Jahresbericht 2020

1. Vorwort


Nach 2020 ist nichts mehr wie vorher

Ein Virus hat unser Leben und unsere Gewohnheiten auf den Kopf gestellt. Es hat zu dem Zeitpunkt, in dem wir diese Zeilen schreiben, über zwei Millionen Menschenleben gefordert, die Gesundheit von Millionen weiterer Menschen beeinträchtigt und ebenso viele Familien in die Armut gestürzt – auch in unserem Land. Dieses Virus droht zahlreiche Länder nachhaltig zu schwächen – nicht nur in gesundheitlicher Hinsicht, sondern auch auf wirtschaftlicher und politischer Ebene. In manchen Fällen werden jahrelange Entwicklungsbemühungen, die wir alle zusammen mit unseren Partnerhilfswerken ermöglicht haben, durch die Pandemie rückgängig gemacht.

Das alles hat uns aber nicht entmutigt. Mit der Unterstützung der SRG, für die wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchten, hat die Glückskette reagiert und zwei grosse Spendensammlungen zugunsten der Opfer der Pandemie lanciert: Bei der ersten im Frühling konnten wir 43 Millionen Franken sammeln. Bei der zweiten Sammlung im Herbst zeigte die Schweizer Bevölkerung, dass ihre Solidarität keine Grenzen kennt und sie auch den Opfern im Ausland grosszügig begegnet, obwohl sie selbst von der Situation betroffen ist. Abgesehen von diesen Sammlungen und der Pandemie war das Jahr 2020 von den verheerenden Explosionen im Hafen von Beirut geprägt, die im August einen guten Teil der Stadt zerstörten. Kurz vor Weihnachten führten wir in der Westschweiz mit Unterstützung von RTS ausserdem die Spendenaktion «Cœur à Cœur» zugunsten von Kindern durch, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. So haben wir insgesamt über 64,5 Millionen Franken Spendengelder gesammelt und dabei gesehen, dass die Solidarität auch in schwierigen Zeiten gross ist.

 


Im Jahr 2020 stellte die Glückskette 40,5 Millionen Franken für die Hilfe in der Schweiz zur Verfügung – mehr als jemals zuvor in den letzten 20 Jahren. Sie etablierte neue Prozesse für die Projektausschreibungen und die Prüfung der Gesuche, dank denen sie erstmals mit mehr als 200 Organisationen in der ganzen Schweiz zusammenarbeiten konnte. Darüber hinaus verteilte die Stiftung 21,5 Millionen Franken für internationale Hilfsprojekte. So wurden insgesamt fast doppelt so viele Projekte wie üblich finanziert.

Für eine kleine Institution wie die Glückskette war es eine enorme Herausforderung, all diese Sammlungen nacheinander zu bewältigen – besonders im Homeoffice! Wir bedanken uns deshalb beim ganzen Team für seinen ausserordentlichen Einsatz in diesem Jahr.

In schwierigen Zeiten wie diesen sind langjährige, stabile und konstruktive Partnerschaften besonders wichtig. In der Schweiz zählen wir insbesondere auf erfahrene Hilfswerke wie Caritas oder das Schweizerische Rote Kreuz und für die internationale Hilfe arbeiten wir mit 24 Hilfsorganisationen zusammen, die eine schnelle und effiziente Hilfe ermöglichen.

Kurz vor ihrem 75-jährigen Jubiläum hat sich die Glückskette einer neuen Strategie verschrieben. Bis 2025 wollen wir die Solidarität in der Schweiz noch stärker verkörpern als heute. Wir treiben die digitale Transformation entschlossen voran, um die Begünstigten wirksamer unterstützen zu können und das Vertrauensverhältnis zu unseren Spenderinnen und Spendern zu stärken. Und wir begleiten auch unsere Partnerhilfswerke bei diesen Veränderungen, um mit ihnen eine solidarische Gemeinschaft aufzubauen, die sich in entscheidenden Momenten, wie wir sie 2020 erlebt haben, engagieren kann.

Pascal Crittin, Präsident & Roland Thomann, Direktor

2. Neue strategische Ausrichtung


Die Glückskette – der Schweizer Solidaritätsreflex

In Zeiten des Wandels ist ein Fixstern unabdingbar – insbesondere, wenn sich die Transformation auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig mit zunehmendem Tempo vollzieht. Entsprechend wurde 2020 innerhalb eines konsultativen Prozesses eine neue strategische Ausrichtung der Stiftung formuliert. Im Fokus stand dabei die Interpretation der bestehenden Mission unter den neuen Rahmenbedingungen der Digitalisierung und Lokalisierung der humanitären Hilfe.

Die Essenz der Glückskette ist der Schweizer Solidaritätsreflex, den die Glückskette insbesondere bei grossen humanitären Krisen verkörpert und der auch bei Lücken im Schweizer Sozialsystem zum Tragen kommt.

In der Funktionsweise möchten wir auf drei bewährte Erfolgsfaktoren setzen: Einfachheit, Geschwindigkeit und das verstärkende Element der Glückskette. Deren Zusammenspiel ermöglicht es, eine optimale und gesellschaftsrelevante Wirkung zu entfalten.

Folgende fünf übergreifende strategische Ziele wurden priorisiert:

  • Internationale Nothilfe: Die Glückskette wird von der Öffentlichkeit als kompetente Organisation wahrgenommen, die in grossen humanitären Krisen Hilfe ermöglicht und verstärkt.
  • Sozial- und Nothilfe Schweiz: Die Glückskette wird von der Öffentlichkeit als eine führende Organisation in der Finanzierung von Sozialhilfe und Nothilfe bei Katastrophen und Krisen in der Schweiz wahrgenommen. In Fachkreisen wird ihre Arbeit geschätzt, weil sie in spezifischen Bereichen der Sozialhilfe Lücken im System adressiert.
  • Qualität und Ausprägung der Hilfe: Die Glückskette finanziert die relevanteste und angemessenste Hilfe, die möglich ist. Diese Hilfe wird immer rechtzeitig geleistet. Die Glückskette stellt sicher, dass die Interessen der betroffenen Menschen bei der Entwicklung von humanitären Projekten den entscheidenden Faktor darstellen.
  • Transparenz, Strukturen und Prozesse der Stiftung: Die Glückskette überzeugt mit den einfachsten kooperativen und agilen Prozessen, integriert alle Stakeholder und schafft eine optimale Transparenz.


  • Mobilisierungskapazität: Die Glückskette versammelt und konsolidiert eine solidarische Gemeinschaft, die in entscheidenden Momenten in der Lage ist, grosse Sammlungen mit Mehrwert in der Schweiz durchzuführen und einen humanitären Service public zu leisten.

Je maximal fünf quantitative Schlüsselresultate verleihen diesen Zielen das notwendige Momentum. Strategischer Fortschritt wird so mess- und überprüfbar gemacht und Prioritäten können, falls nötig, angepasst werden.

3. Spendensammlungen


Das Jahr 2020 war geprägt vom Coronavirus. Neben der eigentlichen Covid-Erkrankung stellten die Folgen der Schutzmassnahmen eine grosse Herausforderung dar. In der Schweiz bangten viele Menschen um ihre Arbeitsstelle und konnten ihre Rechnungen nicht bezahlen. Besonders hart traf die Pandemie jedoch weltweit die Schwächsten. Menschen, die bereits vor der Pandemie in Armut lebten, verloren mit den Ausgangsbeschränkungen ihre Existenzgrundlage. Für die Kinder in Entwicklungsländern gab es oft keinen Fernunterricht – die Schulen blieben einfach geschlossen. Damit fehlte ihnen auch eine wichtige Mahlzeit pro Tag. Menschen in Flüchtlingslagern konnten sich kaum mit Hygiene- und Distanzmassnahmen vor dem Virus schützen. Neben der drohenden Hungerkrise wurden jahrzehntelange Aufbauarbeiten in den Bereichen Entwicklung und Gesundheit gefährdet. Die ganze Welt war mit der Pandemie beschäftigt.

Zusätzlich zur Coronavirus-Krise ereignete sich in Beirut (Libanon) am 4. August 2020 eine Explosion von ungeahntem Ausmass: Im Hafen explodierte eine Ladung Ammoniumnitrat. 190 Menschen starben, das Zuhause oder Geschäft von über 300’000 Menschen wurde ganz oder teilweise beschädigt. Wegen dieser Katastrophe und den bestehenden Problemen im Land, wie der Wirtschaftskrise mit Hyperinflation, war die Bevölkerung dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Wir eröffneten im Berichtsjahr drei Sammlungen: «Coronavirus Schweiz», «Coronavirus International» und «Nothilfe Libanon». Für die beiden Coronavirus-Sammlungen führten wir gemeinsam mit der SRG SSR und einigen privaten Medien (Verein Privatradios pro Glückskette und Radios Régionales Romandes) je einen nationalen Solidaritätstag durch. Zusätzlich engagierten wir uns gemeinsam mit Radio Télévision Suisse (RTS) erneut mit der Spendenaktion «Cœur à Cœur» für Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind.

3.1. Coronavirus Schweiz


Im Februar 2020 erreichte das Coronavirus die Schweiz und breitete sich in allen Landesteilen aus. Aufgrund der rasant steigenden Fallzahlen und Todesfälle verordnete der Bundesrat am 28. Februar 2020 zugunsten der öffentlichen Gesundheit verschiedene Schutzmassnahmen, welche in einem Lockdown ab dem 16. März mündeten.

Zeitgleich zeichneten sich die negativen wirtschaftlichen Folgen der Schutzmassnahmen und des Lockdowns ab. Besonders Menschen in schwierigen oder prekären Lebensumständen litten darunter. Informell Angestellte, wie Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter oder Personen, die in der Hauswirtschaft arbeiten, mussten einschneidende Einkommensausfälle verschmerzen. Betagte oder Menschen mit Behinderungen, die isoliert lebten, wurden von externer Hilfe abhängig. Obdachlose Menschen benötigten den Schutzmassnahmen entsprechende Aufnahmestrukturen.

Am 23. März 2020 lancierten wir eine Sammelaktion mit dem Ziel, Menschen, die durch die sozialen Netze fielen, mit Soforthilfe zu unterstützen. Diese Sammlung sollte zur längsten Spendensammlung der jüngeren Geschichte der Glückskette avancieren. Höhepunkt war der 16. April 2020, an dem wir gemeinsam mit der SRG SSR und einigen Privatradios einen nationalen Solidaritätstag durchführten. Dieser fand aber nicht wie gewohnt physisch mit regionalen Telefon-Sammelzentralen statt, sondern mit Sendungen direkt aus den Radiostudios und mit Unterstützung von externen Callcentern. Zum Tagesende durften wir einen Spendenstand von rund 10 Millionen Franken kommunizieren. Die Bevölkerung in der Schweiz zeigte sich auch in den darauffolgenden Wochen weiter sehr solidarisch und spendete insgesamt über 43 Millionen Franken.

 


Neben den vielen Einzelspenden wurden erstmals auch wieder unzählige Firmen und KMU’s aktiv und engagierten sich mit Grossspenden oder Spendenaktionen für die Hilfe in der Schweiz. Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Die Schweizerische Post gab während der Coronavirus-Pandemie eine Spezialbriefmarke heraus. Sie spendete die Hälfte des Verkaufserlöses (1’341’775 Franken) an unsere Sammlung «Coronavirus Schweiz».
  • Nespresso und Migros verkauften während der Pandemie «Nous-Wir-Noi-Nus»-Fahnen und liessen den Erlös von 150’000 Franken und 100’000 Franken in die Spendensammlung «Coronavirus Schweiz» der Glückskette einfliessen.
  • Bytheway.studio verkaufte T-Shirts mit dem berühmten Zitat von Alain Berset: «Il faut agir aussi vite que possible mais aussi lentement que nécessaire» («Wir müssen so schnell wie möglich und so langsam wie nötig handeln») und spendete den gesamten Erlös von 179’000 Franken an die Sammlung «Coronavirus Schweiz» der Glückskette.

Alle weiteren Firmen mit Spenden über einem Betrag von 20’000 Franken sind bei uns auf der «Wall of Fame» mit ihrem Logo verewigt.

 

3.2. Coronavirus International


Während in der Schweiz im Sommer eine gewisse Normalität zurückkehrte, wurden die Herausforderungen in anderen Ländern existenzieller: Die Lebensbedingungen von Menschen, die bereits in fragilen Kontexten und generalisierter Armut lebten, wurde noch schwieriger. Die Pandemie traf die Schwächsten am härtesten und verschärfte die sozialen Ungleichheiten: Für Familien, die unter prekären Bedingungen lebten, bedeuteten die Ausgangsbeschränkungen den Verlust ihrer Existenzgrundlage. Für Tagelöhnerinnen und Tagelöhner gab es kein Sicherheitsnetz. Millionen von Menschen waren von extremer Armut betroffen.

Überzeugt davon, dass Solidarität nicht an der Landesgrenze aufhört, stellten wir im Juli 2020 aus dem Nothilfe-Fonds «Early Response» 2 Millionen Franken bereit. Diese Mittel unterstützten unsere Partnerhilfswerke beim Decken des dringendsten Bedarfs, wie der Vorbereitung von Flüchtlingslagern auf die Pandemie oder der Einrichtung von Handwaschstationen oder Präventionskampagnen. Der Bedarf nach Unterstützung war jedoch enorm, weshalb wir die Sammlung «Coronavirus International» eröffneten. Die Spenden ermöglichten zum Beispiel Bargeldhilfe oder stellten die Weiterführung von Gesundheitsdiensten sicher. Am 22. Oktober 2020 lancierten wir erneut einen nationalen Solidaritätstag mit dem Ziel, zusätzliche Spendengelder für 15 besonders fragile und gefährdete Länder zu sammeln. In Zusammenarbeit mit der SRG SSR, unseren Partnerhilfswerken und privaten Medien konnten wir bis Ende 2020 knapp 9 Millionen Franken Spenden sammeln.

3.3. Nothilfe Libanon


Der Libanon befand sich 2020 in seiner wahrscheinlich schlimmsten Krise der letzten 30 Jahre. Wirtschaftlich war er stark verschuldet und seine Währung verlor innert wenigen Monaten 80 Prozent ihres Werts. Die Preise stiegen und viele Menschen wurden arbeitslos. Politische Machtkämpfe und Korruption belasteten das Land zusätzlich. Mit der Coronavirus-Pandemie und den verheerenden Explosionen vom 4. August 2020 im Hafen von Beirut, bei denen mehr als 190 Menschen starben und etwa 300’000 Menschen ihr Zuhause oder Geschäft beschädigt vorfanden, verschlimmerte sich die Situation akut. Die Menschen, insbesondere jene, die schon vor der Katastrophe unter schwierigen Bedingungen lebten, waren dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Zwei Tage nach den Explosionen eröffneten wir die Spendensammlung «Nothilfe Libanon». Da sich fünf unserer Partnerhilfswerke bereits seit Jahrzehnten im Land engagieren, wurden sie sofort aktiv, indem sie insbesondere die Menschen, deren Wohnung beschädigt war, unterstützten. Während die meisten von ihnen bei Familienangehörigen untergebracht waren, lebte ein kleinerer Teil in öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Moscheen, die mit dem Nötigsten zum Leben, wie Lebensmittel oder Hygieneartikel, versorgt werden mussten. Ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Alleinerziehende waren besonders auf Hilfe angewiesen.

Den Spenderinnen und Spendern war bewusst, dass die Menschen im Libanon schon genug gelitten hatten und sie nach einer solchen Katastrophe nicht im Stich gelassen werden sollten. Auch die SRG SSR unterstützte unseren Spendenaufruf auf ihren Kanälen. Bis Ende 2020 durften wir 7,5 Millionen Franken Spenden entgegennehmen.

3.4. Kinder, Opfer von häuslicher Gewalt («Cœur à Cœur»/«Ogni centesimo conta»)


Die Sammelaktionen «Ogni centesimo conta» und «Cœur à Cœur», die gemeinsam mit RSI und RTS durchgeführt werden, waren 2020 von der Pandemie geprägt. Im Tessin musste die Aktion abgesagt werden. In der Westschweiz konnte sie hingegen vom 12. bis 18. Dezember 2020 mit einem an die Schutzmassnahmen angepassten Konzept stattfinden.

Dabei war das Moderatorenteam von «Cœur à Cœur», bestehend aus Tania Chytil, Philippe Martin und Vincent Veillon, nicht an nur einem Ort präsent, sondern reiste während sieben Tagen durch die sieben Kantone der Romandie. Wie schon letztes Jahr wurde die Sendung auf «La Première» ausgestrahlt. Sieben regionale Radiosender schlossen sich der Sammelaktion an und brachten die Westschweizerinnen und Westschweizer für die gleiche Sache zusammen. Unternehmen, Schulen und Privatpersonen organisierten rund 100 Aktionen, um Spenden zu sammeln. Ausserdem engagierten sich zahlreiche Persönlichkeiten und Freiwillige, welche die Spendenversprechen der Spenderinnen und Spender in unseren Telefonzentralen entgegennahmen. Die diesjährige Aktion war geprägt von vielfältigen Gesprächen mit den Gästen und vielen Zeichen der Solidarität vonseiten der Bevölkerung. Unser RTS-Botschafter, Jean-Marc Richard, sammelte über 50 Geschichten, über die er berichtete, um die Realität von Kindern in der Schweiz, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, zu verdeutlichen.

Insgesamt sind dabei 2’028’186 Franken an Spenden und Spendenversprechen zusammengekommen.

Mit den Spenden finanzieren wir Projekte von Schweizer Organisationen zugunsten von Kindern, die Opfer von physischer oder psychischer Misshandlung, Vernachlässigung oder Missbrauch geworden sind. Dabei wählten wir dasselbe Thema wie letztes Jahr, da wir auf Bedürfnisse eingehen wollen, die andauern und wahrscheinlich in Zukunft noch dringender werden.


Die unterstützten Projekte ermöglichen es im Jahr 2021, dass die Kinder in spezialisierten Einrichtungen aufgenommen werden können, wo die Auswirkungen der Gewalt, die sie in ihren Familien erfahren haben, gemildert werden. Einen Teil der Spenden verwenden wir erstmals auch zur Finanzierung von Aktivitäten zur Aufdeckung und Prävention von noch unbekannten Gewaltsituationen. Projekte, die auf besondere Bedürfnisse und unterschiedliche Probleme der Kinder eingehen (z. B. Kinder mit Behinderungen), können ebenfalls unterstützt werden.

4. Verwendung der Spendengelder


4.1. Hilfe im Ausland


Im Ausland realisierten unsere Partnerhilfswerke 121 Projekte in 40 verschiedenen Ländern mit einem Gesamtbetrag von 21,8 Millionen Franken und unterstützten damit rund 4,4 Millionen Menschen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Nothilfe, Wirtschaft, Rehabilitation oder Wiederaufbau.

Einen Teil der Projekte finanzierten wir mit Spendengeldern aus dem aktuellen Berichtsjahr («Nothilfe Libanon» und «Coronavirus International»), während andere aus Sammlungen aus vorherigen Jahren finanziert wurden. Insbesondere bei Naturkatastrophen werden die Spendengelder über mehrere Jahre für nachhaltige Projekte eingesetzt.

Im Ausland flossen im Jahr 2020 am meisten Spendengelder in Projekte für die Rohingya in Bangladesch, die Opfer des Tsunamis in Indonesien von 2018, die Opfer der Explosionen in Beirut, die Opfer des Krieges im Jemen und die vom Wirbelsturm betroffenen Menschen in Mosambik. Das Jahr war zudem geprägt durch die Coronavirus-Pandemie. Mithilfe der Fonds «Early Response», «Innovation» und dem neu eröffneten «Coronavirus International» konnten bereits zahlreiche Menschen, die am meisten unter den Folgen der Pandemie litten, unterstützt werden. Der Grossteil der Projekte wird im kommenden Berichtsjahr realisiert.
In den folgenden Kapiteln finden Sie Informationen über die Verwendung der Spendengelder aus früheren Sammlungen für Hilfe im Ausland. Genaue Informationen zu den Geldflüssen aller anderen Sammlungen finden sich in der Jahresrechnung und den Kennzahlen.

4.1.1. Coronavirus International


Die Coronavirus-Pandemie traf weltweit die Schwächsten am stärksten. Mit dem Ziel, Menschen, die die notwendigen Schutzmassnahmen nicht umsetzen können (z. B. Flüchtlinge oder Menschen in Slums) oder unter den ökonomischen Folgen leiden (z. B. Tagelöhnerinnen und Tagelöhner) sowie überlastete Gesundheitssysteme zu unterstützen, passten wir laufende Projekte, wo nötig, schnellstmöglich inhaltlich, zeitlich sowie finanziell der durch die Pandemie veränderten Ausgangslage an. Ausserdem stellten wir 2 Millionen Franken aus dem Nothilfe-Fonds «Early Response» und 1 Million Franken aus dem Fonds «Innovation» für die Hilfe zur Eindämmung der Pandemie zur Verfügung. Zudem eröffneten wir die Sammlung «Coronavirus International» und veranstalteten am 22. Oktober 2020 einen nationalen Solidaritätstag.

Aus dem Ergebnis der Sammlung wurden Ende des aktuellen Berichtsjahres bereits zwei Hilfsprojekte unterstützt: Ärzte ohne Grenzen Schweiz leistet während sechs Monaten Intensivpflege für schwer erkrankte Personen im Irak und Medair hilft besonders Flüchtlingen und Binnenvertriebenen im Sudan, um sich vor dem Coronavirus zu schützen.

Ebenfalls bestätigt wurden Ende 2020 zwei Hilfsprojekte in Palästina: cfd, die feministische Friedensorganisation, unterstützt Frauen in Gaza, die Opfer von körperlicher oder psychischer Gewalt geworden sind. Mit dem Projekt reagiert die Organisation auf das erhöhte Gewaltpotenzial während des Lockdowns (wirtschaftlicher Stress, keine Rückzugsmöglichkeiten Zuhause) und die ebenfalls mit den Covid-Schutzmassnahmen verbundene Schliessung eines der beiden Frauenhäuser in Gaza. Die Frauen und Mädchen sollen geschützt, gestärkt und in ihrer Resilienz gefördert werden. Hierfür wird der bestehende Service des noch geöffneten Frauenhauses ausgebaut.

Das zweite Projekt ist die medizinische Antwort auf die Coronavirus-Pandemie von Médecins du Monde in den Gebieten Gaza, Westbank und Ost-Jerusalem. Die Organisation engagiert sich im Bereich der primären Gesundheitsversorgung und Präventionsmassnahmen. Ebenfalls berücksichtigt sie sekundäre Auswirkungen der Pandemie, wie die psychische Gesundheit, indem sie beispielsweise das Gesundheitspersonal in Themen wie Stressbewältigung schult.


Weitere Partnerhilfswerke hatten Projektanträge für verschiedene Länder und Regionen eingereicht. Diese werden im Berichtsjahr 2021 geprüft und unterstützt.

Projektbeiträge 2020:

CHF 1'208'570

Spenden 2020: CHF 8'911'716

Hilfswerke 2020:

Ärzte ohne Grenzen Schweiz, cfd die feministische Friedensorganisation, Médecins du Monde Schweiz, Medair

4.1.2. Nothilfe Libanon


Der Libanon befand sich im Berichtsjahr in seiner wahrscheinlich grössten Krise der letzten 30 Jahre. Wirtschaftlich war er stark verschuldet und seine Währung verlor innert wenigen Monaten 80 Prozent ihres Werts. Die Preise für Güter aller Art stiegen und viele Menschen wurden arbeitslos. Die Coronavirus-Pandemie belastete das Land zusätzlich und die verheerenden Explosionen vom 4. August 2020 im Hafen von Beirut, bei denen mehr als 190 Menschen starben und 300’000 eine beschädigte Wohnung oder Geschäft vorfanden, verschlimmerten die Situation akut. Der Staat befand sich am Abgrund und die Menschen, insbesondere jene, die schon vor der Katastrophe unter schwierigen Bedingungen lebten, waren dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Da fünf unserer Partnerhilfswerke bereits vor den Explosionen im Libanon tätig waren, leisteten sie umgehend Soforthilfe. Sie verteilten Nahrungsmittel, Hygieneartikel oder Werkzeug, unterstützten die Bevölkerung mit Bargeldhilfe für Lebensmittel und Reparaturen und begleiteten traumatisierte und verletzte Menschen psychologisch wie medizinisch.

Nach zwei Wochen Soforthilfe finanzierten wir wegen der mittlerweile wieder vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt vorwiegend Bargeldhilfe. Damit konnten die Menschen selbst entscheiden, ob sie das Geld für Nahrungsmittel, Medizin oder ihre Unterkunft einsetzten. Besonders Kinder waren schwer traumatisiert und fürchteten sich vor weiteren Explosionen. Darum finanzierten wir auch Projekte zu mentaler Gesundheit. Unsere Partnerhilfswerke engagierten sich dabei etwa mit Psychologinnen und Psychologen sowie Gruppenaktivitäten.

Bis Ende 2020 unterstützten unsere Partnerhilfswerke mit 10 Projekten 35’475 Menschen.

Projektbeiträge 2020:

CHF 4'231'797

Spenden 2020: CHF 7'560'077

Hilfswerke 2020:

Caritas Schweiz, Medair, Schweizerisches Rotes Kreuz, HEKS, Helvetas, Save the Children Schweiz, Stiftung Terre des hommes

4.1.3. Krieg im Jemen


Was die Menschen im Krieg in Jemen erleben, gilt gemäss UNO seit längerem als schlimmste humanitäre Krise weltweit. Das Gesundheitssystem ist kollabiert. Viele Spitäler wurden zerstört und ein Grossteil des medizinischen Personals verliess das Land. Die wenigen, die blieben, infizierten sich teilweise mit dem Coronavirus. Und die Lage spitzt sich weiter zu. Im November 2020 warnte die UNO, der Jemen befinde sich kurz vor der schlimmsten Hungersnot, die die Welt seit Jahrzehnten gesehen hat.

Umso dringender ist die Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mit den wachsenden Herausforderungen wird die Hilfeleistung für unsere Partnerhilfswerke allerdings noch schwieriger. Insbesondere der abnehmende Geldfluss, die zusätzlichen Covid-Schutzmassnahmen und die noch immer geltenden höchsten Sicherheitsvorkehrungen beim Zugang zu betroffenen Gebieten erschweren ihre ohnehin schon herausfordernde Arbeit.


Trotz der sehr gefährlichen und schwierigen Bedingungen arbeiteten die Partnerhilfswerke unermüdlich weiter und wir konnten im Jahr 2020 drei neue Projekte finanzieren: Ärzte ohne Grenzen Schweiz führte im Distrikt Dhi As Sufal ein Spital für sekundäre Gesundheitsversorgung mit Chirurgie für Kriegsverwundete und schwierige Geburten (Kaiserschnitte) sowie Einsatzeinheiten zur Cholera-Prävention. Medair gewährleistete an fünf Standorten primäre Gesundheitsversorgung. Das IKRK verteilte Wasser und Nahrungsmittel. Damit wurden 68’459 Menschen unterstützt.

Projektbeiträge 2020:

CHF 2'480'893

Spenden 2020: CHF 171'453

Hilfswerke 2020:

Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Medair, Schweizerisches Rotes Kreuz
 

4.1.4. Hilfe nach Erdbeben in Nepal


Im April 2015 zerstörte ein schweres Erdbeben mit der Stärke von 7,8 weite Teile Nepals. Über 9000 Menschen kamen ums Leben, rund 600’000 Häuser wurden zerstört.

Dank grosszügiger Spenden finanzierten wir in den vergangenen fünf Jahren 34 Projekte von elf Partnerhilfswerken und weiteren neun lokalen Organisationen. 22 Prozent der Spendengelder setzten wir für die Soforthilfe ein, während 71 Prozent in den Wiederaufbau von Wohn- und Schulhäusern etc. flossen. Weitere 7 Prozent investierten wir in die Unterstützung und Ausbildung im Katastrophenschutz. Das letzte Projekt im Bereich Wiederaufbau wurde durch Caritas Schweiz im Berichtsjahr 2020 abgeschlossen und unterstützte 6575 Menschen. Weitere 2,1 Millionen Franken werden – aufgrund der Coronavirus-Pandemie etwas verzögert – im Jahr 2021 in der Katastrophenvorsorge eingesetzt.

Im Februar 2020 beauftragten wir unabhängige Evaluatoren mit einer Wirkungsanalyse. Ziel der Studie war es, einerseits die betroffene Bevölkerung zu befragen, wie relevant, wirkungsvoll und nachhaltig sie die Hilfe einschätzt. Andererseits wollten wir von den lokalen Behörden und Verantwortlichen wissen, wie sie die Zusammenarbeit mit unseren Partnerhilfswerken erlebten.

In der repräsentativen Umfrage war von den 1500 zufällig befragten Begünstigten eine grosse Mehrheit der Ansicht, dass die Hilfe der Glückskette und ihrer Partner die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen massiv verbesserte.

Mehr Informationen zur Studie und ihre Kernaussagen finden Sie hier.

Projektbeiträge 2020:

CHF 0

Spenden 2020: CHF 1'635

Hilfswerke 2020:

Keine neuen Projekte
 

4.1.5. Innovation


Innovationen, technologischer, aber auch finanzieller, organisatorischer oder kommerzieller Art, dürfen nicht nur den reichsten Bevölkerungsschichten zugutekommen, sondern auch und vor allem denjenigen, die eine Katastrophe erlitten haben oder Menschen, die in Not sind. Dank der Digitalisierung können unsere Partnerhilfswerke in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle spielen, indem sie die Technologien gezielt einsetzen und sicherstellen, dass sich die Entwicklung von Innovationen an den Bedürfnissen der am meisten Betroffenen orientiert, und damit die humanitäre Hilfe stärken.

Der Innovationsgeist in der humanitären Hilfe hat sich bereits in vielen Bereichen bewährt. Neue Ansätze, wie etwa die Herstellung von Prothesen mit einem 3D-Drucker, können die Effizienz und nachhaltige Wirksamkeit der Hilfe deutlich erhöhen. Gleichzeitig ist es für viele Organisationen eine grosse Herausforderung, innovative Lösungen zu verfolgen. Einerseits kann bei der Projektentwicklung nur bedingt auf Erfahrungen zurückgegriffen werden, andererseits bergen die Projekte das Risiko, nicht zu gelingen. Darüber hinaus stellen die notwendigen Fähigkeiten und finanziellen Mittel häufig eine Herausforderung dar.

Mit unserem Innovationsfonds, den wir vor drei Jahren gründeten, wollten wir diese Barrieren abbauen, den Innovationsgeist unserer Partnerhilfswerke langfristig unterstützen und so zur Stärkung des durch die Innovationen geschaffenen Mehrwerts der Partnerhilfswerke im humanitären Kontext beitragen. Im aktuellen Berichtsjahr unterstützten wir mit diesem Fonds fünf Projekte.

Ein Projekt hilft Menschen in Kenia, die in Slums leben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Unser Partnerhilfswerk Save the Children Schweiz wählte hierfür einen simplen, aber sehr effektiven Ansatz: Sie bauten vor Ort 250 Handwasch-Stationen, die mit dem Fuss bedient werden. Damit soll eine Virus-Übertragung durch den Wasserhahn vermieden werden.

Als weiteres innovatives Projekt entwickelte Enfants du Monde eine App für schwangere Frauen in El Salvador. Damit können die Frauen den Verlauf ihrer Schwangerschaft selbst verfolgen – trotz Lockdown und Schliessung vieler Gesundheitseinrichtungen für medizinische Probleme, die nicht Covid-19 sind. Die App zeigt ihnen, wann sie unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollen.


Wir wollen diese und andere technologische Fortschritte weiterhin in den Dienst dieser Bevölkerungsgruppen stellen und werden in den kommenden Jahren weitere Projekte dieser Art unterstützen.

Projektbeiträge 2020:

CHF 290'000

Spenden 2020: CHF 0

Hilfswerke 2020:

Brücke - Le Pont, Enfants du Monde, Helvetas, Medair, Save the Children Schweiz

4.1.6. Fonds «Early Response»


Mit dem Fonds «Early Response» ist es uns möglich, Projekte in Ländern und für Katastrophen zu unterstützen, ohne eine spezifische Sammlung durchzuführen. Zudem können wir unseren Partnerorganisationen dadurch wenige Stunden nach dem Ereignis von Katastrophen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, ohne auf Spendeneinnahmen warten zu müssen. Dadurch können sie sofort dringende Nothilfe leisten.

Zu Beginn des Jahres 2020 sprach die Direktion 1,1 Millionen Franken für die von Dürre und Konflikt betroffenen Menschen im Sahel. Der Betrag wurde durch unsere Partnerorganisationen Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Helvetas und Save the Children Schweiz für die Gesundheitsversorgung und Ernährungssicherheit eingesetzt. Die Projekte wurden in diesem Berichtsjahr abgeschlossen.

Mit weiteren 1,5 Millionen Franken finanzierten wir Präventions- und Hygienemassnahmen gegen das Coronavirus (vgl. 4.1.1 Coronavirus International) in Burkina Faso, Haiti, Honduras, Mosambik, Myanmar, Tansania und Tschad. Ein Projekt vom Schweizerischen Roten Kreuz wird im Jahr 2021 abgeschlossen.

Die Direktion sprach Ende Jahr zudem 400’000 Franken für die Nothilfe durch HEKS und Medair zugunsten der Menschen in Honduras, die unter den Folgen der verheerenden Hurrikane Eta und Iota vom November 2020 litten. Diese Hilfsprojekte werden im Jahr 2021 fortgeführt.

Projektbeiträge 2020:

CHF 2'076'093

Spenden 2020: CHF 347'986

Hilfswerke 2020:

Ärzte ohne Grenzen Schweiz, HEKS, Medair, Save the Children Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, SolidarMed, Solidar Suisse, Stiftung Terre des hommes, Swissaid

4.1.7. Kinderhilfe


Die Kinderhilfe ist historisch ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Im Jahr 2020 realisierten wir mit 14 unserer Partnerhilfswerke 20 Projekte in 13 Ländern und unterstützten über 302’837 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahre.

Unsere Kinderhilfe beinhaltet Gesundheit, Bildung und Schutz. Besonders in von Krisen betroffenen oder wirtschaftlich wenig entwickelten Ländern sind diese Bedürfnisse gross.

Trotz Gefahren in Krisenherden gelang es uns, Projekte in Afghanistan, Mali und Kamerun zu finanzieren. Projektziele waren der Schutz der Kinder vor Übergriffen, Gewalt und Kinderhandel. Gleichzeitig unterstützten wir unsere Partnerhilfswerke bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung und im Kampf gegen Mangelernährung.

Zudem konnten wir in zehn sich am unteren Ende der Entwicklungsskala befindenden Ländern, wie Bangladesch, Benin, Bolivien, Pakistan und Tansania, 15 weitere Projekte finanzieren. Im Fokus standen die Verhinderung von Missbrauch, Kinderarbeit und Übergriffen sowie der erleichterte Zugang zu medizinischer Versorgung sowie Bildungsprojekte.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie mussten viele Schulen geschlossen werden. Daher finanzierten wir auch Unterstützungsleistungen von Studierenden und Hilfeleistungen für Lehrpersonen bei der Anwendung virtueller Bildungsmethoden sowie Informations- und Präventionsmassnahmen.

Ausblick: Ab 2021 werden die Projekte jährlich geografisch und thematisch eingegrenzt. Wir fokussieren uns im Jahr 2021 auf häusliche Gewalt in Westafrika, weil dort genügend erfahrene Partnerhilfswerke tätig sind und ihre Expertise als gute Basis für die Auseinandersetzung mit dieser weltweiten Problematik dient.

Projektbeiträge 2020:

CHF 404'245

Spenden 2020: CHF 242'697

Hilfswerke 2020:

Fondation Hirondelle
 

4.1.8. Weitere Fonds


Wirbelsturm in Mosambik
Der Zyklon Idai verwüstete 2019 weite Teile Mosambiks, Simbabwes und Malawis. Unsere Partnerorganisationen leisteten Soforthilfe. Im Jahr 2020 finanzierten wir vier weitere Projekte (z. B. Landwirtschaft oder Ernährungssicherheit).

Tsunami Indonesien
Seit dem Erdbeben von 2018 unterstützten wir über unsere Partnerhilfswerke die betroffenen Menschen in Palu. Caritas Schweiz etwa half 2020 vor Ort beim Wiederaufbau von Wohnhäusern und arbeitete mit den für den jeweiligen Haushalt verantwortlichen Frauen zusammen und bildete sie zu Bauleiterinnen aus. Fünf Projekte werden teilweise bis 2022 fortgeführt.

Rohingya
2017 flohen hunderttausende Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch und leben seither im Flüchtlingslager Cox’s Bazar unter schwierigsten Lebensbedingungen. Bisherige Projekte zu gesunder Ernährung, infrastrukturellen Verbesserungen oder Gewaltprävention wurden 2020 aufgrund der spärlich vorhandenen medizinischen Versorgung und den kaum umsetzbaren Distanzmassnahmen mit Projekten in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie (z. B. Aufklärung oder Hygiene-Kits) ergänzt. 2021 werden diese Projekte abgeschlossen.

Flüchtlinge
Im aktuellen Berichtsjahr unterstützten wir ein Projekt von Ärzte ohne Grenzen Schweiz. Dadurch wurde die Gesundheitsversorgung für rund 5000 Menschen gewährleistet, die sich auf der Flucht in Griechenland befinden. Das Projekt wurde 2020 umgesetzt und abgeschlossen.

Projektbeiträge 2020:

CHF 7'090'161

Spenden 2020: CHF 433'908

Hilfswerke 2020:

ADRA - Schweiz, Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Caritas Schweiz, CBM Schweiz, Helvetas, Medair, Solidar Suisse, Save the Children Schweiz, Fondation Hirondelle

4.2. Hilfe in der Schweiz


Im aktuellen Berichtsjahr finanzierten wir für insgesamt 40,5 Millionen Franken Projekte von lokal, regional und national tätigen Schweizer Organisationen. Damit erreichten wir über 1,7 Millionen Menschen, wobei wir den Grossteil der Begünstigten mit Spenden aus der Sammlung «Coronavirus Schweiz» unterstützten. Auch was die Finanzierungen betrifft, waren die gesprochenen Beiträge für die Projekte in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie in der Schweiz mit 36,1 Millionen Franken deutlich am höchsten.

Während die Hilfe im Zusammenhang mit dem Coronavirus in der Schweiz mit Spendengeldern aus diesem Jahr finanziert wurde, leisteten wir im Rahmen der Fonds «Naturkatastrophen Schweiz», «Jugendlichen in Not», «Kinder, Opfer häuslicher Gewalt» und «Cala Sannitica» Hilfe mit Spenden aus früheren Jahren und unterstützten damit längerfristige Projekte.

Seit Anfang 2020 gibt es einen Fond für «Obdachlose und Menschen ohne festen Wohnsitz». Dieses Jahr konzentrierten wir uns auf die Bedürfnisabklärung von besonders gefährdeten Menschen mit dem Ziel, angemessen auf ihre Situation reagieren zu können.

In den folgenden Kapiteln finden Sie Informationen über die Verwendung der Spendengelder aus sechs Sammlungen für die Schweiz. Detaillierte Informationen zu den Geldflüssen aller anderen Sammlungen finden sich in der Jahresrechnung und den Kennzahlen.

4.2.1. Coronavirus Schweiz


Auf die Coronavirus-Pandemie folgten vom Bund und später von den Kantonen auferlegte Schutzmassnahmen mit dem Ziel, die Virus-Verbreitung weitgehend einzudämmen. Der Bund ergriff diverse Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen, um Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Für Menschen, die sich bereits vor der Krise in schwierigen oder prekären Lebensumständen befanden, waren die Folgen der Schutzmassnahmen aber teilweise verheerend, weil sie dadurch noch mehr von externer Hilfe, etwa in Form von sozialer Beratung, finanzieller Unterstützung oder Dienstleistungen, abhängig wurden.

Mit den seit März 2020 gesammelten 43 Millionen Franken Spenden finanzierten wir 158 Projekte, die besonders stark betroffene Menschen, wie obdachlose Menschen, informell Angestellte (z. B. Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter oder Sans-Papiers), Menschen mit Behinderungen oder ältere Menschen, subsidiär unterstützten. Die Spendengelder wurden zum grossen Teil für die immer wichtiger werdende finanzielle Nothilfe, wie etwa das Bezahlen von Mieten, eingesetzt. Zudem finanzierten wir Dienstleistungen wie Pflege- oder Haushaltshilfen oder Lebensmittel.

Die von uns finanzierten Projekte wurden von Caritas Schweiz, dem Schweizerischen Roten Kreuz und neun weiteren national tätigen Organisationen umgesetzt. Zudem haben wir die Zusammenarbeit um über 103 weitere regional und lokal tätige Organisationen erweitert. Details finden Sie hier.

Bis zum Ende des Berichtsjahres wurden bereits 36,1 Millionen Franken eingesetzt. 30 Organisationen setzen im Verlauf des Jahres 2021 nach wie vor den Fokus auf Beratungen, Dienstleistungen und finanzielle Unterstützung, wobei bei letzterer die Finanzierung von Mieten oder der Abbau der während der Pandemie entstandenen Schulden an Bedeutung zunahmen.

Projektbeiträge 2020:

CHF 36'756'950

Spenden 2020: CHF 41'486'093 und CHF 1'500'000 Fonds de Picciotto

Hilfswerke 2020:

114 verschiedene Organisationen
 
 
 

4.2.2. Naturkatastrophen Schweiz


Mit dem permanenten Hilfsfonds «Naturkatastrophen Schweiz» unterstützen wir in erster Linie Privatpersonen, privatrechtliche nicht gewinnorientierte sowie gewinnorientierten Organisationen. Wenn es die finanziellen Mittel erlauben, unterstützen wir auch Gemeinden, die durch Unwetter oder deren Folgen einen Schaden erlitten haben. Meistens leisten wir finanzielle Beiträge an verbleibende Restkosten, nachdem Versicherungen oder Dritte ihre Unterstützung geleistet haben. Diese Koordination ist sehr zeitaufwendig und dauert üblicherweise mehrere Monate bis Jahre.

2020 unterstützten wir 18 Haushalte und zwei Gemeinden, die in den Jahren 2017 bis 2020 von Überschwemmungen, Starkregen, Gewittern, Stürmen oder Murgängen betroffen waren. Mit 323’397 Franken beteiligten wir uns an den Restkosten der Gemeinde Uerkheim (AG), die am 8. Juli 2017 aufgrund von aussergewöhnlichen Starkniederschlägen von Überschwemmungen und Rutschungen betroffen war. 306’000 Franken setzten wir in der Gemeinde Anniviers (VS) für die Folgen der Überschwemmung des Flusses Navizence aufgrund des Gewitters vom 2. und 3. Juli 2018 im Val d’Anniviers ein. Ebenfalls von einem sehr starken Gewitter betroffen war das Val-de-Ruz (NE). Vom 21. auf den 22. Juni 2019 ereigneten sich deswegen Überschwemmungen, die grosse Schäden hinterliessen. Wir beteiligten uns bisher mit 17’173 Franken an den Restkosten von zehn Haushalten im Val-de-Ruz. Aufgrund der eingangs erwähnten aufwendigen Abklärungen, welche die Gemeinde mit einer dafür eingesetzten Kommission tätigt, werden weitere Beiträge an die Betroffenen im Jahr 2021 erwartet.

Projektbeiträge 2020:

CHF 667'060

Spenden 2020: CHF 8'757

Hilfswerke 2020:

Schweizerisches Rotes Kreuz, Caritas Schweiz
 

4.2.3. Jugendliche in Not


Mit diesem Fond werden Jugendliche und junge Erwachsene unterstützt, die in der Schweiz leben, ohne Berufsabschluss sind und Schwierigkeiten haben, sich beruflich und gesellschaftlich zu integrieren. Zudem engagieren wir uns für die soziale und berufliche Integration von kürzlich in der Schweiz angekommenen Migrantinnen und Migranten und für gefährdete junge Frauen, wie junge Mütter ohne Ausbildung. Ziel ist es, sie zu unterstützen, wenn sie Hilfe im Beruf oder Privatleben benötigen, weil sie wegen Problemen keine klassische Berufsausbildung absolvieren können.

Im Jahr 2020 gab es 26 laufende Projekte von 25 Schweizer Organisationen, finanziert durch die Spenden aus den Aktionen «Jeder Rappen zählt», «Cœur à Cœur» und «Ogni centesimo conta» des Jahres 2017. Die meisten dieser Projekte wurden jedoch abgeschlossen, nur einzelne Projekte werden im Jahr 2021 fortgeführt. So auch das Projekt «Birdhouse» der Fondation Apprentis d’Auteuil International in Genf. Das Integrationsrestaurant ermöglicht jugendlichen Schulabbrechern eine Ausbildung mit einem Diplom im Service oder in der Küche. Die Beurteilung des Projektes war positiv: Es konnten neun, statt wie vorgesehen sechs, Jugendliche aufgenommen werden. Die Prüfungsresultate waren sehr erfreulich und die Zufriedenheit hoch – trotz der Herausforderung, diese Jugendlichen auch während der temporären Schliessung der Restaurants wegen der Coronavirus-Pandemie begleiten zu können.

Im Jahr 2020 fand ein Projektaufruf statt. Somit werden 2021 neue Projekte finanziert.

Projektbeiträge 2020:

CHF 0

Spenden 2020: CHF 10'532

Hilfswerke 2020:

Keine neuen Projekte
 

4.2.4. Kinder, Opfer von häuslicher Gewalt


Jedes Jahr leiden 30’000 bis 50’000 Kinder in der Schweiz unter physischer oder psychischer Gewalt zwischen den Eltern oder den Eltern und dem Kind, unter sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung. Während der Coronavirus-Pandemie verstärkten sich wegen eingeschränkter Bewegungsfreiheit und finanziellen Sorgen der Eltern die Risikofaktoren für häusliche Gewalt.

Im Dezember 2019 sammelten wir gemeinsam mit Radio Télévision Suisse (RTS) und Radiotelevisione Svizzera (RSI) mit den Aktionen «Cœur à Cœur» und «Ogni centesimo conta» 3,4 Millionen Franken für betroffene Kinder. Im Jahr 2020 finanzierten wir 27 neue Projekte für 1’990’997 Franken.

Es konnten 2947 Kinder und 1250 Erwachsene unterstützt und neue Aufnahmestrukturen geschaffen sowie die Betreuungsmöglichkeiten erweitert werden. Innovative Projekte schlossen die Lücken bestehender Angebote oder beinhalteten neue Ansätze in der Begleitung von Kindern und ihren Eltern. Das Heim der Stiftung für Jugend und Familie in Founex (VD) etwa realisierte einen Permakultur-Garten mit erzieherischen und spielerischen Aspekten. Damit sollten vor allem die Beziehungen zwischen Kindern und Eltern gestärkt werden.

Ziel unserer Finanzierungen war es, mit bedürfnisorientierten Projekten den Kindern ein schützendes und fürsorgliches Umfeld zu bieten und sie auf ihrem Weg zu begleiten, um die Auswirkungen von Gewalt auf ihre Gesundheit und Entwicklung zu mildern.

Ende dieses Berichtsjahres sammelte die Aktion «Cœur à Cœur» erneut Spenden, was neue Projektfinanzierungen im Jahr 2021 ermöglichen wird. «Ogni centesimo conta» fand wegen der Coronavirus-Pandemie nicht statt.

Projektbeiträge 2020:

CHF 1'990'997

Spenden 2020: CHF 3'343'499

Hilfswerke 2020:

27 Organisationen
 

4.2.5. «Cala Sannitica»


«Cala Sannitica» ist ein Spezialfonds zugunsten von Kindern in der Schweiz, gespiesen aus Beiträgen eines Grossspenders. Projekte, die aus diesem Fonds finanziert werden, ergänzen unsere Hilfe für Jugendliche und Kinder in Not in der Schweiz.

Auch im Berichtsjahr 2020 konzentrierte sich «Cala Sannitica» auf die Unterstützung des Projektes der Walliser Organisation «Vacances Familiales», die es Eltern durch eine spezifische Betreuung erlaubt, mit ihren Kindern eine Woche Ferien zu verbringen. Diese Familien durchleben meist eine schwierige Zeit und sie können so während einer Woche in der Natur und in einem stimulierenden Umfeld Selbstvertrauen gewinnen und Energie tanken. Sie lernen dabei auch, wie sie mit ganz bestimmten schwierigen Situationen umgehen können.

Im Berichtsjahr konnten vier solcher Ferienwochen für insgesamt 25 Familien durchgeführt werden – eine im Winter und drei im Sommer. 46 Kinder, 24 Mütter und 5 Väter konnten während den durchgeführten Ferien in einem geschützten Rahmen und einem gesunden Umfeld ihre Batterien auftanken und an der Beziehung mit ihren Kindern arbeiten.

Wegen der Schutzmassnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie mussten im Sommer acht Familien abgewiesen und die Woche im Herbst wegen verstärkten Schutzmassnahmen kurzfristig abgesagt werden. Die Annullierung der Herbstwoche war eine besondere Herausforderung, weil die betroffenen Familien ihr Kind nur in diesem Zusammenhang hätten sehen können.

Projektbeiträge 2020:

CHF 50'000

Spenden 2020: CHF 0

Hilfswerke 2020:

Vacances Familiales
 

4.2.6. Obdachlose und Menschen ohne festen Wohnsitz


Seit Februar 2020 unterstützen wir obdachlose und ausgegrenzte Menschen in der Schweiz. Sie erleben die schlimmste Ausprägung von Armut in der Schweiz, werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen und haben oft mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Mit dem neu geschaffenen Fonds wollen wir den Menschen, die auf der Strasse oder in prekären Wohnsituationen leben, einen würdigen Platz in der Gesellschaft zurückgeben und die Schweizer Bevölkerung für diese wenig beachtete Realität sensibilisieren.

Im ersten Jahr konzentrierten wir uns zunächst auf die Bedürfnisevaluation von besonders vulnerablen Menschen, um möglichst angemessene Unterstützung finanzieren zu können.

In der Folge starteten wir einen Projektaufruf und akzeptierten kurz vor Jahresende 33 Projekte von ebenso vielen Schweizer Organisationen. Im Jahr 2021 sollen damit obdachlose und ausgegrenzte Menschen in der Schweiz mit dem Errichten von Unterkünften, der Bereitstellung von Schlafens- und Essensmöglichkeiten und medizinischer Versorgung unterstützt werden. Ausserdem finanzieren wir Aktivitäten zur sozialen Integration, Strassensozialarbeit und juristische Unterstützung dieser Menschen.

Bereitgestellt werden unsere finanziellen Mittel aus den Saldi mehrerer alter Fonds, wie beispielsweise dem Fond «Sozialhilfe».

Projektbeiträge 2020:

CHF 3'269'344

Spenden 2020: CHF 1'407'807

Hilfswerke 2020:

33 Organisationen
 

5. Kennzahlen

6. Organisation


6.1. Stiftungsrat


Der Stiftungsrat ist das oberste Organ unserer Organisation. Er überwacht sie und legt ihre Strategie fest. Bestimmte Aufgaben delegiert er an den Ausschuss des Stiftungsrates.

Abgesehen von begründeten Ausnahmen, die vom Ausschuss genehmigt werden, erhalten die Mitglieder des Stiftungsrates für ihre Arbeit von der Glückskette keine Entschädigung. Sie können der Stiftung jedoch ihre Spesen in Rechnung stellen.

Mitglieder:

  • Pascal Crittin, RTS / Präsident
  • François Besençon, Vizepräsident
  • Grégoire Castella, unabhängiger Vertreter (seit 01.05.2020)
  • Hugo Fasel, Caritas Schweiz (bis 31.12.2020)
  • Felix Gnehm, Solidar Suisse
  • Joëlle Hars, SRG
  • Barbara Hintermann (bis 30.04.2020)
  • Melchior Lengsfeld, Helvetas
  • Markus Mader, Schweizerisches Rotes Kreuz
  • Sabine Maier, Vivamos Mejor
  • Philipp Meier, Swissinfo (bis 31.12.2020)
  • Alexandra Post Quillet
  • Robert Ruckstuhl, SRF
  • Silvia Schaller
  • Stefania Verzasconi, RSI

Beobachter:

  • Manuel Etter, DEZA

In beratender Funktion:

  • Roland Thomann, Direktor der Glückskette (seit 01.01.2020)
  • Koenraad Van Brabant, Präsident der Projektkommissionen der Glückskette (COPRO)

Ständige Beisitzerin:

  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin und Leiterin Finanzen und Administration der Glückskette

6.1.1. Ausschuss des Stiftungsrates


Die Mitglieder des Ausschusses des Stiftungsrates sind Pascal Crittin (Präsident), François Besençon (Vizepräsident), Grégoire Castella, Felix Gnehm und Melchior Lengsfeld. Roland Thomann (Direktor Glückskette), Koenraad van Brabant (Präsident COPRO) und Joëlle Hars (Präsidentin COGEFI) unterstützen den Ausschuss mit beratender Stimme. Catherine Baud-Lavigne (Leiterin Finanzen) ist ständige Beisitzerin.

6.2. Kommissionen


6.2.1. Projektkommission Schweiz (COPRO-CH) und Expertengruppen


Hilfe bei Naturkatastrophen in der Schweiz 

Für die Bewilligung von Projekten in der Schweiz ist die COPRO-CH verantwortlich, die bei Unwettern oder Katastrophen in der Schweiz zum Einsatz kommt.

  • Koenraad Van Brabant, Präsident
  • Roland Thomann, Direktor der Glückskette
  • Eric Bardou, Experte für Umwelt und Katastrophenbewältigung
  • Hanspeter Bieri, Experte Versicherungs- und Rechtsfragen
  • Alexander Glatthard, Experte für öffentliche Körperschaften und Finanzen
  • Silvano Allenbach, Caritas Schweiz
  • Wim Nellestein, Schweizerisches Rotes Kreuz
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette, mit beratender Stimme
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz der Glückskette, mit beratender Stimme

Sozialhilfe

Verschiedene Ad-hoc-Expertengruppen prüfen die Finanzierungsgesuche für inländische Sozialhilfeprojekte für jeden Fonds und beraten die Direktion bei der Auswahl der Dossiers.

Projekte aus dem Fonds «Jugendliche in Not» 

  • Roland Thomann, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette
  • Beata Godenzi, Beraterin bei der Glückskette für Sozialhilfeprogramme in der Schweiz
  • Laurent Wicht, Dozent HES Genf
  • Patricia Ganter, Integrationsdelegierte Kanton Graubünden
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz der Glückskette

Projekte aus dem Fonds «Kinder, Opfer von häuslicher Gewalt» 

  • Roland Thomann, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette
  • Beata Godenzi, Beraterin bei der Glückskette für Sozialhilfeprogramme in der Schweiz
  • Laurence Boldini, Mitglied des Entscheidungsgremiums der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Berner Jura
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz der Glückskette

Projekte aus dem Fonds «Obdachlosenhilfe»

  • Roland Thomann, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette
  • Beata Godenzi, Beraterin bei der Glückskette für Sozialhilfeprogramme in der Schweiz
  • Matthias Drilling, Dozent FHNW, Hochschule für Soziale Arbeit
  • Jean-Pierre Tabin, Dozent HETS Lausanne
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz der Glückskette

6.2.2. Projektkommission International (COPRO-INT)


Die Projektkommission International, deren Mitglieder vom Stiftungsrat bestimmt werden, setzt sich aus unabhängigen Expertinnen und Experten für humanitäre Hilfe sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der Partnerhilfswerke und aus unserer Direktion zusammen. Sie wird von einer unabhängigen Person präsidiert. Die Kommission analysiert im Detail alle von den Partnerhilfswerken eingereichten Projekte für die Hilfe im Ausland über 300’000 Franken und befindet über deren Relevanz sowie die konzeptuellen und technischen Ausführungsdetails. Sie wird ausserdem über die Entscheidungen der Direktion zu Projekten unter CHF 300’000 informiert. Die Entscheidungen werden durch die Entscheidungskommission (COPRO-DEC) getroffen, die sich aus dem Präsidenten der COPRO und dem Direktor der Glückskette zusammensetzt. Sie entscheidet über das Projektgesuch, bewilligt eine Finanzierung, lehnt diese ab oder fordert Projektanpassungen.

Projektkommission International (COPRO-INT)

  • Koenraad Van Brabant, Präsident
  • Alex Brans, Save the Children
  • Barbara Dietrich, Helvetas
  • Christian Gemperli, Solidar Suisse
  • Judith Schuler, Caritas Schweiz (bis 31.12.2020)
  • Johan Ten Hoeve, Medair
  • Simon Martin, Stiftung Terre des hommes (01.05. bis 31.07.2020)
  • Nathalie Praz, HEKS
  • Constance Theisen, Médecins du Monde
  • Nadine Trudel, CBM (bis 30.04.2020)
  • Beatrice Weber, Schweizerisches Rotes Kreuz
  • Martin Schneider, Experte Gesundheitsfragen
  • Pablo Lo Moro, Experte Livelihood
  • Gabriela Friedl, Expertin Wasser
  • Ivan Vuarambon, Experte Bau
  • Mirela Shuteriqi, Expertin Kinderhilfe
  • Sebastian Eugster, Beobachter, DEZA
  • Roland Thomann, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette

Entscheidungskommission (COPRO-DEC)

  • Koenraad Van Brabant, Präsident
  • Roland Thomann, Direktor der Glückskette
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette, mit beratender Stimme
  • Eine Expertin oder ein Experte, rotierend, mit beratender Stimme

6.2.3. Akkreditierungskommission


Die im Jahr 2019 gebildete Akkreditierungskommission ist ein weiteres Element unseres Qualitätsmanagements. Sie entscheidet aufgrund der vom Stiftungsrat genehmigten Kriterien über die Akkreditierung von Hilfswerken als Partnerorganisation der Glückskette, damit diese Projekte im Ausland durchführen können. Die Akkreditierung ermöglicht es den Hilfswerken insbesondere, Projekte mit Beiträgen aus unseren Spendenerlösen zu finanzieren.

Die Akkreditierungskommission befindet aber nicht nur über die Neuakkreditierung von Partnerhilfswerken, sondern überprüft auch alle drei Jahre, ob die bereits akkreditierten Hilfswerke nach wie vor die erforderlichen Kriterien erfüllen.

Die Kommission besteht aus einem Präsidenten oder einer Präsidentin, einem unabhängigen Mitglied, dem Präsidenten der Projektkommission International und dem Leiter der Programmabteilung. Bei Bedarf kann sie ausserdem auf weitere Expertinnen und Experten zurückgreifen.

Im Jahr 2020 prüfte die Kommission mehrere neue Akkreditierungsgesuche und kontrollierte einen Drittel der bestehenden Akkreditierungen, um sicherzustellen, dass die Partnerhilfswerke die Kriterien nach wie vor erfüllen. In den kommenden Jahren wird sie weiterhin jeweils einen Drittel der bestehenden Akkreditierungen prüfen.

2020 wurden zwei neue Hilfswerke akkreditiert. Die Akkreditierung von vier bestehenden Organisationen wurde hingegen aufgehoben. Zur Übersicht. Nach den Beschlüssen der Akkreditierungskommission sind ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr akkreditiert: Swisscontact, Handicap International, Nouvelle Planète und Fastenopfer. Neu akkreditiert sind terre des hommes schweiz und SOS Kinderdorf. Mit diesen Entscheiden hat die Kommission in keiner Weise ein Urteil über die Qualität der Arbeit dieser Organisationen abgegeben. Es handelt sich um eine Feststellung, dass die Aktivitäten der Organisationen nicht in genügendem Ausmass mit dem Wirkungsbereich der Glückskette deckungsgleich sind.

Mitglieder:

  •   Silvia Schaller, Präsidentin, Mitglied des Stiftungsrates
  •   Martin Fuhrer, unabhängiger Experte
  •   Koenraad Van Brabant, Präsident der Projektkommissionen der Glückskette (COPRO)
  •   Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung der Glückskette (ohne Stimmrecht)

6.2.4. Finanz- und Anlagekommission (COGEFI)


Die Finanz- und Anlagekommission wurde 2020 erneuert.

Mitglieder:

  •  Joëlle Hars, Präsidentin
  •  Sophie Cathala
  •  Othmar Ulrich
  •  Roland Thomann, Direktor der Glückskette
  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin und Leiterin Finanzen und Administration der Glückskette

Ständiger Beisitzer:

  • Pascal Crittin, Präsident der Glückskette

Externe Fachstelle:

  • PPCmetrics

6.2.5. Medienkommissionen


Unsere Medienkommissionen sind informelle Organe. Sie setzen sich zusammen aus den Kommunikationsverantwortlichen der Glückskette, aller Partnerhilfswerke und der SRG.

Medienkommission der Partnerhilfswerke
Die Medienkommission der Partnerhilfswerke erlaubt es uns, unsere Kommunikation und unser Fundraising mit den Partnern abzustimmen. Die Frühlingssitzung musste 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden. Die Kommission tagte daher im Herbst virtuell und diskutierte unseren Spendenaufruf für die von der Coronavirus-Pandemie weltweit am stärksten Betroffenen, unsere strategischen Ziele in Bezug auf die Kommunikation und das Fundraising sowie die Bildung einer Arbeitsgruppe für das Setzen von Themenschwerpunkten.

Medienkommission der SRG
In einem informellen Rahmen und mittels bilateraler Meetings tauscht sich unsere Kommunikationsabteilung regelmässig mit den Redaktionsverantwortlichen der SRG in allen vier Unternehmenseinheiten aus. Dabei diskutiert sie den Verlauf der Sammeltage, spricht allgemeine humanitäre Themen an und berichtet transparent über die eingesetzten Spenden. Die Glückskette nimmt jedoch in keiner Weise Einfluss auf die Berichterstattung der SRG-Journalistinnen und -Journalisten, deren Unabhängigkeit garantiert ist.

 

6.2.6. Gruppe Digital


Im Rahmen der digitalen Revolution, die die Glückskette und die ganze humanitäre Hilfe durchlebt, ist es aus unserer Sicht von grosser Bedeutung, dass wir uns mit den Digitalexpertinnen und -experten unserer Partnerhilfswerke regelmässig über die Herausforderungen, Erfahrungen, Studien und Best Practices im Bereich des digitalen Fundraisings, des digitalen Marketings und über die Verwendung der sozialen Medien austauschen können.

Im Jahr 2020 konnten sich die 20 Vertreterinnen und Vertreter der Partnerhilfswerke in dieser Arbeitsgruppe aufgrund der Coronavirus-Pandemie leider nicht physisch treffen. Ausserdem waren unsere Ressourcen hauptsächlich auf die Spendensammlungen zugunsten der von der Pandemie am stärksten betroffenen Menschen ausgerichtet. Wir sind jedoch mit den Digitalexpertinnen und -experten unserer Partnerhilfswerke in Kontakt geblieben, da wir in Zukunft noch besser auf die Bedürfnisse unserer Spenderinnen und Spender eingehen wollen.

6.3. Team


Direktion:

  • Roland Thomann, Direktor (seit 01.01.2020)
  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung
  • Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen

Programmabteilung:

  • Ernst Lüber, Leiter Programmabteilung
  • Tasha Rumley, Verantwortliche Humanitäre Projekte (seit 01.01.2020)
  • Aurore Geiser, Verantwortliche Humanitäre Projekte
  • Fabienne Vermeulen, Programmverantwortliche Schweiz
  • Matea Wischnewski, Programmverantwortliche Schweiz (seit 01.04.2020)
  • Rahel Bucher, Assistentin Programmabteilung

Kommunikation:

  • Priska Spörri, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit und Partnerbeziehungen
  • Sylvie Kipfer, Verantwortliche Digitale Kommunikation
  • Daniela Toupane, Verantwortliche Content Management (bis 31.12.2020)
  • Jasmin Wiget, Digital Marketing Spezialistin (seit 24.08.2020)
  • Léna Quéant, Digital Marketing Praktikantin (seit 01.09.2020)

Strategische Projekte:

  • Olivier Soret, Verantwortlicher Strategieprojekte

Finanzen und Administration:

  • Catherine Baud-Lavigne, stellvertretende Direktorin, Leiterin Finanzen und Administration
  • Graziella Della Luce, Verantwortliche Buchhaltung
  • Jodok Gschwendtner, Verantwortlicher Logistik/Informatik
  • Corinne Mora, Verantwortliche Administration
  • Jasmine Stein, Bürohilfe
  • Réginald Clérismé, Assistent Administration

Delegierte:

  • Eugenio Jelmini, Delegierter für die italienischsprachige Schweiz

6.4. SRG-Botschafterinnen und -Botschafter


Die SRG-Botschafterinnen und -Botschafter für die Glückskette kamen im Jahr 2020 mehrmals zum Einsatz: während der nationalen Solidaritätstage zugunsten der von den Folgen der Coronavirus-Pandemie betroffenen Menschen im In- und Ausland und während der Sammelaktion «Cœur à Cœur». Sie spielen eine wichtige Rolle beim Kontakt und der Kommunikation mit der Öffentlichkeit.

In der Deutschschweiz sind es, Dani Fohrler (1) moderiert, Rouven Born und Sirio Flückiger, produzieren die Inhalte auf Radio SRF.

Jean-Marc Richard (2) ist RTS-Botschafter für die Glückskette in der Westschweiz. Seit 1997 moderiert er die nationalen Sammeltage und die Spendenaktion «Cœur à Cœur» sowohl im Radio als auch im Fernsehen. Ausserdem hat er zahlreiche Reportagen über die Verwendung der Spenden vor Ort gemacht. Im Rahmen der Aktion «Cœur à Cœur» berichtete auch die Moderatorin Claudia Mélanjoie-dit-Savoie aus der Telefonzentrale.

In der italienischsprachigen Schweiz moderiert Carla Norghauer (3) auf RSI unsere nationalen Solidaritätstage.

Und in der rätoromanischen Schweiz ist die ehemalige Radiojournalistin und heutige Programmreferentin Claudia Cathomen (4) RTR-Botschafterin für die Glückskette.

6.5. Freiwillige


Wir dürfen auf über 1800 Menschen zählen, die sich bei uns als Freiwillige registriert haben. Rund 150 von ihnen kamen im letzten Jahr an den nationalen Sammeltagen und an der Aktion «Cœur à Cœur» zum Einsatz und spendeten zusammen rund 600 Stunden Arbeitszeit. Aufgrund der Pandemie mussten wir die Zahl der anwesenden Freiwilligen beschränken, aber trotzdem haben sich zahlreiche Personen unter Einhaltung der Schutzmassnahmen und Abstandsregeln in unseren Telefonzentralen engagiert. Ihnen allen gebührt unser herzlicher Dank, denn die Unterstützung unserer Freiwilligen an den Sammeltagen beim Beantworten von Telefonanrufen und Entgegennehmen von Spendenversprechen ist für uns von enormem Wert. Und auch die Spenderinnen und Spender, die unsere Nummer 0800 87 07 07 anrufen, wissen den Einsatz unserer Freiwilligen zu schätzen: Bei den Telefonaten ergeben sich oft viele herzliche Gespräche.

7. Partnerschaften


7.1. Partnerhilfswerke Ausland

7.2. SRG SSR


Obwohl die Glückskette 1983 zu einer eigenständigen Stiftung wurde, ist sie nach wie vor eng mit ihrer historischen Muttergesellschaft, der SRG, verbunden. Fünf unserer Stiftungsratsmitglieder, darunter der Präsident, stammen aus den Reihen der SRG.

Diese Nähe wird nicht nur auf institutioneller, sondern auch auf operationeller Ebene gelebt. Die SRG unterstützt unsere Spendenaufrufe und stellt an nationalen Solidaritätstagen ihre Programme während 18 Stunden in den Dienst unserer Sammlung, berichtet über die Katastrophe, die geleistete Hilfe und lässt Expertinnen und Experten, Mitarbeitende der Partnerhilfswerke und Betroffene zu Wort kommen.

Die SRG sammelt nicht nur gemeinsam Spenden mit uns, sondern berichtet regelmässig in verschiedenen Sendegefässen wie «Mitenand – Ensemble – Insieme», «Doppelpunkt», «Treffpunkt», «On en parle», «Chacun pour tous» oder «La ligne de cœur» über die Verwendung der Spendengelder und beleuchtet dabei kritisch die Arbeit der Partnerhilfswerke und die Entwicklungen im humanitären Bereich.

Im Jahr 2020 unterstützte die SRG aktiv die nationalen Solidaritätstage zugunsten der von den Folgen der Pandemie betroffenen Bevölkerung sowie den Spendenaufruf zugunsten der Opfer der Explosionen im Libanon. Aber auch die thematische Sammlung «Cœur à Cœur» für den Fonds «Kinder, Opfer von häuslicher Gewalt» wurde gemeinsam mit RTS durchgeführt.

7.3. Swisscom


Swisscom ist eine unserer langjährigen Partnerinnen. Das Unternehmen stellt uns seine Dienstleistungen zur Verfügung und trägt so zu unserem Betrieb bei. Während Sammeltagen und -aktionen sorgt sie für die notwendige Infrastruktur (wie Telefonleitungen oder die Gratisnummer 0800 87 07 07), damit die Sammelzentrale angerufen und Spendenversprechen entgegengenommen werden können. Dank diesem Beitrag können wir unsere Betriebskosten erheblich reduzieren.

2020 konnten wir nicht nur bei den nationalen Solidaritätstagen und beim Spendenaufruf zugunsten von Beirut auf die Unterstützung der Swisscom zählen, sondern auch im Rahmen der thematischen Sammlung «Cœur à Cœur».

Zusätzlich zu dieser Unterstützung leistete die Swisscom einen Betriebsbeitrag von 71’000 Franken (davon 21’000 Franken in Form von verschiedenen Dienstleistungen im Telekommunikationsbereich).

Für unsere Sammlungen «Coronavirus Schweiz» und «Coronavirus International» hat die Swisscom ausserdem ein Matching-Gift-Programm eingerichtet, bei dem sie die Spenden ihrer Mitarbeitenden um einen grosszügigen Beitrag ergänzt.

7.4. «Emergency Appeals Alliance»


Gemeinsam können wir mehr bewirken als im Alleingang. Dies zeigt sich auch im Fundraising für humanitäre Katastrophen, wo sich kollektive Spendenaufrufe und Partnerschaften mit Medien und privaten Unternehmen auszahlen. 2008 haben wir uns deshalb mit sechs weiteren Organisationen aus verschiedenen Ländern zur Emergency Appeals Alliance (EAA) zusammengeschlossen. Über den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu Themen wie kollektiven Spendenaufrufen, Best Practices in der humanitären Hilfe oder gute Organisationsführung hinaus wollen wir uns gemeinsam auch als Ansprechpartnerin für Medien und Akteure der Privatwirtschaft etablieren.

Im Jahr 2020 trafen sich die Mitglieder der EAA zweimal virtuell und diskutierten über die Entwicklung des humanitären Bereichs, die Koordinierung von Spendenaufrufen bei Katastrophen und die Möglichkeit von gemeinsamen Spendenaufrufen, den Informationsaustausch, Standards für die Arbeit von Hilfswerken vor Ort, Beziehungen zu Partnern des Service public, die Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen wie Google oder Facebook sowie die digitale Transformation und die digitalen Kommunikations- und Fundraising-Möglichkeiten.

Die EAA ist eine Stiftung nach niederländischem Privatrecht. In Frankreich, Irland, Australien und den USA haben sich neue Allianzen gebildet, die bei den EAA-Sitzungen Beobachterstatus haben. Im Jahr 2020 stand die Stiftung unter dem Vorsitz von Aktion Deutschland Hilft, während unsere stellvertretende Direktorin Catherine Baud-Lavigne den stellvertretenden Vorsitz innehatte. Letztere wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2021 zur Präsidentin gewählt.

Mitglieder der EAA:


Beobachter der EAA:

  •   Nachbar in Not (Österreich)
  •   Radiohjälpen (Schweden)
  •   Comité de Emergencia (Spanien)
  •   Alliance Urgences (Frankreich)
  •   Global Emergency Response Coalition (USA)
  •   Irish Emergency Alliance (Irland)
  •   Australia Emergency Action Alliance (Australien)

7.5. Weitere Partnerinnen und Partner


  • Keystone-SDA: Die Schweizer Bildagentur unterstützt uns während der zahlreichen Spendenkampagnen mit dem kostenlosen Nutzungsrecht von aktuellen Bildern aus Katastrophen- und Krisengebieten und auch aus der Schweiz.
  • Verein “Privatradios pro Glückskette”:
    Mit ihrem grossen Engagement helfen uns 15 deutschschweizer Privatradios, die Spendenaufrufe der Glückskette zu verbreiten und über die Verwendung der Mittel zu informieren.
  • Schweizerische Post: Einzahlungsscheine der Glückskette sind das ganze Jahr über in allen Poststellen erhältlich.
  • Mazars (Revisionsstelle) beteiligte sich an der Entwicklung des Betriebsbudgets und stand der Glückskette beratend zur Seite.
  • BonusCard.ch AG, DemoSCOPE, WEMF, intervista und Migros bieten ihren Kunden die Möglichkeit, ihre Bonuspunkte an die Glückskette zu spenden.
  • BonusCard.ch AG: Die Kreditkartenfirma entwickelte eine spezielle Glückskette-Visa-Card, mit der bei jedem Einkauf automatisch gespendet wird. Zusätzlich spendet die BonusCard.ch AG 0,3 Prozent aller getätigten Einkäufe, die komplette Jahresgebühr im ersten Jahr und einen Teil der Jahresgebühr in den Folgejahren an die Glückskette.
  • Credit Suisse: Die Mitarbeitenden des Customer Service Centers unterstützen uns jeweils im Rahmen ihres Corporate Volunteering an den nationalen Solidaritätstagen und anlässlich thematischer Sammlungen, indem sie zu Spitzenzeiten zusammen mit den Freiwilligen der Glückskette die Spendenversprechen entgegennehmen.
  • Digicall und Callpoint unterstützten die Glückskette an den Solidaritätstagen, indem sie ihre Infrastruktur und Mitarbeitenden zu Sonderkonditionen – bzw. im Fall von Digicall für die Aktion «Cœur à Cœur» gratis – zur Verfügung stellten. Diese Unterstützung hat sich im Jahr 2020 als unverzichtbar erwiesen, da in den Telefonzentralen aufgrund der Schutzmassnahmen nicht die übliche Anzahl Freiwillige anwesend sein durfte, um Spendenversprechen entgegenzunehmen.
  • Richard Huber AG: Mit dem Kauf einer Glückskette-Rose des renommierten Rosenzüchters Richard Huber unterstützen Spenderinnen und Spender die Kinderhilfe. Die goldgelbe Rose wurde 2005 speziell für die Glückskette gezüchtet.

8. Finanzergebnis, Betriebskosten und freie Mittel


8.1. Finanzpolitik


Die Glückskette hat sich zur Transparenz verpflichtet und klärt die Spenderinnen und Spender und alle Drittparteien nachvollziehbar darüber auf, wie sich die Betriebskosten zusammensetzen und wie sie gedeckt werden.

Gemäss der vom Stiftungsrat beschlossenen Finanzpolitik werden Finanzerträge aus Anlagen, nicht zweckgebundene Legate und jeweils 5 Prozent der Spendenerlöse verwendet, um die jährlichen Betriebskosten zu decken und die Rücklagen auf einem bestimmten Niveau zu halten. Allfällige Restbeträge werden auf Entscheidung des Stiftungsrats jährlich bestimmten Projektfonds zugeschrieben.

Dabei handelt es sich vor allem um permanente Projektfonds: den Nothilfefonds («Early Response»), den Innovationsfonds oder die Fonds zugunsten der Kinderhilfe, von Kindern als Opfer von häuslicher Gewalt, von Obdachlosen, von Jugendlichen in Not in der Schweiz und zur Förderung der humanitären Hilfe. Gerade in Jahren, in denen die Glückskette keine grösseren Sammlungen durchführen kann, bilden diese Fonds ein Rückgrat für die Stiftung.

Die Beständigkeit der Glückskette wird mit Rücklagen gesichert. Diese bestehen aus Überschüssen bis zu einer vom Stiftungsrat festgelegten Obergrenze.

8.2. Finanzergebnis 2020


Zum 31. Dezember 2020 war das Finanzvermögen der Glückskette bei verschiedenen Banken in unterschiedlichen Anlageformen investiert, basierend auf einer sehr konservativen Strategie. Dank ihrer Diversifikationspolitik hat die Glückskette bisher fast keine Negativzinsen auf ihre liquiden Mittel gezahlt. Die Finanzstrategie wird von PPCmetrics und der Finanz- und Anlagekommission streng überwacht.

Trotz der 2020 zeitweise turbulenten Gegebenheiten an den Finanzmärkten konnte die Stiftung mit ihren Anlagen ein Nettofinanzergebnis von 1’685’309 Franken erzielen.

8.3. Betriebskosten und Deckung


Die Betriebskosten der Glückskette beliefen sich 2020 auf 3’436’080 Franken. Sie haben somit gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen, was sich durch die bedeutenden Spendensammlungen, die in diesem Jahr durchgeführt wurden, erklären lässt. Die Kosten verteilen sich auf die Unterstützung der Programme (1’752’401 Franken), das Fundraising (1’030’824 Franken) und die Administration (652’855 Franken). Dieser Betriebsaufwand stellt 5,3 Prozent der gesammelten Spenden dar, was deutlich unter den (insbesondere von der ZEWO) anerkannten Standards liegt.

Unter Berücksichtigung der Programmzuweisungen von 62’305’022 Franken verteilen sich die Gesamtausgaben folgendermassen: Überweisungen an und Unterstützung von Programmen: 64’057’622 Franken (97,5 Prozent); Fundraising: 1’030’824 Franken (1,5 Prozent); Administration: 652’855 Franken (1 Prozent).

Entsprechend dem Beschluss des Stiftungsrates von 2019 wurden 5 Prozent der Spendensumme (3’152’274 Franken) einbehalten und zusammen mit Legaten ohne Zweckbindung in der Höhe von 390’677 Franken zur Deckung der Betriebskosten und als Beitrag an die oben erwähnten freien Mittel verwendet. Für das Jahr 2020 belaufen sich die freien Mittel auf 1’866’829 Franken. Der Stiftungsrat hat die Kompetenz, über die Zuteilung dieser freien Mittel an einzelne Projekte zu entscheiden.

Der Revisionsbericht von Mazars SA, der im Februar 2021 erstellt wurde, enthält keine besonderen Anmerkungen.

IMPRESSUM

Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der

Partnerschaft & Zusammenarbeit

Redaktion:
Pascal Crittin, Roland Thomann, Catherine Baud-Lavigne, Sylvie Kipfer, Jasmin Wiget

Koordination und Layout:
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Übersetzung:
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Lektorat:
Claudia Blaser

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