien von 2018, die Opfer des Krieges im Jemen und die vom Wirbelsturm betroffenen Menschen in Mosambik.

Darüber hinaus standen im Berichtsjahr wiederum die Kinder im Fokus. Im Ausland konnten wir dank unserem Kinderhilfefonds 20 Projekte in 15 Ländern finanzieren und somit gemeinsam mit unseren Partnern zu besserem Schutz, Gesundheit und Bildung von mehr als 475’000 Kindern beitragen.

In den folgenden Kapiteln zeigen wir eine Übersicht der Verwendung der Spendengelder der Sammlungen aus den Jahren 2018 und 2019 im In- und Ausland. Genaue Informationen zu den Geldflüssen aller anderen Sammlungen finden sich in unserer Jahresrechnung und in den Kennzahlen.

4.1.1. Jemen


Am 28. März 2019 organisierten wir einen nationalen Solidaritätstag für die Opfer des Krieges im Jemen. Das gesammelte Geld erlaubte es uns, vier Nothilfeprojekte von drei unserer Partnerhilfswerke und des IKRK für die vom Kriegsgeschehen betroffene Bevölkerung zu finanzieren.

Im Jemen spielte sich laut der UNO die schlimmste humanitäre Krise weltweit ab. 24 Millionen Menschen waren für ihr Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen, rund die Hälfte aller Spitäler war zerstört oder funktionierten nicht mehr.

Die Situation war für die jemenitische Bevölkerung dramatisch und machte die Hilfe für unsere Partnerhilfswerke sehr schwierig. Der Zugang zu den betroffenen Gebieten war nur unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen möglich und die Organisationen mussten sich jederzeit der sich wandelnden Situation anpassen können.

Die von uns unterstützten Organisationen konnten die Bevölkerung mit der dringend nötigen medizinischen Hilfe in Spitälern und Gesundheitszentren versorgen, wobei vor allem die Behandlung von Verletzungen aber auch von Mangelernährung im Vordergrund standen.

Wo akuter Lebensmittelmangel herrschte, verteilten unsere Partnerhilfswerke zudem Nahrungsmittel. Wo zwar Nahrungsmittel noch erhältlich waren, die Leute sie aber aufgrund akuter Armut und überteuerter Preise nicht erwerben konnten, wurde Bargeld verteilt. So wurde sichergestellt, dass die Menschen selbst kaufen konnten, was sie am dringendsten benötigten.

Projektbeiträge 2019:

2'437'000 CHF

Spenden 2019: 6'036'388 CHF

Hilfswerke 2019:

Ärzte ohne Grenzen / Médecins sans Frontières, IKRK, Medair, Save the Children Schweiz

4.1.2. Mosambik


In der Nacht auf den 15. März 2019 traf der Wirbelsturm Idai auf Mosambik und zerstörte weite Teile des Landes. Die sintflutartigen Regenfälle lösten Überschwemmungen aus, die Häuser, Spitäler, Schulen, Strassen und Brücken zerstörten. Beira, die viertgrösste Stadt Mosambiks, wurde zu 90 Prozent zerstört oder beschädigt. Neben Mosambik wurden auch die beiden Nachbarländer Simbabwe und Malawi schwer getroffen. Sechs Wochen nach Idai erschwerte der Wirbelsturm Kenneth zusätzlich die Hilfsarbeiten vor Ort.

Dank der Präsenz und Erfahrung vor Ort konnten unsere Partnerhilfswerke innerhalb von weniger als einem Monat die ersten 6 von insgesamt 13 Projekten lancieren, die wir im Berichtsjahr mit den Spenden für Mosambik finanzieren konnten.

In der ersten Phase stand die medizinische Versorgung, finanzielle Hilfe sowie die Verteilung von Nahrungsmitteln und Gütern des Grundbedarfs im Vordergrund. Später verteilten unsere Partnerhilfswerke auch Saatgut, weil die Ernte durch die Überschwemmungen komplett ausgefallen war, und begannen mit dem Wiederaufbau von Häusern, Schulen und der Wasserversorgung. Insgesamt konnten unsere Partnerhilfswerke im Jahr 2019 1,3 Millionen Menschen dabei helfen, sich von der Katastrophe zu erholen.

Die Nothilfeprojekte dauerten wenige Monate und endeten bereits im Jahr 2019. Andere Projekte, die den Wiederaufbau und die Wiederaufnahme von wirtschaftlichen Tätigkeiten betreffen, laufen noch bis Anfang 2021 weiter.

Projektbeiträge 2019:

2'300'500 CHF

Spenden 2019: 4'926'559 CHF

Hilfswerke 2019:

ADRA, Ärzte ohne Grenzen / Médecins sans Frontières, Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, , Helvetas, Médecins du Monde, Save the Children Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, Swiss Llimbs, terre des hommes Schweiz

4.1.3. Rohingya


Nach dem Exodus im Jahr 2017, als innerhalb weniger Wochen rund 700’000 Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch geflüchtet waren, lebten auch im Jahr 2019 immer noch rund eine Million Menschen im Lager bei Cox’s Bazar. Die Lage und Lebensbedingungen der Rohingya blieben äusserst schwierig. Die Situation entwickelte sich in eine chronische Krise, die Hilfe aber blieb aufgrund der staatlichen Einschränkungen eine Überbrückungs- und Nothilfe.

Das heisst, dass mit den sechs im Jahr 2019 von unseren Partnerhilfswerken umgesetzten Projekte zwar versucht wurde, die Lebensbedingungen der Rohingya zu verbessern und das Lager und die Unterkünfte so sicher wie möglich zu machen, aber keine dauerhaften Strukturen gebaut werden konnten.

Nichtsdestotrotz konnten unsere Partnerhilfswerke viel bewirken: Die Unterkünfte wurden verstärkt und hielten so dem Monsun stand, Hänge wurden zum Schutz vor Erdrutschen gesichert, die Wege und das Abfall- und Abwassersystem wurden saniert, der fortlaufende Betrieb von früher aufgebauten Gesundheitszentren wurde finanziert und die Bevölkerung über die im Camp verfügbare Hilfe aber auch über Gefahren wie Kinderhandel und Missbrauch informiert. Zusätzlich wurden Mechanismen zum Schutz der Frauen vor Gewalt und Übergriffen eingeführt.

Weil die Rohingya nicht arbeiten und somit kein Geld verdienen dürfen, die zur Verfügung gestellten Nahrungsmittel aber kein frisches Gemüse und Fleisch beinhalten, sorgten die Partnerhilfswerke mit dem innovativen Ansatz der Dachgärten dafür, dass die Rohingya trotz des knappen zur Verfügung stehenden Platzes Gemüse für den Eigenbedarf anpflanzen und so ihre Ernährung diversifizieren und gesünder machen konnten.

Projektbeiträge 2019:

3'075'175 CHF

Spenden 2019: 105'738 CHF

Hilfswerke 2019:

Caritas Schweiz, CBM, Christoffel Blindenmission, Fondation Hirondelle, HEKS, Legal Action Worldwide, Médecins du Monde, Save the Children Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse, Terre des hommes – Kinderhilfe

4.1.4. Tsunami Indonesien


Auch im Jahr 2019 setzten unsere Partnerhilfswerke die Hilfe für die vom Tsunami und dem Erdbeben vom 28. September 2018 betroffene Bevölkerung in der indonesischen Stadt Palu fort. Da die Regierung selbst den grossen Teil des Wiederaufbaus der zerstörten Häuser und Infrastrukturen in die Hand nahm, finanzierten wir einerseits Projekte, mit denen Übergangsunterkünfte und Übergangsschulen gebaut oder zur Verfügung gestellt werden, bis die neuen Häuser fertiggestellt sind, und andererseits Projekte, mit denen den Menschen geholfen wurde, ihre Aktivitäten, durch die sie Geld verdienen, wieder aufzunehmen.

Die indonesische Regierung stellte die Bedingung, dass die Projekte vor Ort ausschliesslich durch lokale Organisationen umgesetzt werden. Deshalb war es im Rahmen dieser Hilfe besonders wichtig, komplementär zur Regierung zu arbeiten. Es wurden auch Bargeldprojekte umgesetzt für die Menschen, die durch die Naturkatastrophe verarmt waren und Geld brauchten, damit sie ihre beruflichen Aktivitäten wieder aufnehmen konnten.

Dieses Umfeld war eine Herausforderung für unsere Partnerhilfswerke, aber sie konnten sich durch starke Partnerschaften mit lokalen Organisationen, die sie zum Teil über Jahre aufgebaut hatten, sehr schnell und flexibel anpassen. So überliessen sie die Projekte zur Umsetzung ihren lokalen Partnern und sicherten die Qualität durch einen engen Austausch und regelmässige Besuche vor Ort.

Insgesamt konnten wir neun Projekte von sechs Partnerhilfswerken und ihren lokalen Partnern finanzieren.

Projektbeiträge 2019:

3'338'261 CHF

Spenden 2019: 141'576 CHF

Hilfswerke 2019:

ADRA, Caritas Schweiz, CBM Christoffel Blindenmission, HEKS, Medair, Save the Children Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, Solidar Suisse

4.1.5. Für ein Dach über dem Kopf («Jeder Rappen zählt» 2018)


Im Dezember 2018 sammelten wir zum zehnten und letzten Mal gemeinsam mit SRF Spenden mit der Aktion «Jeder Rappen zählt». Zwei Drittel der Spenden dienten der Finanzierung von Projekten im Ausland, wo es darum ging, Menschen, die aufgrund von Naturkatastrophen oder Vertreibungen ihr Dach über dem Kopf verloren hatten, wieder ein sicheres Zuhause zu geben.

Im Jahr 2019 konnten wir mit den Spenden fünf Projekte finanzieren. In Bangladesch finanzierten wir drei Projekte von Caritas, Solidar Suisse und HEKS für die Rohingya. Neben dem sicheren Dach über dem Kopf stand hier der ganzheitliche Siedlungsansatz im Vordergrund. Es war uns wichtig, Projekte zu finanzieren, durch welche die Rohingya nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch Zugang zu Latrinen, Trinkwasser und einem funktionierenden Abwassersystem haben, durch Gemüsegärten ihre Ernährung vielfältiger gestalten und durch den Verkauf von Überschüssen etwas Geld verdienen können.

In Mosambik konnten wir die Verteilung von Material und Werkzeug an 200 obdachlose und bedürftige Familien finanzieren, damit diese möglichst schnell ihre Häuser wiederaufbauen konnten. Zudem bildete Save the Children rund 300 Menschen zu Handwerkerinnen und Handwerkern aus.

Ein weiteres Projekt in Indien half den im Mai 2019 vom Zyklon Fani betroffenen Menschen. Millionen von Menschen wurden durch den Wirbelsturm obdachlos und mindestens 42 Menschen wurden getötet. Durch das Projekt von Terre des hommes – Kinderhilfe erhielten 150 betroffene Familien ein neues Zuhause.

Projektbeiträge 2019:

1'239'000 CHF

Spenden 2019: 950'638 CHF

Hilfswerke 2019:

Caritas Schweiz, HEKS, Save the Children Schweiz, Solidar Suisse, Terre des hommes – Kinderhilfe

4.1.6. Innovation


Dank innovativen Ansätzen kann man auch in der humanitären Hilfe effizientere und nachhaltigere Resultate erzielen. Unser Innovationsfonds, den wir im Jahr 2018 ins Leben riefen, zielt genau darauf ab.

Im Berichtsjahr konnten wir allerdings nur vier neue Projekte zur Finanzierung akzeptieren. Es stellte sich heraus, dass mehrere Partnerorganisationen die Innovationskriterien noch nicht einverleibt hatten und Projekte einreichten, die den Ansprüchen des «Design thinking»- und «Risk awarding»-Ansatzes nicht entsprachen. Diese Kriterien wurden den Partnerhilfswerken anlässlich einer Veranstaltung der Innovationsplattform noch einmal erklärt und illustriert.

Im Jahr 2019 unterstützten wir insgesamt sieben Innovationsprojekte in der Ukraine, Mosambik, Burkina Faso, Nigeria, Äthiopien und Uganda, drei davon hatten bereits im Jahr 2018 begonnen.

Das Projekt in Mosambik entsprach denn auch einer zweiten Tranche eines im Vorjahr von SolidarMed lancierten Projektes. Dabei wurden spezielle Motorräder zum Transport von schwangeren Frauen eingesetzt, damit sie sicher und rechtzeitig zur Entbindung ins nächstliegende Gesundheitszentrum gefahren werden konnten. Wurden die Motorräder nicht für den Schwangerentransport benützt, dienten sie als Taxi und die Fahrer verdienten so ihr Geld.

In Äthiopien unterstützten wir mit dem Innovationsfonds die Entwicklung eines Systems zur Vorhersage von Flucht- und Migrationsbewegungen. Dieses datengestützte System sollte es erlauben, besser auf solche Krisen vorbereitet zu sein und schneller auf sie reagieren zu können.

Gemeinsam mit einem lokalen Unternehmen entwickelte die Tessiner NGO Swisslimbs eine neue Technologie für Prothesen und Orthesen. Mit unserem Innovationsfonds unterstützten wir ein Projekt in Uganda, wo diese neue Technologie zur Anwendung kam.

Gerade im Bereich der Wasseraufbereitung gibt es immer wieder neue, innovative Ansätze, um die Installationen und die Qualität des Wassers zu verbessern. Der Fonds unterstützte ein solches Projekt von Terre des hommes – Kinderhilfe in Nigeria.

 


Im Laufe des Jahres versuchten wir, die bestehende Austauschplattform für die Partnerhilfswerke zum Thema Innovation zu stärken. Es ist uns wichtig, dass sich auch in der Schweiz analog zu einer Plattform, die in den Niederlanden besteht, Geldgeber, Hilfswerke, akademische Institutionen, die Privatwirtschaft wie auch die öffentliche Hand zusammenschliessen, um der Innovation in der humanitären Hilfe zum Durchbruch zu verhelfen. Kontakte mit der ETH Lausanne (EPFL), IMD (International Institute for Management Development) und der Universität Genf waren vielversprechend und sollten es erlauben, in naher Zukunft eine effiziente schweizerische Innovationsplattform zu etablieren.

Projektbeiträge 2019:

329'959 CHF

Spenden 2019: 0 CHF

Hilfswerke 2019:

Enfants du Monde, Save the Children Schweiz, Solidarmed, Swiss Limbs, Terre des hommes – Kinderhilfe

4.1.7. Fonds «Early Response»


Der Fonds «Early Response» dient dazu, Projekte in Ländern und für Katastrophen zu unterstützen, für die wir keine spezifische Sammlung durchführen. Zudem können wir unseren Partnerorganisationen dank des Fonds wenige Stunden nach dem Ausbruch von Katastrophen Mittel zur Verfügung stellen, damit sie nicht zuerst auf Spendeneinnahmen warten müssen und sofort mit der dringenden Nothilfe beginnen können.

In den ersten Tagen nach dem Wirbelsturm Idai in Mosambik sprachen wir eine Million Franken für die Nothilfe, die später zum Spendenresultat von über 4,9 Millionen hinzugerechnet wurden.

Eine zusätzliche Million Franken aus dem Fonds «Early Response» diente zur Finanzierung von Nothilfeprojekten unserer Partnerhilfswerke im Jemen.

Die Direktion sprach Ende Jahr zudem eine Million Franken zugunsten der Vertriebenen in der Sahelzone für Projekte in Burkina Faso, Mali und Niger.

Mit dem Fonds «Early Response», der weitgehend durch freie, nicht gebundene Spenden oder Überschüsse von auslaufenden Fonds finanziert wird, steht uns ein Mittel zur Verfügung, um schnell auf akute Bedürfnisse und Notlagen reagieren zu können.

Projektbeiträge 2019:

1'250'000 CHF

Spenden 2019: 243'527 CHF

Hilfswerke 2019:

Ärzte ohne Grenzen / Médecins sans Frontières

4.1.8. Kinderhilfe


Auch im Berichtsjahr blieb die in den Statuten unserer Stiftung verankerte Kinderhilfe ein Fokus unserer Arbeit. Mit insgesamt 20 Projekten von 13 Partnerhilfswerken in 15 Ländern konnten wir über 475’000 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren unterstützen.

Die drei Bereiche unserer Kinderhilfe umfassen Gesundheit, Bildung und Schutz. Sowohl in von Krisen betroffenen als auch in wirtschaftlich wenig entwickelten Ländern sind die Bedürfnisse in diesen drei Bereichen enorm, insbesondere die von Kindern.

In den Krisenherden Afghanistan, Mali, Niger und Kamerun konnten wir trotz der gefährlichen Lage sowohl Projekte zum Schutz der Kinder vor Übergriffen, Gewalt und Kinderhandel finanzieren, als auch die medizinische Versorgung sicherstellen und unsere Partnerhilfswerke im Kampf gegen Mangelernährung unterstützen.

Auch in diversen Ländern, die sich am unteren Ende der Entwicklungsskala befinden, wie zum Beispiel Benin, Burkina Faso, Bangladesch, Bolivien und Pakistan, konnten wir insgesamt 16 Projekte in 11 Ländern finanzieren. Auch hier steht der Schutz der Kinder vor Missbrauch, Kinderarbeit und Übergriffen, der Zugang zu medizinischer Versorgung, insbesondere für Kinder mit körperlichen oder mentalen Einschränkungen, und Bildungsprojekte im Vordergrund.

12 der 20 Projekte laufen auch im Jahr 2020 und einige sogar bis 2021 weiter.

Projektbeiträge 2019:

1'306'712 CHF

Spenden 2019: 226'207

Hilfswerke 2019:

Ärzte ohne Grenzen / Médecins sans Frontières, Caritas Schweiz, Enfants du Monde, Handicap International, Helvetas, Iamaneh, Medécins du Monde, Medair, Save the Children Schweiz, Solidar Suisse, Solidarmed, Terre des Hommes Schweiz, Vivamos Mejor

4.2.1. Unwetter Schweiz


Mit dem laufenden Fonds «Unwetter Schweiz» können wir Privatpersonen und – wenn es die Mittel erlauben – Gemeinden unterstützen, wenn sie durch Unwetter oder deren Folgen zu Schaden gekommen sind. Wir leisten in den meisten Fällen finanzielle Beiträge an Restkosten, die bleiben, wenn die Versicherungen oder Dritte ihre Beiträge bezahlt haben.

Da dies meist mit grossem administrativem Aufwand verbunden ist und mehrere Monate bis Jahre dauert, unterstützten wir im Berichtsjahr fünf Haushalte, die in den Jahren 2017 und 2018 durch Gewitter, Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche zu Schaden kamen. Unsere finanziellen Beiträge flossen in Aufräumarbeiten, Wiederinstandstellungen von Gebäuden inklusive Wohnhäusern und landwirtschaftlich genutzten Feldern.

Val-de-Ruz

In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 2019 entlud sich im Val-de-Ruz im Kanton Neuenburg ein sehr starkes Gewitter, das aufgrund des Überlaufens des Flusses zu starken Überschwemmungen und grossen Schäden in den Dörfern Dombresson, Villiers und Le Pâquier führte. Wir informierten die Gemeinde und ihre Bewohnerinnen und Bewohner über die Möglichkeit, Unterstützungsanträge an unseren Unwetterfonds zu stellen. Die am 30. September 2019 gegründete Spendenkommission wacht darüber, dass die Gelder der Glückskette und anderer Geldgeber richtig eingesetzt werden. Unterstützungsanträge wurden bis zum 31.12.19 noch keine gestellt, da die Abklärungen mit Versicherungen und Dritten meist mehrere Monate dauern.

Radio RTN lancierte einen Spendenaufruf für die vom Unwetter betroffenen Menschen im Val-de-Ruz und bat ihre Hörerinnen und Hörer, der Glückskette zu spenden. Dieser Spendenaufruf führte zu Spenden in der Höhe von 100’000 Franken, die dem Unwetterfonds zugewiesen wurden und für die Unterstützungsbeiträge verwendet werden können.

Projektbeiträge 2019:

80'162 CHF

Spenden 2019: 163'333 CHF

4.2.2. Jugendliche in Not


Berufliche und soziale Wiedereingliederung von Jugendlichen

Im Berichtsjahr finanzierten wir zum vierten Mal in Folge Projekte für die berufliche und soziale Wiedereingliederung von Jugendlichen in der Schweiz. Diese Projekte werden mit Spenden aus den Sammelaktionen «Jeder Rappen zählt» 2015 und 2017 sowie «Coeur à Coeur» 2017 und «Ogni centesimo conta» 2017 finanziert.

Im Jahr 2019 konnten wir weitere 19 Projekte in der Höhe von 1’268’367 Franken finanzieren. Der Fokus lag dabei vor allem in der Langfristigkeit der Projekte, konnten wir doch von vielen Projekten eine zweite oder sogar dritte Laufzeit finanzieren. Zudem initiierten wir im Berichtsjahr eine Evaluation der Projekte für Jugendliche in Not, um ein besseres Verständnis der Wirkung der Projekte auf die Jugendlichen zu gewinnen. Dafür wurde ein Ansatz gewählt, der den Standpunkt der Jugendlichen einnimmt. Durchgeführt wird die Evaluation von den drei Hochschulen ZHAW (Zürich), SUPSI (Tessin) und HETS (Genf), um die drei Landesregionen abzudecken.

Projektbeiträge 2019:

2'180'275 CHF

Spenden 2019: 550 CHF

Organisationen 2019:

Assoc. Astural, Assoc. de médiatrices interculturelles AMIC, Assoc. DeMains...de mes propres Mains, Assoc. JeunesParents, Assoc. Le Sextant, Assoc. Lire et Ecrire, Assoc. Pacifique, Assoc. Pouvoir d'Agir, Assoc. REPER, Assoc. Scène Active (Accroche), Assoc. Il Tragitto, Assoc. SOS Ticino, Assoc. Telefono SOS Infanzia/Progetto Treebù, Caritas Genève, Caritas Luzern, Demarche Société Coopérative, Die Arche Schweiz, EQUIPE VOLO, Fondation Apprentis d'Auteuil International (FAAI),Fond. Cherpillod, Fond. ARES - Autismo Risorse e Sviluppo, Fond. il Gabbiano, Genossenschaft FuturX, Job Factory Basel AG, Multimondo, OSEO Fribourg, OSEO Valais, Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich SPAZ, Schweiz. Arbeiterhilfswerk SAH Zürich, Stiftung Lebenshilfe, Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime Vert.igo - Schule und Ausbildung, Verein Flüchtlings Theater Malaika, Verein Lernwerk, Verein Lollypop Galaxys/Nido del Lupo

Projektbeiträge 2019:

1'062'636 CHF

Spenden 2019: 0 CHF

Organisationen 2019:

Assoc. ParMi, Croce Rossa Svizzera - Sezione Sottoceneri, Dominikanerkloster Cazis/Schule St. Catharina, Eglise catholique Canton de Vaud, En Route Pour Apprendre, La Sorcière affairée, National Coalition Building Institute Schweiz, Rotes Kreuz Schaffhausen, Schweiz. Arbeiterhilfswerk Schaffhausen, Schw. Rotes Kreuz Aargau, Schw. Rotes Kreuz Kanton Zürich, Schw. Rotes Kreuz Solothurn, Solidaritätsnetz Bern, Stiftung Futuri, Verein family-help, Verein Flüchtlinge Malen, Verein IG offenes Davos, Verein KUMA (Kompetenzzentrum Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende), Verein Netzwerk Asyl Aargau, Verein tipiti, Zentrum Bäregg GmbH


Unbegleitete Minderjährige

Im Jahr 2019 konnten wir abschliessend 11 Projekte für unbegleitete Minderjährige mit den Spendengeldern von «Jeder Rappen zählt» 2016 in der Höhe von 845’500 Franken finanzieren. Auch hier lag der Fokus auf der Langfristigkeit der Projekte und wir finanzierten eine zweite oder dritte Laufzeit von Projekten, die wir in den letzten Jahren bereits unterstützt und die sich bewährt haben.

Somit sind diese Spendengelder aufgebraucht. Projekte für unbegleitete Minderjährige können aber auch weiterhin mit den Spenden für Jugendliche in Not finanziert werden, sofern sie die berufliche und soziale Wiedereingliederung der Jugendlichen betreffen.

4.2.3. Kinder, Opfer von häuslicher Gewalt


Im Dezember 2018 sammelten wir gemeinsam mit SRF, RTS und RSI mit den Aktionen «Jeder Rappen zählt», «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» 3,7 Millionen Franken für Kinder in der Schweiz, die im eigenen Zuhause Opfer oder Zeugen von Gewalt geworden sind.

Jedes Jahr leiden 30’000 bis 50’000 Kinder in der Schweiz unter physischer oder psychischer Gewalt zwischen den Eltern oder den Eltern und dem Kind, unter sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung.

Die Sozialinstitutionen konnten uns bis Ende März 2019 ihre Projekte zur Finanzierung unterbreiten. Gemeinsam mit der neu gebildeten Expertengruppe für Kinder in Not analysierten wir die 40 der 77 eingereichten Projekte, die den geforderten Kriterien entsprachen, und hiessen davon 35 in der Höhe von 2,8 Millionen Franken gut.

Wir konnten so Projekte unterstützen, die sowohl die Bildung neuer Aufnahmestrukturen ermöglichten, als auch die Betreuungsmöglichkeiten erweiterten und diversifizierten. Wichtig war uns bei allen Projekten, dass sie die spezifischen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Wir finanzierten auch innovative Betreuungsansätze im Sinne einer Weiterentwicklung des Kinderschutzdispositives.


Wir finanzierten mitunter auch Projekte, die sich besonders der Phase widmen, wenn Kinder aus Betreuungsinstitutionen entlassen werden und sich mit Begleitung wieder im Alltag zurechtfinden müssen. In diese Richtung gingen auch die unterstützten Projekte, die sich der Stärkung der Kind-Eltern-Beziehung und der Elternkompetenzen widmen.

Ende des Jahre 2019 sammelten die beiden Sammelaktionen «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» erneut Spenden für Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, was neue Projektfinanzierungen im Jahr 2020 ermöglichen wird.

Projektbeiträge 2019:

JRZ 18: 2'052'433 CHF
CAC 18: 605'428 CHF
OCC 18: 234'806 CHF

Spenden 2019:
JRZ 18: 1'425'958 CHF
CàC 18: 552'037 CHF
OCC 18: 170'824 CHF

Organisationen 2019:

Association Foyer Arabelle, Association La Maisonnée, Association Point du Jour, Associazione Consultorio delle Donne, Casa Santa Elisabetta, Centre d'accueil Malley-Prairie, Fondation As'trame, Fondation aux Etangs, Fondation François-Louis Borel, Fondation Jeunesse & Familles (FJF), Fondation la Rambarde, Fondation Neuchâteloise pour la coordination de l'action sociale FAS - SAVI, Fondazione Antonia Vanoni Lugano, Fondazione Paolo Torrani per minorenni (CSUM), Frauenhaus beider Basel, Frauenhaus Graubünden, Frauenhaus Graubünden, Heime auf Berg, Kiel Bethanien St. Gallen, MädchenHaus, Particip'Action, Pinocchio Beratungsstelle für Eltern und Kinder, Schulinternat Ringlikon, Solidarité Femmes Fribourg - Centre LAVI, Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern, Stiftung Liebfrauenhof Zug, Stiftung OKey - für das Kind in Not, Verein Espoir, Verein Schlupfhuus Zürich

4.2.4. «Cala Sannitica»


«Cala Sannitica» ist ein Spezialfonds zugunsten von Kindern in der Schweiz, gespiesen aus Beiträgen eines Grossspenders. Projekte, die aus diesem Fonds finanziert werden, ergänzen unsere Hilfe für Jugendliche und Kinder in Not in der Schweiz.

Auch im Berichtsjahr 2019 konzentrierte sich «Cala Sannitica» auf die Unterstützung des Projektes der Walliser Organisation «Vacances Familiales», das es Eltern durch eine spezifische Betreuung erlaubt, mit ihren Kindern eine Woche Ferien zu verbringen. Diese Familien durchleben meist eine schwierige Zeit und sie können so während einer Woche in der Natur und in einem stimulierenden Umfeld Selbstvertrauen gewinnen und Energie tanken. Sie lernen dabei auch, wie sie mit ganz bestimmten schwierigen Situationen umgehen können.

Im Berichtsjahr konnten fünf solcher Ferienwochen für insgesamt 34 Familien durchgeführt werden – drei im Sommer, eine im Herbst und eine im Winter. 57 Kinder, 26 Mütter und 1 Grossmutter, 3 Väter und 4 Elternpaare konnten so in einem geschützten Rahmen und einem gesunden Umfeld ihre Batterien auftanken und an der Beziehung mit ihren Kindern arbeiten.

Projektbeiträge 2019:

50'000 CHF

Spenden 2019: 0 CHF

Organisationen 2019:

Association Vacances Familiales


Kennzahlen 2019

6. Qualitätsmanagement


Unser mehrstufiges Qualitätsmanagement wird jedes Jahr weiterentwickelt. Die Basis bleibt aber dieselbe.

Das Qualitätsmanagement fängt bei der Auswahl unserer Partnerhilfswerke an, die eine ganze Reihe an Kriterien erfüllen müssen. Die verschiedenen Projektkommissionen sorgen dafür, dass wir nur Projekte finanzieren, die unseren hohen Qualitätsansprüchen entsprechen.

Weiter begleiten die Mitarbeitenden unserer Programmabteilung die Projekte während des ganzen Jahres, indem sie eine repräsentative Auswahl selbst besuchen und mit den Partnerhilfswerken in stetigem Austausch über den Projektfortschritt sind. Zusätzlich lassen wir durch externe und unabhängige Expertinnen und Experten Evaluationen von ausgewählten Projekten durchführen, um uns als Geldgeberin für humanitäre Projekte stetig verbessern zu können.

Im Berichtsjahr nahmen wir Anpassungen vor, damit wir den Ansprüchen entsprechen, die durch den «Grand Bargain» in der humanitären Hilfe Einzug gehalten haben. Dieser umfasst auch den «Core Humanitarian Standard». Diese Normen wurden in unsere Akkreditierungskriterien für Partner, die auf humanitäre Hilfe spezialisiert sind, aufgenommen.

Die neue Akkreditierungskommission verstärkt das Qualitätsmanagement, da die Aufnahme von neuen und die Bestätigung von schon akkreditierten Partnern nun ausschliesslich durch unabhängige Expertinnen und Experten vorgenommen wird.

Für Projekte in der Schweiz stiessen wir ein Projekt an, das es den unterstützten Organisationen erlauben soll, mittelfristig ihre eigenen Evaluationen und die Qualität der Projekte zu verbessern. Es handelt sich dabei um eine Zusammenarbeit mit drei Fachhochschulen in den drei Sprachregionen.

6.1. Evaluationen


Die Wirkungsanalyse zehn Jahre nach dem Erdbeben in Haiti stand im Berichtsjahr im Mittelpunkt unserer Evaluationstätigkeit. Analog zur Wirkungsanalyse, die wir auch zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami in Südostasien durchgeführt hatten, wollten wir erneut wissen, inwiefern die Hilfe wirklich eine nachhaltige Wirkung auf das Leben der Begünstigten hatte. Dazu wurden unter anderem 525 Haushalte unter der Anleitung der Agentur Key Aid Consulting befragt. Die Publikation der Resultate fand im Januar 2020 im Rahmen des 10. Jahrestages der Katastrophe statt.

In Burkina Faso evaluierte ein Expertenteam die Qualität und Relevanz von Bildungs- und Ausbildungsprojekten von drei Partnerorganisationen. Die Resultate waren zufriedenstellend, da es die Hilfswerke verstanden, sich dem lokalen Bildungssystem anzupassen und dem Austausch auf allen Ebenen bis zum Bildungsministerium Achtung schenkten.

Ausgezeichnete Noten erhielten Wiederaufbauprojekte von vier Partnerorganisationen in Nepal. Der mandatierte Experte nahm dabei öffentliche Bauten wie Schulen und medizinische Einrichtungen unter die Lupe. Besonders positiv wurde auch die Ausbildung von Maurern und anderen Handwerkerinnen bewertet, die in der Folge eine zentrale und unabhängige Rolle zur Absicherung erdbeben- und überschwemmungsresistenter Bauten übernahmen.

Weit schwieriger waren die Bautätigkeiten in den Flüchtlingslagern der Rohingya in Bangladesch. Angesichts der Vorgaben der lokalen Behörden liessen sich die provisorischen Unterkünfte nicht nach gewohnten sturmresistenten Qualitätsstandards errichten.

7. Kommunikation


Auch im Berichtsjahr setzten wir in unserer Kommunikation die Ziele der Unternehmensstrategie 2017 bis 2020 in den Fokus:

Das heisst, wir wollten näher an der betroffenen Bevölkerung, den Spenderinnen und Spendern, den Partnerhilfswerken, der SRG SSR und anderen Medien sein.

In der Kommunikation mit unseren Spenderinnen und Spendern zeigte sich das vor allem darin, dass wir einerseits zusätzlich zu den Spendenaufrufen via SRG-Medien noch mehr auf digitale Spendenaufrufe setzten und andererseits unsere Spenderinnen und Spender auch als Botschafterinnen und Botschafter einsetzten. Dies ist gerade bei Themen wichtig, die nicht von einer grossen Medienaufmerksamkeit profitieren.

Dafür stellen wir seit der Jemen-Sammlung in einem Social-Media-Kit auf unserer Website fixfertige Inhalte und Inhalts-Module bereit, die einfach und schnell auf den eigenen sozialen Netzwerken gepostet werden können. Somit konnten wir noch mehr Menschen erreichen und sie auf die Bedürfnisse der von Katastrophen und Krisen betroffenen Menschen aufmerksam machen.

Es ist uns aber auch wichtig, in unserer Kommunikation den von Krisen und Konflikten betroffenen Menschen eine Stimme zu geben, sie nicht nur als Opfer darzustellen, sondern zu zeigen, dass sie selbstbestimmte Akteurinnen und Akteure ihrer Gemeinschaften sind und wir sie dabei unterstützen.

Darauf achteten wir auch besonders im Rahmen unserer 250. Spendensammlung, die wir Frauen in vergessenen Krisen widmeten. Diese Sammlung war auch ein gutes Beispiel für unsere enge Zusammenarbeit mit der SRG und ihren Unternehmenseinheiten. Diese schauten mit uns auf unsere 73-jährige Geschichte zurück. Zu diesem Zweck erstellten wir ein historisches Dossier zu unserer Geschichte und die SRG rückte das Sammelthema während einer Woche in den Fokus ihrer Sendungen.

7.1. Medienarbeit


Natürlich gliedert sich der Fokus der Medienarbeit im Jahr 2019 ebenfalls in die Unternehmensstrategie 2017–2020 ein. Das heisst, wir wollten näher bei den Spenderinnen und Spendern und den Medien sein und über die Medienarbeit das Vertrauen in uns und unsere Glaubwürdigkeit erhöhen. In Zeiten, in denen sich auch die Welt der Medien rapide verändert, ist dies auch für uns eine grosse Herausforderung.

Umso mehr versuchten wir deshalb im Berichtsjahr, den Medien die Inhalte bereitzustellen, die sie brauchen, um interessante und authentische Geschichten zu erzählen. Ein historisches Dossier über unsere 73-jährige Geschichte und ein Dossier zu Frauen in vergessenen Krisen sind hier speziell hervorzuheben.

Ein weiteres starkes Instrument um auf humanitäre Themen aufmerksam zu machen ist, wenn sich Journalistinnen und Journalisten vor Ort begeben. So können sie sich selbst ein Bild von der Situation machen und unseren Spenderinnen und Spendern Rechenschaft darüber ablegen, welche Wirkung ihre Spenden auf das Leben von Menschen haben, die Opfer von Krisen und Katastrophen sind. Im Berichtsjahr fanden mehrere Medienreisen statt, nach Mosambik, Indonesien, Haiti, Honduras und Lesbos. Eine weitere grosse Medienreise war in Vorbereitung auf die Kommunikation zum 10. Jahrestages des Erdbebens in Haiti von 2010 geplant, musste aus Sicherheitsgründen leider im letzten Moment abgesagt werden.

Im Rahmen der Medienarbeit spielen wir vielfach auch eine vermittelnde Rolle. Durch unsere Position als Geldgeberin und Partnerin der SRG vermitteln wir oft Expertinnen und Experten unserer Partnerhilfswerke, die gerade in Krisengebieten unterwegs sind für Interviews an die SRG, die Privatradios pro Glückskette, die Radios Régionales Romandes oder auch an private Medien.

Unser Direktor Tony Burgener äusserte sich zudem in Kolumnen einiger Westschweizer Zeitungen zu aktuellen Fragen. Und unsere Vize-Direktorin Catherine Baud-Lavigne sensibilisierte die Leserinnen und Leser von Le Temps zu Frauen in vergessenen Krisen – unserer 250. Sammlung.

8. Digitale Transformation


Die Glückskette befindet sich in einem Prozess der digitalen Transformation, um die Chancen der digitalen Technologien zu nutzen und die Herausforderungen zu bewältigen, denen wir derzeit in allen Bereichen gegenüberstehen.

Unser Ziel ist nicht eine radikale Veränderung, sondern eine Reihe von Verbesserungen, um besser auf die Bedürfnissen unserer Spenderinnen und Spender, unserer Freiwilligen, der Hilfsbedürftigen im In- und Ausland, der Medien, der SRG, unserer Partnerhilfswerke und unserer Mitarbeitenden einzugehen.

Zu diesem Zweck führten wir 2019 ein CRM (Customer Relationship Management) des Anbieters Salesforce ein ­– eine neue digitale Plattform zur Stärkung der Beziehungen zu allen Personen, die mit unserer Organisation in Verbindung stehen. Dieses IT-System ermöglicht es uns insbesondere, uns den Erwartungen unserer Spenderinnen und Spender anzupassen, die heute auf ganz andere Weise spenden als früher.

So können wir in einem ersten Schritt Informationen über die Spenderinnen und Spender, ihre Spenden und unsere verschiedenen Kontakte in einer sicheren, modernen und zukunftsorientieren Lösung vereinen.

Darüber hinaus können wir durch die Zentralisierung der Spendenverwaltung mehr Dienstleistungen anbieten. Die Erfassung aller Spenden ermöglicht es beispielsweise, systematischer Steuerbescheinigungen auszustellen. Die Personalisierung der regelmässigen Kommunikation ausserhalb der grossen Sammlungen gibt uns ausserdem die Möglichkeit, unser Zielpublikum direkt und transparent über die Wirkung der unterstützten Projekte zu informieren.

9.1. Stiftungsrat


Der Stiftungsrat der Glückskette wurde zu Beginn des Jahres 2019 neu zusammengesetzt, um den vielfältigeren Herausforderungen besser gerecht zu werden und verstärkt unabhängige Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Der Rat wurde zudem von 12 auf 14 Mitglieder erweitert.

Der Stiftungsrat traf sich wie üblich dreimal im Jahr. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen dabei eine neue Finanzstrategie, eine Aktualisierung des Verhaltenskodex für Mitarbeitende und mandatierte Expertinnen und Experten sowie die Wahl eines neuen Direktors, der von einer vom Stiftungsrat eingesetzten Nominierungskommission aus über hundert Kandidaturen ausgewählt wurde. Anlässlich eines Seminars in Caux analysierte der Stiftungsrat die Positionierung der Stiftung im sich wandelnden Umfeld.

Der Stiftungsrat ist das oberste Organ unserer Organisation. Er wacht über sie und legt ihre Strategie fest. Er delegiert bestimmte Aufgaben an den Stiftungsratsausschuss.

Gemäss Artikel 10.1 der SRG-Statuten ernennt die SRG maximal sieben Mitglieder (darunter den Präsidenten/die Präsidentin und den Vizepräsidenten/die Vizepräsidentin). Der Stiftungsrat wählt anschliessend zu gleichen Teilen Vertreterinnen und Vertreter von Schweizer Partnerhilfswerken und Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich der humanitären Hilfe (mindestens zwei), die aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz ausgewählt werden.

Der Direktor der Glückskette, die Vorsitzenden der Projektkommissionen und der Vorsitzende der Finanzkommission nehmen mit beratender Stimme an den Sitzungen teil. Ein Vertreter der DEZA nimmt als Beobachter teil. Ausser in begründeten und vom Ausschuss des Stiftungsrates entschiedenen Ausnahmen erhalten die Mitglieder des Stiftungsrates keine Honorare, aber ihre Auslagen werden erstattet.

Mitglieder:

  • Pascal Crittin, SRG / Präsident (seit 01.01. 2018)
  • François Besençon, SRG / Vizepräsident (seit 01.06.2013)
  • Vito Angelillo, Terre des hommes – Kinderhilfe (01.01.2013 bis 04.11.2019)
  • Hugo Fasel, Caritas Suisse (seit 01.12.2008)
  • Felix Gnehm, Solidar Suisse (seit 01.01.2019)
  • Barbara Hintermann (seit 01.01.2018)
  • Markus Mader, Schweizerisches Rotes Kreuz (seit 01.01.2010)
  • Sabine Maier, Vivamos Mejor (seit 01.01.2019)
  • Philipp Meier, Swissinfo (seit 01.01.2019)
  • Alexandra Post Quillet (seit 01.01.2019)
  • Robert Ruckstuhl, SRF (seit 01.01.2019)
  • Jürg Schäffler, SSR (seit 01.01.2011)
  • Silvia Schaller (seit 01.01.2019)
  • Stefania Verzasconi, RSI (seit 01.01.2011)

Beobachter:

  • Manuel Etter, DEZA (seit 01.01.2019)

Beratende Stimme:

  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette (seit 01.01.2012)
  • Koenraad Van Brabant, Präsident der Projektkommissionen der Glückskette (seit 01.01.2017)

Ständige Beisitzerin:

  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin und Leiterin Finanzen und Administration der Glückskette (seit 01.01.2012)

9.1.1. Ausschuss des Stiftungsrates


Der Stiftungsrat delegiert einen Teil der Aufsicht und Kontrolle der von der Direktion ausgeführten Geschäftsführung an den Ausschuss des Stiftungsrates.

Der Ausschuss des Stiftungsrates spielte auch im Berichtsjahr eine tragende Rolle. Er bereitete alle wichtigen Entscheide für den Stiftungsrat vor und liess sich in den fünf Sitzungen von der Direktion im Detail über alle Geschäfte informieren.

Der Ausschuss des Stiftungsrates besteht aus fünf Mitgliedern des Stiftungsrates, nämlich dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, zwei Vertreterinnen und Vertretern der Schweizer Partnerhilfswerke und einem Vertreter oder einer Vertreterin aus dem Bereich der humanitären Hilfe.

Der Direktor der Glückskette, die Vorsitzenden der Projektkommissionen und der Vorsitzende der Finanzkommission nehmen mit beratender Stimme teil.

Der Ausschuss nahm sich besonders viel Zeit, um das Profil des neu zu wählenden Direktors zu bestimmen, das der speziell eingesetzten Nominierungskommission die Aufgabe erleichterte.

Mitglieder:

  • Pascal Crittin, SRG / Präsident (seit 01.01.2018)
  • François Besençon, SRG / Vizepräsident (seit 01.06.2013)
  • Vito Angelillo, Terre des hommes – Kinderhilfe (01.01.2013 bis 04.11.2019)
  • Felix Gnehm, Solidar Suisse (seit 01.01.2019)
  • Barbara Hintermann (seit 01.01.2019)

Beratende Stimme:

  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette (seit 01.01.2012)
  • Jürg Schäffler, Präsident der Finanz- und Anlagekommission der Glückskette (seit 01.01.2011)
  • Koenraad Van Brabant, Präsident der Projektkommissionen International und Schweiz der Glückskette (seit 01.01.2017)

Ständige Beisitzerin:

  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin und Leiterin Finanzen und Administration der Glückskette (seit 01.01.2012)

9.2.1. Projektkommission International (COPRO-INT)


Die Projektkommission International, deren Mitglieder vom Stiftungsrat bestimmt werden, setzt sich aus unabhängigen Expertinnen und Experten für humanitäre Hilfe sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der Partnerhilfswerke und aus unserer Direktion zusammen. Sie wird von einer unabhängigen Person präsidiert.

Die Projektkommission International (Konsultativkommission) analysiert alle von den Partnerhilfswerken eingereichten Projekte für die Auslandhilfe im Detail und befindet über deren Relevanz sowie deren konzeptuellen und technischen Ausführungsdetails. Die Kommission beriet sich im Jahr 2019 sechsmal und analysierte insgesamt 28 Projekte und empfahl deren 21 für die Finanzierung. Aufgrund dieser Empfehlung entscheidet die Entscheidungskommission, zusammengesetzt aus dem Präsidenten der Projektkommission und unserem Direktor, über den Projektantrag, bewilligt eine Finanzierung, lehnt diese ab oder fordert Projektanpassungen. Die Entscheidungen werden durch die Entscheidungskommission der Projektkommission (COPRP-DEC) getroffen.

Seit dem 01.07.2019 werden Projekte mit einem Finanzierungsbeitrag von bis zu 300’000 Franken (vorher waren es 200’000 Franken) jeweils von unserer Programmabteilung unter Zuzug unabhängiger Expertinnen und Experten analysiert. Den abschliessenden Finanzierungsentscheid fällt die Direktion. 2019 analysierte die Direktion 50 Projekte und bewilligte deren 33. Die Projektkommission International wird von der Direktion über die gefällten Entscheidungen informiert.

Projektkommission International

  • Koenraad Van Brabant, Präsident

 

  • Alex Brans, Save the Children (seit 12.04.2019)
  • Barbara Dietrich, Helvetas (seit 12.04.2019)
  • Christian Gemperli, Solidar Suisse
  • Nathalie Praz, HEKS
  • Steve Ringel, Terre des hommes – Kinderhilfe (bis 31.3.19)
  • Judith Schuler, Caritas Schweiz (seit 12.04.2019)
  • Johan Ten Hoeve, Medair (seit 12.04.2019)
  • Constance Theisen, Médecins du Monde (seit 12.04.2019)
  • Nadine Trudel, CBM (seit 12.04.2019)
  • Beatrice Weber, Schweizerisches Rotes Kreuz

 

  • Martin Schneider, Experte Gesundheitsfragen
  • Pablo Lo Moro, Experte Livelihood
  • Gabriela Friedl, Expertin Wasser
  • Ivan Vuarambon, Experte Bau
  • Experte Mirela Shuteriqi, Expertin Kinderhilfe
  • Sebastian Eugster, Beobachter, DEZA
  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette

Entscheidungskommission / COPRO-DEC

  • Koenraad Van Brabant, Präsident
  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette / beratende Stimme
  • Ein Experte (nicht immer derselbe, beratende Stimme)

9.2.2. Projektkommission und Expertengruppen Schweiz


Für die Bewilligung von Projekten in der Schweiz verfügen wir über eine Projektkommission, die bei Unwettern oder Katastrophen in der Schweiz zum Einsatz kommt, eine Expertengruppe, die uns bei der Auswahl der Projekte für Jugendliche in Not in der Schweiz unterstützt und eine Expertengruppe, die uns bei der Auswahl der Projekte für Kinder in Not unterstützt.

Die Kommission für Unwetter und Katastrophen in der Schweiz besteht aus drei Experten, je einem Vertreter der mandatierten Partnerorganisationen Schweizerisches Rotes Kreuz und Caritas Schweiz, Vertreterinnen und Vertretern der Glückskette (ohne Stimmberechtigung) sowie dem Präsidenten der Kommission. Sie wird von derselben unabhängigen Person präsidiert wie die Projektkommission International.

  • Koenraad Van Brabant, Präsident
  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette
  • Eric Bardou, Experte für Umwelt und Katastrophenbewältigung
  • Hanspeter Bieri, Experte Versicherungs- und Rechtsfragen
  • Alexander Glatthard, Experte für Öffentliche Körperschaften/Finanzen
  • Silvano Allenbach, Caritas Schweiz
  • Wim Nellestein, Schweizerisches Rotes Kreuz
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette, beratende Stimme
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz der Glückskette, beratende Stimme

 

Die Expertengruppe für Projekte für Jugendliche in Not in der Schweiz wurde 2018 gebildet, um die mit den Geldern von «Jeder Rappen zählt», «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» finanzierten Projekte zu analysieren und uns bei der Auswahl der zu unterstützenden Projekte zu beraten. Die Expertengruppe setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette
  • Beata Godenzi, Beraterin bei der Glückskette für die sozialen Programme in der Schweiz
  • Laurent Wicht, Professor HES Genf
  • Patricia Ganter, kantonale Integrationsdelegierte Graubünden
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz der Glückskette

 

Die Expertengruppe für Projekte für Kinder in Not in der Schweiz wurde 2018 gebildet, um die mit den Geldern von «Jeder Rappen zählt», «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» finanzierten Projekte zu analysieren und uns bei der Auswahl der zu unterstützenden Projekte zu beraten. Die Arbeit als beratende Kommission nahm die Expertengruppe im Jahr 2019 auf. Sie setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette
  • Beata Godenzi, Beraterin bei der Glückskette für die sozialen Programme in der Schweiz
  • Joanna Bärtschi, Fachbereichsleiterin Kinder und Jugend SODK
  • Regula Flisch, Dozentin FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachbereich Soziale Arbeit
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz der Glückskette

9.2.3. Akkreditierungskommission


Die im Jahr 2019 gebildete Akkreditierungskommission ist ein weiteres Element unseres Qualitätsmanagements. Sie entscheidet über die Akkreditierung von Hilfswerken als Partnerorganisationen der Glückskette und somit auch über deren Zugang zu Projektfinanzierungen durch unsere Spendengelder.

Sie befindet dabei nicht nur über die Neu-Akkreditierung von Partnerhilfswerken, sondern überprüft auch alle drei Jahre, ob die bereits akkreditierten Hilfswerke nach wie vor die geforderten Kriterien erfüllen.

Die Kommission besteht aus einem Präsidenten oder einer Präsidentin, einem unabhängigen Mitglied, dem Präsidenten der Projektkommission International und dem Leiter der Programmabteilung und kann bei Bedarf auf weitere Expertinnen und Experten zurückgreifen.

Im Jahr 2019 traf sich die Kommission dreimal und beriet sich in folgenden Angelegenheiten:

  • Interne Organisation der Kommission
  • Aufbereitung und Veröffentlichung der Akkreditierungskriterien und des Akkreditierungsprozesses
  • Einladung an aktuell akkreditierten Organisationen zur Einreichung eines Erneuerungsgesuches

 

Mitglieder:

  • Silvia Schaller, Präsidentin, Mitglied des Stiftungsrates
  • Martin Fuhrer, Unabhängiger Experte
  • Konrad Van Brabant, Präsident der Projektkommission International
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette (ohne Stimmrecht)


9.2.4. Finanz- und Anlagekommission (COGEFI)


Die Finanz- und Anlagekommission der Glückskette steht dem Stiftungsrat und der Direktion beiseite, um das doch beachtliche Spendenvolumen, das nicht sofort eingesetzt wird, professionell anzulegen. Gerade in Zeiten von Negativzinsen ist dies besonders wichtig, um keine Spendengelder zu verlieren.

Die Finanz- und Anlagekommission wird auf das Jahr 2020 total erneuert. Stiftungsrat und Direktion bedanken sich bei den bisherigen Mitgliedern, allen voran dem Präsidenten Jürg Schäffler und dem langjährigen Anlageberater Federico Perlingieri, für ihren fachkundigen und professionellen Einsatz. Federico Perlingieri beriet uns während beinahe zwanzig Jahren ohne Entgelt mit dem Resultat, dass die Betriebskosten in der Schweiz in den meisten Jahren ganz oder teilweise mit den Anlageeinnahmen gedeckt werden konnten.

Die Kommission hat in den letzten Jahren auch nachhaltige Anlagekriterien ausgearbeitet, die es heute garantieren, dass die vorhandenen Gelder nach strikten ESG-Kriterien, ökologisch, sozial und ethisch angelegt werden.

Ab dem Jahr 2020 wird die Kommission von Joëlle Hars geleitet, unterstützt von Sophie Cathala und Othmar Ulrich. PPCmetrics wird weiterhin ein Kontroll- und Beratungsmandat ausführen. Der Präsident bzw. die Präsidentin und alle Mitglieder werden vom Stiftungsrat ernannt.

Mitglieder:

  • Jürg Schäffler, Präsident
  • Riccardo Pallich, unabhängiger Experte (bis 31.05.2019)
  • Federico Perlingieri, unabhängiger Experte
  • Tony Burgener, Direktor der Glückskette
  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin und Leiterin Finanzen und Administration der Glückskette

Ständiger Beisitzer:

  • Pascal Crittin, Präsident der Glückskette

Externe Experten:

  • PPCmetrics

9.2.5. Medienkommissionen


Unsere Medienkommissionen sind informelle Organe. Mitglieder sind die Kommunikationsverantwortlichen der Glückskette sowie aller Partnerhilfswerke respektive der SRG. 

Medienkommission Partnerhilfswerke

Die Medienkommission der Partnerhilfswerke erlaubt es uns, unsere Kommunikation und unser Fundraising mit den Partnern abzustimmen. Im Jahr 2019 traf sich die Kommission im Frühjahr und im Herbst. Die grossen Themen, über die wir uns mit unseren Partnerhilfswerken in Rahmen dieser Kommission austauschten, waren die Wirkungsanalyse in Haiti und die Kommunikation zum 10. Jahrestag des Erdbebens im Jahr 2020, unsere 250. Sammlung für Frauen in vergessenen Krisen und der Rücktritt unseres Direktors Tony Burgener per Ende 2019 sowie die Wahl von Roland Thomann als neuer Direktor der Glückskette ab dem 01.01.2020.

Medienkommission SRG

In einem informellen Rahmen und mittels bilateraler Meetings tauschte sich unsere Kommunikationsabteilung regelmässig mit den Redaktionsverantwortlichen der SRG in allen vier Unternehmenseinheiten über die Abläufe bei Sammeltagen aus, diskutierte allgemeine humanitäre Themen und berichtete transparent über die eingesetzten Spenden. Wir nahmen jedoch in keiner Weise Einfluss auf die Berichterstattung der SRG-Journalistinnen und -Journalisten, deren Unabhängigkeit garantiert ist.

9.2.6. Digitale Gruppe


Im Rahmen der digitalen Revolution, die wir und die ganze humanitäre Hilfe durchleben, ist es aus unserer Sicht von grosser Bedeutung, dass wir uns mit den Digital-Expertinnen und -Experten unserer Partnerhilfswerke regelmässig über die Herausforderungen, Erfahrungen, Studien und Best Practices im Bereich des digitalen Fundraisings, des digitalen Marketings und über die Verwendung der sozialen Medien austauschen können.

Die Gruppe, bestehend aus 20 Vertreterinnen und Vertreter der Partnerhilfswerke und Vertreterinnen und Vertreter der Glückskette, traf sich auch im Berichtsjahr, um sich darüber auszutauschen, wie digitale Plattformen am besten genutzt werden, welche Vorteile wir als spendensammelnde Organisationen aus neuen Technologien schöpfen und wie wir mit diesen neuen Technologien noch besser auf die Bedürfnisse unserer Spenderinnen und Spender eingehen können.

Team


Direktion:

  • Tony Burgener, Direktor
  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung
  • Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen

Programmabteilung:

  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung
  • David Dandrès, Programmbeauftragter (bis 31.10.2019)
  • Aurore Geiser, Programmbeauftragte (seit 01.07.2019)
  • Mai Groth, Programmbeauftragte (bis 30.04.2019)
  • Fabienne Vermeulen, Programmbeauftragte Schweiz
  • Rahel Bucher, Assistentin Programmabteilung

Kommunikation:

  • Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen
  • Sophie Balbo, Kommunikationsbeauftragte und Pressesprecherin Westschweiz (bis 30.04.2019)
  • Sylvie Kipfer, Digital Communication Officer
  • Daniela Toupane, Verantwortliche Content Management
  • Mélissa Da Conceicao, Praktikantin (seit 01.07.2019)

Digitale Transformation:

  • Olivier Soret, Digital Transformation Manager

Finanzen und Administration:

  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Graziella Della Luce, Verantwortliche Buchhaltung
  • Jodok Gschwendtner, Assistent Logistik/Informatik
  • Corinne Mora, Verantwortliche Administration
  • Jasmine Stein, Bürohilfe

Delegierte:

  • Eugenio Jelmini, Delegierter für die italienische Schweiz

9.4. SRG-Botschafterinnen und -Botschafter für die Glückskette


Die SRG-Botschafterinnen und -Botschafter für die Glückskette kamen im Jahr 2019 mehrmals zum Einsatz: am nationalen Solidaritätstag für die Opfer des Krieges im Jemen, am Thementag für die Opfer des Wirbelsturmes in Mosambik, im Rahmen unserer Spezialsammlung für Frauen in vergessenen Krisen und während der Sammelaktionen «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta». Dabei spielten sie eine ausserordentlich wichtige Rolle, denn sie standen an Sammeltagen aber auch in anderen Sendegefässen und auf den sozialen Medien in Kontakt mit unseren Spenderinnen und Spendern, erklärten die Hintergründe der Katastrophe und der möglichen Hilfe, berichteten aus den Sammelzentralen und leiteten Diskussionen mit Expertinnen und Experten zum Thema. Dadurch wurde das Sammelthema für die Spenderinnen und Spender zu Hause greifbar.

In der Deutschschweiz hat der SRF-Moderator Dani Fohrler (1) diese Funktion inne, er arbeitet dabei eng mit SRF1-Produzentin und -Redaktorin Sandra Witmer zusammen, die Dani Fohrler während des Sammeltages für den Jemen und des Thementages für Mosambik als Produzentin zur Seite stand. Im Berichtsjahr wurde Sandra Witmer während ihres Mutterschaftsurlaubs von Rouven Born am Thementag für Frauen in vergessenen Krisen und von Jürg Oehninger vertreten, der sich in Mosambik ein Bild über die Verwendung der Spendengelder machte und in mehreren Sendungen darüber berichtete.

In der Romandie ist der RTS-Radio- und Fernsehmoderator Jean-Marc Richard (2) seit 1997 an nationalen Sammeltagen und im Rahmen von «Coeur à Coeur» RTS-Botschafter für die Glückskette. Gerade im Rahmen von «Coeur à Coeur» porträtierte er auf eindrückliche und sensible Weise betroffene Menschen und stellte damit das Tabuthema von Gewalt gegenüber Kindern eindrücklich dar. Er engagierte sich auch regelmässig in anderen Sendegefässen von RTS für humanitäre und soziale Themen, inklusive der Berichterstattung über die Verwendung der Spenden der Glückskette. Im Rahmen der Aktion «Coeur à Coeur» berichtete auch die Moderatorin Claudia Mélanjoie-dit-Savoie mit viel Enthusiasmus und Engagement aus der Telefonzentrale.

In der italienischen Schweiz moderiert Carla Norghauer (3) auf RSI an unseren Solidaritätstagen und ist während «Ogni centesimo conta» im Einsatz. Sie führte im Berichtsjahr auch durch eine Spezialsendung auf RSI Rete Uno anlässlich der Sammlung für Frauen in vergessenen Konflikten. In der rätoromanischen Schweiz ist die ehemalige Radiojournalistin und Programmreferentin Claudia Cathomen (4) RTR-Botschafterin für die Glückskette.

9.5. Freiwillige


Im Jahr 2019 bestand unsere gesamte Belegschaft aus 20 Personen verteilt auf 14 Vollzeitstellen. Daher ist es offensichtlich, dass wir nationale Solidaritätstage oder die Aktionen «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» nicht alleine stemmen können.

Glücklicherweise dürfen wir auf über 1800 Menschen zählen, die sich bei uns als Freiwillige registriert haben. Davon kamen im letzten Jahr rund 250 am nationalen Solidaritätstag für den Jemen und an unseren Weihnachtssammelaktionen zum Einsatz und spendeten zusammen rund 850 Stunden Arbeitszeit. Ihnen gebührt ein riesiges DANKE.

10.1. Partnerhilfswerke Ausland



ADRA Schweiz, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, arbeitet im Verbund mit Partnerbüros in 140 Ländern und betreut in der Schweiz sowie weltweit Projekte in den Bereichen Existenzsicherung, Katastrophenhilfe/Prävention, Soziales Engagement sowie Bildung.
Brücke · Le pont trägt mit dem Programm «Arbeit in Würde» dazu bei, dass benachteiligte Menschen in Afrika und Lateinamerika ihre Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern und ihre Armut durch eine faire und nachhaltige sozioökonomische Entwicklung überwinden.
Caritas Schweiz hilft Menschen in Not in der Schweiz und weltweit und setzt sich mit dem Netz der regionalen Caritas-Organisationen dort ein, wo Menschen von Armut betroffen sind. Caritas leistet Nothilfe bei Katastrophen und engagiert sich auch im Wiederaufbau.
Die CBM Christoffel Blindenmission leistet Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe und fördert dabei Menschen mit Behinderungen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird.
Der Christliche Friedensdienst cfd ist aktiv in der Internationalen Zusammenarbeit, in der Migrations- und der Friedenspolitik. Gemeinsam mit lokalen Organisationen unterstützt der cfd Empowerment-Projekte mit Frauen in Palästina/Israel, in Südosteuropa und im Maghreb.
Enfants du Monde ist ein Schweizer Hilfswerk, das benachteiligten Kindern in Bangladesch, Burkina Faso, Niger, Guatemala, El Salvador, Kolumbien sowie auf Haiti eine hochwertige Schulbildung und eine gute Gesundheitsversorgung ermöglicht.
Fastenopfer ist das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz. Der Slogan «Wir teilen» umschreibt das Engagement. Fastenopfer unterstützt in 14 Ländern im Süden und in der Schweiz benachteiligte Menschen dabei, ihre Zukunft selber in die Hand zu nehmen.
Die Stiftung Hirondelle ist eine 1995 gegründete Schweizer gemeinnützige Organisation, die Menschen in Krisensituationen Informationen zur Verfügung stellt, die ihnen ermöglichen, in ihrem Alltag und als Bürger zu handeln. Die Stiftung ist in 8 Ländern und 3 Kontinenten.
Handicap International arbeitet mit Menschen mit Behinderungen und schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen und setzt sich dafür ein, ihre Grundbedürfnisse zu decken, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und für die Einhaltung ihrer Würde und ihrer Grundrechte zu werben.
Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz leistet humanitäre Nothilfe nach Naturkatastrophen sowie während oder nach bewaffneten Konflikten humanitäre Nothilfe und bekämpft im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit die Ursachen von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit.
Helvetas setzt in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa Projekte in den Bereichen Wasser, Landwirtschaft und Ernährung, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, Demokratie und Frieden sowie Klima und Umwelt um. Nach Katastrophen leistet Helvetas Nothilfe und Wiederaufbau.
IAMANEH Schweiz setzt sich für die Verbesserung der sexuellen Gesundheit und gegen Gewalt an Frauen ein. Die Projekte in Westafrika und im Westbalkan richten sich an Frauen, Kinder und Jugendliche, um diese darin zu bestärken, ein selbstverantwortliches Leben zu führen.
Medair hilft weltweit Menschen in Not in entlegenen und vernachlässigten Regionen, Krisen zu überleben, sich in Würde zu erholen und Fertigkeiten zu entwickeln, die sie für den Aufbau einer besseren Zukunft brauchen.
Médecins du Monde Suisse/Ärzte der Welt Schweiz realisiert Projekte der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit insbesondere für Mütter, Kinder und hilfsbedürftige Menschen. Ziel ist es, diesen Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen.
Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières ist eine internationale, unabhängige, humanitäre Hilfsorganisation. Sie leistet medizinische Nothilfe für Menschen, die von bewaffneten Konflikten, Epidemien und Naturkatastrophen betroffen sind.
Nouvelle Planète unterstützt effiziente und nachhaltige Projekte dynamischer lokaler Gruppierungen in ländlichen Gebieten von Afrika, Asien und Lateinamerika. Die lokalen Partner werden in ihren Initiativen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen unterstützt.
Save the Children Schweiz ist eigenständiges Mitglied der grössten unabhängigen Kinderrechtsorganisation der Welt. In der Schweiz und weltweit sorgt Save the Children dafür, dass Kinder gesund aufwachsen, zur Schule gehen können und geschützt sind - auch in Katastrophen.
Als Teil der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung engagiert sich das SRK in 30 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika in der Nothilfe, beim Wiederaufbau nach Katastrophen, in der Katastrophenvorsorge und in der Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
SolidarMed ist die Schweizer Organisation für Gesundheit in Afrika und verbessert die Gesundheitsversorgung von 1,5 Mio. Menschen in Lesotho, Mosambik, Tansania, Sambia und Zimbabwe, stärkt das vorhandene medizinische Angebot nachhaltig und baut es sinnvoll aus.
Solidar Suisse kämpft für faire Arbeit, demokratische Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit weltweit. In über 60 Projekten auf vier Kontinenten setzen wir Solidarität in die Tat um.
Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi engagiert sich in zwölf Ländern weltweit für den Zugang zu qualitativ guter Bildung für Kinder und Jugendliche. In der Schweiz fördert sie mit erlebnispädagogischen Projekten die interkulturelle Kompetenz von Schülerinnen und Schülern.
SWISSAID ist in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und nimmt auch in der Schweiz auf entwicklungspolitische Fragen Einfluss.
Swisscontact ist die wirtschaftsnahe, unabhängige Stiftung für internationale Entwicklungszusammenarbeit. In 36 Ländern fördert Swisscontact seit 1959 die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung.
Terre des hommes (Tdh) ist das führende Schweizer Kinderhilfswerk. Unsere Programme in den Bereichen Gesundheit, Kinderschutz und Nothilfe unterstützten im Jahr 2018 mehr als vier Millionen Kinder und Mitglieder ihrer Gemeinschaften in über 40 Ländern.
terre des hommes schweiz setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Jugendlicher in zehn Ländern des Südens ein. In der Schweiz wird zur Ungleichheit zwischen Nord und Süd informiert und sensibilisiert sowie zu Solidarität ermutigt.
terre des hommes suisse setzt sich in 9 Ländern mit lokalen Partnern dafür ein, die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, gewährt ihnen Schutz und Zugang zu Bildung und verteidigt ihre Rechte. In der Schweiz sensibilisiert sie junge Menschen.
Vivamos Mejor setzt sich ein für eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen in Lateinamerika. Die Stiftung engagiert sich dazu im Bereich der Vorschul- und Berufsbildung sowie im Bereich der Wassernutzung und bäuerlichen Existenzsicherung.

10.2. Unterstützte Schweizer Sozialinstitutionen


Die Projekte für Jugendliche in Not und Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, die wir in der Schweiz unterstützen, werden von Institutionen durchgeführt, die auf die soziale und berufliche Wiedereingliederung von Jugendlichen oder den Kinderschutz spezialisiert sind. Diese Institutionen müssen nicht akkreditiert werden, sie müssen aber eine Reihe von Kriterien erfüllen.

Die Unterstützung von sozialen Projekten in der Schweiz, die 2017 begann, wird zu einem immer wichtigeren Teil der Arbeit unserer Stiftung. 2019 initiierten wir einen Evaluierungsprozess für diese Projekte. Einerseits wollten wir mehr über die Wirkung und Relevanz der von uns finanzierten Projekte erfahren und es andererseits den unterstützten Organisationen ermöglichen, ihre Projekte zu verbessern.

Gleichzeitig starteten wir einen Aufruf zur Einreichung von Projekten für ein neues Zielpublikum. Diesmal geht es darum, Organisationen zu unterstützen, die innovative Dienstleistungen für Kinder entwickeln, die Opfer von Gewalt in ihrer Familie geworden sind. Wir haben neue Expertinnen und Experten eingestellt und ein neues Fachgebiet geschaffen.

Um unsere Partner bei der Umsetzung wirksamer Massnahmen zur Verhinderung aller Formen von Gewalt in ihren Aktivitäten zu unterstützen und verbesserte Methoden zu fördern, haben wir mit der Umsetzung eines Referenzdokuments begonnen. Dieses Dokument soll den Institutionen als Leitfaden dienen, indem es ihnen konkrete Instrumente und Möglichkeiten bietet, um Mechanismen zur Einreichung und Bearbeitung von Beschwerden innerhalb ihrer Organisationen zu entwickeln.

10.3. SRG SSR


Von der SRG gegründet und 1983 in die Unabhängigkeit entlassen, sind wir immer noch auf vielen Ebenen eng mit der SRG verbunden. Zum Beispiel sind fünf unserer Stiftungsratsmitglieder, darunter der Präsident, aus den Reihen der SRG.

Diese Nähe wird nicht nur auf institutioneller, sondern auch auf operationeller Ebene gelebt. Die SRG unterstützt unsere Spendenaufrufe und stellt an nationalen Solidaritätstagen ihre Programme während 18 Stunden in den Dienst unserer Sammlung, berichtet über die Katastrophe, die geleistete Hilfe und lässt Experteninnen und Experten, Mitarbeitende der Hilfswerke und Betroffene zu Wort kommen.

Die SRG sammelt nicht nur gemeinsam Spenden mit uns, sondern berichtet regelmässig in verschiedenen Sendegefässen wie Mitenand – Ensemble – Insieme, Doppelpunkt, Treffpunkt, On en Parle, Chacun pour tous, La Ligne de Coeur etc. über die Verwendung der Spendengelder und beleuchtet dabei kritisch die Arbeit der Partnerhilfswerke und die Entwicklungen in der humanitären Welt.

Im Jahr 2019 unterstützte die SRG unseren nationalen Solidaritätstag für die Opfer des Krieges im Jemen, unsere Sammlung für die Opfer des Wirbelsturmes Idai in Mosambik mit einem Thementag auf SRF1 und während einer Woche unsere 250. Sammlung für Frauen in vergessenen Krisen. Aber auch die thematischen Sammlungen «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» wurden gemeinsam mit den Unternehmenseinheiten der SRG RTS und RSI durchgeführt.

10.4. SWISSCOM


Swisscom ist eine unserer langjährigen Partnerinnen. Das Unternehmen stellt uns seine Dienstleistungen zur Verfügung und trägt so zu unserem Betrieb bei. Während Sammeltagen und -aktionen sorgt es für die notwendige Infrastruktur (wie etwa Telefonleitungen und die Gratisnummer 0800 87 07 07), damit die Sammelzentrale angerufen und Spendenversprechen entgegengenommen werden können. Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag zu unseren Betriebskosten.

2019 konnten wir nicht nur im Rahmen des nationalen Solidaritätstags für die Opfer des Krieges im Jemen auf die Unterstützung der Swisscom zählen, sondern auch im Rahmen der Telefonzentralen während unserer thematischen Sammlungen «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta».

10.5. «Emergency Appeals Alliance»


Gemeinsam können wir mehr bewirken als im Einzelgang. Dies zeigt sich auch im Fundraising für humanitäre Katastrophen, wo sich kollektive Spendenaufrufe wie auch Partnerschaften mit Medien und dem Privatsektor auszahlen. 2008 haben wir uns deshalb mit neun Organisationen aus verschiedenen Ländern zur «Emergency Appeals Alliance» (EAA) zusammengeschlossen.

Über den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu Themen wie gemeinsamen Spendenaufrufen, Best Practices in der humanitären Hilfe oder gute Organisationsführung hinaus wollen wir uns gemeinsam auch als Ansprechpartnerin für globale Medien und Akteure des Privatsektors etablieren.

Im Jahr 2019 trafen sich die Mitglieder der EAA zweimal, in London und Stockholm, um die Diskussionen über die Entwicklung des humanitären Bereichs, die Koordinierung von Spendenaufrufen und die Möglichkeit gemeinsamer Spendenaufrufe, den Informationsaustausch, die Standards für die Arbeit von Hilfswerken im Feld, die Beziehungen zu Partnern des Service public, die Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen wie Google oder Facebook sowie die digitale Transformation und die digitalen Kommunikations- und Fundraising-Möglichkeiten fortzusetzen.

Im Berichtsjahr wurde die EAA eine Stiftung nach niederländischem Privatrecht. Diese rechtliche Struktur sollte es ihr ermöglichen, einen konkreteren Dialog mit Unternehmen und supranationalen Organisationen zu führen und ihre Position in der humanitären Szene zu stärken.

In Frankreich, Irland, Australien und den USA werden zurzeit neue Allianzen gebildet, die bei den EAA-Sitzungen Beobachterstatus haben. Im Jahr 2019 stand die Stiftung unter dem Vorsitz von Aktion Deutschland Hilft, während unsere stellvertretende Direktorin Catherine Baud-Lavigne den stellvertretenden Vorsitz inne hatte.

 


EAA-Mitglieder:

Beobachter:

  • Alliance Urgences (Frankreich)
  • Global Emergency Response Coalition (USA)
  • Irish Emergency Alliance
  • Australian Joint Appeals Mechanisms

10.6. Weitere Partnerinnen und Partner


  • Post: Einzahlungsscheine der Glückskette liegen in allen Poststellen während des ganzen Jahres auf
  • Revisoren Mazars: Beitrag an das Betriebsbudget und fachliche Unterstützung
  • Migros: Im Jahr 2019 spendeten uns die Migros-Kundinnen und -Kunden Cumulus-Punkte in der Höhe von 8100 Franken. Mit 5300 Franken unterstützten wir den Verein Surprise in Basel. Damit können unter anderem den Strassenmagazin-Verkäuferinnen und -Verkäufern in den Vertriebsbüros Kaffee und Früchte offeriert werden. Mit dem restlichen Betrag unterstützten wir eine weitere Organisation zu Beginn des Jahres 2020.
  • Privatradios pro Glückskette: Das Engagement der Privatradios ist exemplarisch und hilft uns bei den Spendenaufrufen und bei der Rechenschaftsablegung.
  • Keystone-SDA: Die Schweizer Bildagentur unterstützt uns während der zahlreichen Spendensammelaktionen mit dem Zugang und dem kostenlosen Nutzungsrecht von aktuellen Bildern aus Katastrophen- und Krisengebieten.
  • BonusCard.ch AGDemo SCOPEWEMFintervista und Migros bieten ihren Kunden die Möglichkeit an, ihre Bonuspunkte an uns zu spenden.
  • Crédit Suisse: Die Mitarbeitenden des Customer Service Centers unterstützten uns im Rahmen ihres Corporate Volunteering an den nationalen Sammeltagen und anlässlich thematischer Sammlungen, indem sie im Hintergrund Spendentelefone entgegennahmen, immer dann, wenn in der Glückskette-Sammelzentrale die Telefone «heiss laufen».
  • BonusCard.ch AG: Die Kreditkartenfirma entwickelte für uns eine eigene Visa Card, bei der mit jedem Einkauf automatisch gespendet wird. Die Herausgeberin der Glückskette Visa Card spendet dabei 0,3 Prozent auf alle getätigten Einkäufe und überweist ausserdem im ersten Jahr die Jahresgebühr vollumfänglich und danach einen Teil der Jahresgebühr als Spenden an die Glückskette.
  • TWINT: TWINT stellte seine Dienstleistung im Rahmen von «Coeur à Coeur» und «Ogni centesimo conta» zur Verfügung und unterstützte uns zusätzlich mit einer +1-Franken-Aktion pro mit TWINT getätigte Spende für den Jemen, Mosambik und Frauen in vergessenen Krisen.

11.1. Finanzpolitik


Wir setzten auf Transparenz und klären die Spenderinnen und Spender und alle anderen Drittparteien nachvollziehbar auf, wie sich der Betriebsaufwand zusammensetzt und wie er gedeckt wird.

Der Stiftungsrat stimmte im Verlaufe des Jahres einer neuen Finanzpolitik zu. Diese sieht vor, dass die Finanzerträge, nicht zweckgebundene Legate und ein Abzug von fünf Prozent der Erträge aus Spendenaufrufen als freie Mittel dazu dienen, die Betriebskosten zu decken, die Reserven auf einem bestimmten Niveau zu halten und die Restbeträge in bestimmte Projektfonds zurückfliessen zu lassen.

Dabei handelt es sich vor allem um permanente Projektfonds: Nothilfefonds («Early Response»), Innovationsfonds, Kinderhilfefonds International, Kinder und Jugendliche in Not in der Schweiz, Unwetterfonds Schweiz und Fonds zur Förderung der humanitären Hilfe. Diese Fonds bilden ein Rückgrat für die Glückskette, gerade in Jahren, in denen keine grösseren Sammlungen durchgeführt werden können.

11.2. Finanzergebnis, Betriebskosten und freie Mittel


Die sehr vorteilhafte Entwicklung der Finanzmärkte im Jahr 2019 führte zu einem positiven Finanzergebnis von 3’399’160 Franken.

Die Betriebskosten der Glückskette beliefen sich 2019 auf 3’108’976 Franken, was einer Abnahme von mehr als 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Betriebskosten wurden weitgehend durch das Finanzergebnis gedeckt. Der Einbehalt von 5 Prozent der jährlichen Spendensumme (987’573 Franken) und nicht zweckgebundene Legate von 14’693’239 Franken (darunter ein einziges Legat von über 14 Millionen Franken) ermöglichten die Auffüllung der Reserven und die Speisung der weiter oben erwähnten freien Mittel.

Der Prüfungsbericht der Revisoren Mazars vom Februar 2020 enthält keine besonderen Kommentare.

Am 31. Dezember 2019 setzten sich die zu 89 Prozent in Schweizer Franken angelegten Gelder folgendermassen zusammen: 33 Prozent Obligationen, 39,5 Prozent flüssige Mittel, 19 Prozent Aktien, 7 Prozent Immobilien und 1,5 Prozent Sonstige.

Dank dieser Diversifikation zahlt die Glückskette bisher keine negativen Zinsen auf ihre flüssigen Mittel.

IMPRESSUM

Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der

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Redaktion:
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